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Der ASV ist in der Bringschuld

Nach dem Debakel in Weiden will Burglengenfeld wieder in die Spur finden. Gegner Pfreimd steht mit dem Rücken zur Wand.

  • Das Hinspiel in Pfreimd entschied der ASV (in Gelb) mit 2:0 für sich. Nun soll auch im Rückspiel am Sonntag ein Sieg her – vor allem nach der Schmach gegen die SpVgg SV Weiden. Foto: Josef Schaller/Archiv

Burglengenfeld.In Weidens Gästekabine herrschte am Freitag vor einer Woche Totenstille. Weder die Spieler noch die beiden Trainer des ASV Burglengenfeld fanden Worte für das, was wenige Augenblicke zuvor auf dem Platz geschehen war. Gegen den Landesliga-Spitzenreiter ging die Mannschaft von Rainer Summerer und Harald Frankl völlig unter – und kassierte mit einer 1:11-Pleite die höchste Niederlage seit Jahren. „Für Harald und mich war es schwer, überhaupt Worte – und dann auch noch die richtigen – zu finden“, sagt Summerer. „In der Kabine wurde nicht gesprochen. Jeder war geschockt und enttäuscht.“ Am Sonntag (14 Uhr) im Landkreisderby gegen die SpVgg Pfreimd sehen die ASV-Trainer ihr Team deshalb umso mehr in der Bringschuld, wie Summerer betont. „Die Jungs wissen um ihre Verpflichtung.“

Es scheint so, als käme der Tabellenletzte den Burglengenfeldern nach einer solchen Klatsche gerade recht. SpVgg-Coach Tobias Bernklau steht mit seiner Mannschaft abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Insgesamt holte Pfreimd in in dieser Saison erst zwei Siege und ein Remis – ergo mickrige sieben Zähler. Die Spielvereinigung, die sich schon in der Vorsaison erst in der Relegation den Klassenerhalt in der Landesliga sicherte, ging in den letzten acht Begegnungen immer als Verlierer vom Feld. Den letzten Erfolg landeten die Pfreimder Ende September gegen den Aufsteiger BSC Woffenbach.

Und dennoch hat die Begegnung mit dem Landesliga-Schlusslicht für Burglengenfeld einen faden Beigeschmack, denn: Während alles andere als ein Sieg für den vermeintlich haushohen Favoriten eine bittere Enttäuschung wäre, haben die Pfreimder auswärts beim ASV nichts zu verlieren. Für Bernklau und sein Team gehe es aufgrund der mageren Ausbeute auch darum, „solche Landesliga-Spiele zu genießen“. Die Aufgabe für die SpVgg wird durch die Burglengenfelder Rekordpleite allerdings nicht einfacher. „Gerade nach so einem Spiel wird der ASV offensiv agieren und uns früh unter Druck setzen. Sie werden auf ein schnelles Tor spielen“, sagt Bernklau.

Das Spiel in Weiden, bei dem laut Summerer „so ziemlich alles“ falschgelaufen sei, steckte den Burglengenfeldern auch noch nach dem Wochenende in den Köpfen. „Die Mannschaft hat so ziemlich alles vermissen lassen, was sie ansonsten ausmacht.“ Das Training am vergangenen Montag sei deshalb anfangs noch „ungewohnt“ gewesen, „im Laufe der Einheit wurde es aber besser“, erklärt Summerer. Die übrigen Einheiten am Mittwoch und Freitag habe der ASV dann dazu genutzt, sich entsprechend auf die Partie gegen Pfreimd vorzubereiten.

Stammkräfte werden fehlen

In dieser müssen Summerer und Frankl allerdings erneut auf einige Leistungsträger verzichten. Die Einsätze der Mittelfeldakteure Alexander Fuchs und Matthias Gröger, der gegen Weiden angeschlagen frühzeitig vom Platz musste, seien demnach noch fraglich. Sicher fehlen werden hingegen die Youngster Anton Schreyer, Julian Pfab und Sebastian Hanauer. Auch der langzeitverletzte Angreifer Quirin Meier steht den Burglenfeldern im Derby nicht zur Verfügung. Besonders bitter: In der Defensive wird auch Patrick Weinfurtner fehlen, der gegen Weiden nach einem Handspiel mit der roten Karte des Feldes verwiesen wurde.

Trotz der teils schwerwiegenden Ausfälle der Burglengenfelder sind die Rollen klar verteilt, denn Pfreimds Klassenerhalt in der Landesliga scheint schon jetzt kaum mehr möglich – was aber nicht automatisch heißt, dass es in den Reihen der Spielvereinigung an Qualität fehlt. Vor allem in der Offensive verfügt Coach Bernklau über durchaus gefährliche Akteure. Ein besonderes Augenmerk müsse die ASV-Defensive deshalb auf Dennis und Bastian Lobinger sowie auf Maximilian Herzog legen, so Summerer. Die Schwächen der Pfreimder Mannschaft sieht Burglengenfelds Coach eher in der Defensive. Die Zahlen geben dem 54-Jährigen recht: Pfreimd kassierte in den bisherigen 22 Begegnungen dieser Saison bereits 69 Gegentreffer – weit mehr als jede andere Mannschaft des Tableaus.

Die Mannschaften im Vergleich

  • ASV Burglengenfeld:

    Das Team von Harald Frankl und Rainer Summerer liegt mit 33 Punkten auf dem siebten Platz. In dieser Saison entschied Burglengenfeld zehn Spiele für sich, drei endeten mit einem Unentschieden, neunmal musste sich der ASV geschlagen geben. Top-Torschütze ist Christof Ostermayr mit aktuell sieben Treffern.

  • SpVgg Pfreimd:

    Tobias Bernklaus Mannschaft steht mit sieben Zählern auf dem letzten Tabellenplatz. Pfreimd siegte erst zweimal, zudem endete auch nur eine Partie mit einem Remis. Top-Torjäger ist Bastian Lobinger mit sieben Treffern.

Das Hinspiel in Pfreimd entschied Burglengenfeld mit 2:0 für sich. Zwar sorgte Stefan Ostermayr mit seinen beiden Toren schon in der ersten Halbzeit für den Endstand, trotzdem blieb die Partie lange umkämpft. Die Gäste wollen daher auch das Rückspiel mit einer ähnlichen Taktik angehen. „Wir müssen in der Defensive wieder besser stehen, als zuletzt gegen Aiglsbach. Die Offensive muss dann aber auch für Entlastung sorgen. Das ist uns im Hinspiel gegen Burglengenfeld relativ gut gelungen“, erklärt Bernklau.

Burglengenfeld will einen Sieg

Dass sich Pfreimd auch gerne mal durch teils grenzwertige Zweikampfhärte ins Spiel bringt, wie es der SpVgg schon von anderen Landesliga-Klubs nachgesagt wurde, will Burglengenfelds Trainer so nicht stehen lassen. Im Hinspiel sei zwar „intensiv gekämpft“ worden, das sei für Summerer aber normal. Eine dementsprechende Zweikampfführung sowie die Präsenz auf dem Platz sei sogar ausschlaggebend für den Ausgang des Spiels, für das Summerer und Frankl eine klare Vorgabe haben: „Unsere Zielsetzung muss ein Sieg sein!“

Trotz Burglengenfelds klarer Favoritenrolle und der nahezu aussichtslosen Situation der SpVgg will sich Bernklau im Derby aber nicht frühzeitig geschlagen geben. „Für uns ist mittlerweile selbst die Relegation in weite Ferne gerückt. Wir hatten einfach zu viele verletzte Spieler und eine zu geringe Kaderstärke, um das zu kompensieren. Trotzdem werden wir in Burglengenfeld alles reinhauen und mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen“, sagt Bernklau, dem zumindest eines Mut machen dürfte: Im Derby stehen bei der Spielvereinigung mit Ausnahme des rotgesperrten Michael Herrmann alle Spieler zur Verfügung.

Für den ASV steht nach der Partie gegen Pfreimd noch ein weiteres Heimspiel vor der Winterpause an. Für Frankl und Summerer würde ein Sieg gegen Aiglsbach dann eine „tolle Runde“ versöhnlich abschließen – und bei der Anhängerschaft des ASV vermutlich auch den Ausrutscher in Weiden ein Stück weit vergessen machen. (ah)

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