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Schiesssport

Das Siegertreppchen verpasst

Die Saltendorfer Luftgewehr-Mannschaft belegt beim Finale den vierten Platz. Trainer Robert Senft legt sein Amt nieder.
Von Werner Artmann

Die Eichenlaub-Mannschaft belegte den vierten Platz beim Luftgewehr-Endrundenturnier in Rotenburg an der Fulda.  Foto: Werner Artmann
Die Eichenlaub-Mannschaft belegte den vierten Platz beim Luftgewehr-Endrundenturnier in Rotenburg an der Fulda. Foto: Werner Artmann

Teublitz.Voller Hoffnung und mit einer Unterstützung von 50 Eichenlaub-Fans trat man die Reise zum Bundesligafinale nach Rotenburg an der Fulda an. Dort trafen sich die besten acht Luftgewehr-Mannschaften aus Deutschland. In K. o.--Duellen wurde an zwei Tagen der deutsche Meister mit dem Luftgewehr und der Luftpistole ermittelt.

Der Start der Eichenlaubschützen-Saltendorf war ganz im Sinne der Fans, denn als Zweiter aus der Süd-Gruppe hatte man es mit dem Tabellendritten aus dem Norden, SV Wickenburg, zu tun. Dieser hatte sich zum ersten Mal für dieses Finale qualifizieren können und stellte das jüngste Team der Finalrunde. Mit den drei Ruschel-Schwestern und dem Norweger Henrik Larsen werden sie in der Zukunft sicherlich ganz oben mitmischen können. Dieses Mal setzte sich jedoch die erfahrene Mannschaft von Eichenlaub Saltendorf mit 3:2 durch und zog somit ins Halbfinale ein. Julia Simon mit starken 398 Ringen, Helmut Kächele mit 395 Ringen und Andreas Preis mit 392 Ringen sicherten sich die Punkte. Nachdem es anfangs schon nach einem 5:0-Sieg ausgesehen hatte, kämpfte sich Wickenberg nochmals ran und konnte noch zwei Punkte ergattern. Doch der Sieg der Saltendorf war nicht mehr gefährdet.

Schlechte Erinnerungen

Im Halbfinale wartete dann die Übermannschaft des Jahres: der Vorjahressieger SSG Kevelaer. Die Saltendorfer hatten dabei schlechte Erinnerungen aus dem Vorjahr. Denn auch damals hieß der Gegner SSG Kevelaer und sie stellten mit 1980 Ringen einen neuen Finalrekord auf.

Doch dieses Jahr zeigte Kevelaer im Halbfinale Schwächen, und die Chance, diese Top-Mannschaft zu besiegen, war plötzlich gegeben. Im Gesamtergebnis waren die Saltendorfer auch bis auf zwei Ringe dran, aber es reichte auch diesmal nicht zum Sieg. Julia Simon hatte trotz starker 397 Ringe keine Chance gegen Sergey Richter aus Israel, der 399 Ringe vorlegte. Auch Alexander Schmirl konnte bei den 398 Ringen von Anna Janßen mit 396 Ringen nicht mithalten. Claudia Brunner gelang es auch in ihren zweiten Wettkampf nicht, an ihre besten Ergebnisse anzuknüpfen und verlor gegen Franka Janßen mit 391:392 Ringen. Helmut Kächele und Andreas Preis hingegen holten die Punkte für Saltendorf, für das aber nur noch das kleine Finale übrig blieb.

Finale dahoam

  • Ausblick:

    Auf die nächste Saison freut sich die Schützengesellschaft Eichenlaub Saltendorf ganz besonders. Für das LG-Bundesfinale im Februar 2021 haben die Saltendorfer den Zuschlag bekommen und werden dieses in Schwandorf in der Oberpfalzhalle ausrichten.

  • Finalfluch:

    Die Mannschaft wird alles daran setzen, das Finale dahoam zu erreichen, um dann den Finalfluch brechen zu können.

Der Gegner im Kampf um Platz drei, SB Freiheit, war 2018 schon im Finale auf die Saltendorfer getroffen, und das endete mit einer Niederlage für die Eichenlaub-Schützen. Und auch an diesem Tag sollte es nicht anders werden. Mit einem Waffendefekt bei Claudia Brunner, die nach 22 Schuss abbrechen musste, war der erste Punkt schon verschenkt. Und auch Julia Simon konnte mit 397 Ringen gegen die Norwegerin Janette Hegg Duestad (399 Ringe) nichts ausrichten.

Alexander Schmirl hatte gegen Jessica Mager zwar lange geführt, aber in der letzten Serie musste er schließlich den Punkt abgeben und unterlag mit 395:396 Ringen. Ebenfalls mit der letzten Serie war die Niederlage von Andreas Preis besiegelt, und Michael Thöle behielt mit 395:393 Ringen die Oberhand. Allein Helmut Kächele behielt seine weiße Weste am Finalwochenende und fuhr seinen dritten Sieg mit 396:393 gegen Lisa Müller ein.

Die Enttäuschung war natürlich in der Kabine bei der Eichenlaub-Mannschaft anfangs sehr groß, denn dieses Jahr wäre vieles möglich gewesen. Jedoch eine realistische Einschätzung vom Leiter Uwe Wachter brachte es auf den Punkt: „Im vierten Jahr in der Bundesliga konnte man zum vierten Mal am Finale teilnehmen, und die bisherige Ausbeute waren zweimal Platz zwei und zweimal Platz vier. Das kann sich doch sehen lassen.“ Neuer und alter deutscher Meister wurde die SSG Kevelaer, die im Finale nochmals groß auftrumpfte und mit 1985 Ringen ihren eigenen Finalrekord um fünf Ringe verbesserte.

Eichenlaub auf Trainersuche

Die Frage ist nun, wie geht es mit der erfolgreichen Luftgewehrmannschaft von Eichenlaub Saltendorf weiter, nach dem der langjährige und erfolgreiche Trainer der 1. LG-Mannschaft, Robert Senft, aufhört. Wie er selbst sagte, habe er es nicht geschafft, der Mannschaft in den letzten vier Jahren bei den entscheidenden Wettkämpfen in den Finals die Winzigkeit mitzugeben, die für einen Sieg erforderlich gewesen wäre.

Wer sein Nachfolger wird, ist noch offen. Die Eichenlaub-Verantwortlichen wollen sich mit der Trainer-Entscheidung auch noch Zeit lassen den die nächste Bundesligasaison startet erst im September.

Die erfolgreiche Luftgewehrmannschaft der Eichenlaubschützen Saltendorf geht auch nächste Saison an den Start, und mit Petra Käes und Ramona Lorenz hat man zwei hoffnungsvolle Talente in den eigenen Reihen. Die Österreicherin Viktoria Müller wird für ihr Land Österreich keinen Wettkampf mehr bestreiten und darum kann sie als EU-Deutsche eingesetzt werden. Dadurch belegt sie keinen „Ausländerplatz“ mehr und ist mit ihrem Schnitt von 395 Ringen eine enorme Verstärkung.

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