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Den TSV Nittenau traf es doppelt hart

Der Verein ist nicht nur durch die Saisonunterbrechung betroffen. Auch der Ausfall der großen Jubiläumsfeier schmerzt.
Von Tobias Ziereis

Auch beim TSV Nittenau (rote Trikots) wird aktuell nicht gespielt.
Auch beim TSV Nittenau (rote Trikots) wird aktuell nicht gespielt. Foto: Arnold Fleischmann

Nittenau.Am Vormittag des 13. März traf der Bayerische Fußballverband (BFV) die weitreichende Entscheidung, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie eingestellt wird. Seitdem sind in Bayern alle Sportplätze verwaist. Auch beim TSV Nittenau fand seit über drei Monaten kein Training mehr statt, wenngleich dies mittlerweile wieder erlaubt wäre. Trainer Armin Götzer hat hier eine klare Meinung: „Unter diesen Auflagen und den Hygienevorschriften macht ein Training in meinen Augen keinen Sinn. Ein möglicher Verstoß kann dem Verein eine Stange Geld kosten. Außerdem beginnen die Punktspiele frühestens ab Anfang September. Deshalb werden wir frühestens Mitte Juli mit dem Training beginnen.“

Für Fortsetzung gestimmt

Zudem stellt sich der Nittenauer Coach die Frage, ab wann wieder Freundschaftsspiele erlaubt seien, denn ohne Vorbereitungsspiele in die Runde zu starten, sei in seinen Augen nicht zielführend. Dabei war lange nicht klar, ob die unterbrochene Saison 2019/2020 überhaupt fortgesetzt wird. Immerhin haben viele Fußballverbände in der Bundesrepublik die Saison bereits abgebrochen. Der BFV hingegen sprach sich klar für eine Fortsetzung aus. Auch der TSV Nittenau stimmte dafür, obwohl er aktuell auf dem Abstiegs-Relegationsplatz in der Kreisliga West steht. Durch die Tatsache, dass der BFV nun auch beschlossen hat, dass es keine Saison 2020/2021 geben wird, habe man nun „Zeit gewonnen“, um die Runde im Frühjahr 2021 fertig zu spielen.

Sport

TSV Nittenau: Neustart im September

Das Vereinsleben läuft nur schleppend an. Der Regentallauf steht für den Vorsitzenden Jürgen Hasenbach auf der Kippe.

Im Gegensatz zu den Amateurligen rollt in den ersten beiden Bundesligen der Ball bereits seit dem 16. Mai wieder. Allerdings stößt das nicht überall in der Bevölkerung auf Zuspruch und Verständnis. Für Armin Götzer war die Entscheidung zum Re-Start vertretbar: „Die Meinungen gehen hier sicherlich auseinander. Die Vereine sind Arbeitgeber – und zwar nicht nur für die Profifußballer, sondern vor allem auch für andere Angestellte, die – wie auch die meisten ‚normalen‘ Arbeitnehmer – damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Persönlich freue ich mich, dass ich zumindest im Fernsehen Fußball verfolgen kann.“

Die Freude verfliegt allerdings wieder, wenn die TSV-Verantwortlichen an das gesellschaftliche Leben denken. „Die Einschränkungen belasten natürlich das sportliche sowie das gesellschaftliche Zusammenleben enorm. Die Angst vor einer Ansteckungsgefahr ist nach wie vor spürbar – trotz der aktuellen Lockerungen“, so Armin Götzer.

„Ich denke, dass sich jeder darauf freut, wenn es endlich wieder mit dem Trainingsbetrieb losgeht.“

Armin Götzer, Trainer des TSV Nittenau

Nicht zu vernachlässigen seien an dieser Stelle auch die finanziellen Auswirkungen, denn die fehlenden Einnahmen aus Festlichkeiten sind auch in Nittenau deutlich spürbar. Traurig stimmt den TSV vor allem die notwendige Verschiebung des 100-jährigen Gründungsfestes, das eigentlich heuer gefeiert werden hätte sollen. Doch für Armin Götzer ist trotz aller Widrigkeiten eines klar: „Die Gesundheit steht an oberster Stelle! Das muss jedem bewusst sein, denn jeder ist gleichermaßen davon betroffen.“ Seiner Meinung nach sollte der Virus nicht auf die leichte Schulter genommen werden; dementsprechend bewertet er die Vorgaben der Regierung als richtig. Hätte man zu spät reagiert, hätten möglicherweise Zustände wie in Italien oder Spanien gedroht. „Wenn man solche Bilder sieht, gerät der Fußball schnell in den Hintergrund“, macht Götzer deutlich.

Klassenerhalt als Ziel

Dennoch sehnt sich jeder beim TSV Nittenau wieder nach einem Stück Normalität – und auch danach, dass die Spieler endlich wieder gegen den Ball treten können. Befürchtungen, dass manch ein Spieler bei der langen Zwangspause „auf den Geschmack“ gekommen sein könnte, hat Armin Götzer nicht: „Ich denke, dass sich jeder darauf freut, wenn es endlich wieder mit dem Trainingsbetrieb losgeht – am besten ohne größere Auflagen.“ Der Coach, der früher in der 2. Bundesliga bei der SpVgg Bayreuth aktiv war, hofft darauf, dass seine Jungs beim Wiederbeginn motiviert und diszipliniert zu Werke gehen – schließlich gilt es, in den verbleibenden acht Spielen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren.

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