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Ausdauersport

Die Geschichte des Premberger Berglaufs

Seit 1990 messen sich Sportler beim Lauf auf den höchsten Punkt des Städtedreiecks. Die 30. Auflage könnte die letzte sein.

Hoch über dem Naabtal zieht sich die Läuferschlange beim Premberger Berglauf dem Grat am Seeberg entlang. Insgesamt sind dabei knapp 260 Höhenmeter zu bewältigen. Foto: Franz Pretzl
Hoch über dem Naabtal zieht sich die Läuferschlange beim Premberger Berglauf dem Grat am Seeberg entlang. Insgesamt sind dabei knapp 260 Höhenmeter zu bewältigen. Foto: Franz Pretzl

Premberg.Man hat im Ziel auf dem Münchshofener Berg einen der schönsten Ausblicke über das Naabtal. Doch bevor alljährlich die Laufsportler vom Hobbysportler bis hin zum Weltmeister in diesen Genuss kommen, vergießen sie sehr viel Schweiß. Seit 1990 starten die Bergläufer zu diesem Event und ebenso lang führt der Mann im Hintergrund, Franz Pretzl, Regie. Vom Hindernisweltmeister Patriz Ilg über den Crosstriathlonweltmeister Thomas Kerner, dem deutsche Spitzenbergläufer Korbinian Schönberger und natürlich den vielen Hobbyläufern gaben sich beim Premberger Sparkassenberglauf alle die Ehre.

Berglaufmitbegründer Hubert Hofrichter mit Patriz Ilg im Jahr 1996 Foto: Franz Pretzl
Berglaufmitbegründer Hubert Hofrichter mit Patriz Ilg im Jahr 1996 Foto: Franz Pretzl

Der Anfang war hart, so der Organisator, doch mittlerweile hat der 61-jährige ehemalige Ausdauermultisportler viel Routine, sodass die 30. Auflage des Premberger Sparkassenberglaufes wieder ein tolles Erlebnis für die Bergläufer wird.

Die Geschichte des Premberger Berglaufs

Mit der Meldung an den bayerischen Leichtathletikverband, der Reservierung im Dorfstadel, dem Entwurf der Ausschreibung und dem Finden von Sponsoren sind die Arbeiten aktuell schon voll im Gange. Auch die Pokale und Medaillen wurden schon geordert, sodass für die Sieger schon alles bereit steht. Ob es allerdings auch den 31.Sparkassenberglauf geben wird, steht aktuell noch in den Sternen. Denn Pretzl selbst sei nach 30 Jahren durchaus „organisationsmüde“ geworden, wie er selbst erklärt.

Der Berglauf beweist Ausdauer

Die zündende Idee hatte 1990 Pretzl selbst, der in seinem Premberger Laufkollegen Hubert Hofrichter schnell einen Gleichgesinnten fand. Die Gegend über dem Naabtal mit dem Münchshofener Berg war ideal und so fanden beide auch gleich einen passenden Trail auf dem Höhenzug über dem Naabtal. Am Anfang waren es 5800 Meter, seit 1996 ist die Strecke 6168 Meter lang. Zudem werden knapp 260 Höhenmeter bezwungen. Gestartet wurde 1990 auf dem Fußballplatz mit einer Dorfrunde, das änderte sich allerdings 1996 mit der Einführungsrunde auf dem Anger. Zusammen mit der FFW Premberg, der LAG Schwandorf und später mit dem TV Burglengenfeld konnte der „etwas andere Laufwettbewerb“, wie in Pretzl selbst beschreibt, bis heute durchgeführt werden. Das Premberger Sportereignis ist der älteste Berglauf in der Oberpfalz und gehört auch zu den älteren in Bayern. Das Premberger Duo organisierte gemeinsam bis 1999 das Rennen, ehe sich der im Jahre 2009 verstorbene Hubert Hofrichter aus Altersgründen zurückzog.

Seit 1990 zieht der Berglauf zahlreiche Athleten an. Foto: Franz Pretzl
Seit 1990 zieht der Berglauf zahlreiche Athleten an. Foto: Franz Pretzl

Los geht es 2019 am 22. September um 14.30 Uhr am Anger gegenüber dem Dorfstadel. Nach einer Auftaktrunde führt der Parcour durch das Dorf zum Premberger Gipfelkreuz am Seeberg, wo Trailrunning dann angesagt ist. Danach können sich die Sportler bei einer kleinen Abwärtspassage ein wenig erholen. Auf der Teerstraße geht es schließlich leicht bergauf der Ortschaft Stocka zu, anschließend zweigt die Strecke bei Kilometer vier links ab zum Gehöft König. Danach heißt es nochmals Kräfte mobilisieren, um den Aufstieg nach Oberhof und zum Ziel am 533 Meter hohen Münchshofener Gipfelkreuz zu bewältigen.

Die Bestenliste der schnellsten läufer

  • Der Rekordhalter:

    Korbinian Schönberger absolvierte den Premberger Berglauf im Jahr 2010 in 22 Minuten und 15 Sekunden. Bis heute hält Schönberger somit den Rekord für den schnellsten Lauf in Premberg. Zuvor galt Jiri Vojak als Rekordhalter, er finishte im Jahr 2006 mit einer Zeit von 22,52 Minuten. 2011 reihte sich Ralf Preissl in die Bestenliste des Berglaufs ein. Mit 22,48 Minuten hält er hinter Schönberger den zweiten Platz in der ewigen Bestenliste.

  • Die Rekordhalterin:

    2014 finishte Loza Hilares Marcela mit einer Zeit von 28,32 Minuten und stellte somit den Rekord von Birgit Hirl aus dem Jahr 2012 ein, die den Berglauf mit einer Zeit von 29,12 Minuten absolvierte. Loza Hilares Marcela war somit auch die ersten Sportlerin in der Geschichte des Berglaufs, die die 29-Minuten-Marke knackte. Auf dem dritten Platz in der ewigen Bestenliste rangiert Andrea Lanzinger, sie finishte 2015 in 29,32 Minuten.

Seit 1990 stellen sich im Herbst immer ein paar Unentwegte an die Startlinie zum Berglauf. Dieser blieb in all den Jahren ein familiäres Sportfest, was auch die Teilnehmerzahlen wiederspiegeln. So war man zwar im Jahr 2000 mit 27 Teilnehmern schon nahe daran, die Sache aufzugeben, doch danach ging es wieder aufwärts. 2015 wurde mit 99 Startern schließlich eine neue Rekordmarke erreicht. Dazu kamen noch unregelmäßig die Breitensportveranstaltung mit den Kinderläufen, dem Volkslauf und dem Nordic-Walking hinzu, sodass sich oft 300 Starter auf dem Anger tummelten. In der Anfangszeit galt es noch das große FFW-Zelt aufzubauen und den Anger sowie die Laufstrecke größtenteils mit der Hand zu mähen. Mittlerweile sei es für Pretzl und seine Helfer allerdings einfacher geworden – vor allem durch den Umzug zum Dorfstadel und die Pflege des Angers durch die Stadt. Für den Organisator sei somit eigentlich nur noch das Mähen der Strecke geblieben.

Der Berglauf kostet die Sportler stets viel Energie. Foto: Franz Pretzl
Der Berglauf kostet die Sportler stets viel Energie. Foto: Franz Pretzl

1990 wurde zudem auch erste Oberpfalzmeisterschaft mein Berglauf ausgetragen. Die Titel sicherten sich damals Hans Beck und Elisabeth Dehling. Seit dieser Zeit nahmen rund 2200 Sportler den Münchshofener Berg in Angriff, vom reinen Hobbyläufer bis hin zum ehemaligen Weltmeister über 3000 Meter Hindernis Patriz Ilg. Beim Blick auf die Siegerlisten sticht vor allem der Name Korbinian Schönberger heraus. Er stellte 2010 mit 22,15 Minuten den Streckenrekord auf, der noch bis heute steht. Nur 30 Sekunden hinter Schönberger folgte allerdings schon Ralf Preissl mit 22,48 Minuten, Jiri Vojak finishte mit einer Zeit von 22,52 Minuten. Bei den Damen führt Loza Hilares Marcela mit 28.32 Minuten vor Birgit Hirl mit 29.12 Minuten und Andrea Lanzinger mit 29.32 Minuten die Bestenliste an.

Auch Pretzl selbst siegte schon

Insgesamt sahen in den vergangenen 29 Jahren 33 verschiedene Ausdauerläufer und Ausdauerläuferinnen als Erster die Ziellinie auf dem höchsten Punkt im Städtedreieck. Gleich zwei Damen teilen sich die häufigste Ankunft auf dem Gipfel des Münchshofener Berges. Die Wackersdorferin Brigitte Ehrenstraßer (heute Dehn) und die Teublitzerin Sabine Eichinger waren jeweils viermal erfolgreich. Dreimal als schnellste lief Marecela Loza Hilares. Zwei Siege landeten die Tschechin Marta Stroubovka (1993 und 1994), Eva Kummert (2007 und 2010) sowie Martina Pollmer (1998 und 2015).

Auch das gehört dazu: Das Rasenmähen in der Vorbereitung. Foto: Franz Pretzl
Auch das gehört dazu: Das Rasenmähen in der Vorbereitung. Foto: Franz Pretzl

Beim männlichen Geschlecht beherrschten die Gebrüder Schönberger das Geschehen auf den Anhöhen über der Naab. Die Männersiegerliste führt Korbinian Schönberger an, der zu den stärksten Bergläufern Bayerns und Deutschlands gehörte. So stand er 2002, 2004, 2005, 2010 und 2015 fünfmal als erster am Gipfel. Sein älterer Bruder Christian Schönberger gewann bis 1998 viermal den 6168 Meter langen Berglauf. Drei Siege verbuchte der Maxhütter Werner Forster, der 1994, 1999 und 2001 erfolgreich war. Triathlet Ralf Preissl gewann zweimal – 2007 und 2012 – in Premberg, ebenso Crosstriathlonweltmeister Thomas Kerner 2013 und 2015 sowie Christoph Sturm 2017 und 2018 (Anm. d. Red.: In einer früheren Version des Artikels stand an dieser Stelle Marco Sturm. Christoph Sturm ist allerdings korrekt.). Selbst Organisator und Gründer Franz Pretzl konnte sich zweimal in die Siegerliste einreihen, 1997 und mit 42 Jahren auch noch im Jahr 2000. Dass der Berglauf nicht nur etwas für junge Sportler ist, bewiesen 2016 Wolfgang Biedermann sowie 2002 Hans Dyka mit 72 Jahren. Die bekannte Anna Weigl eroberte 2011 ebenfalls den Berg mit 70 Jahren und Lisa Huber erreichte 2017 mit 67 Jahren das Gipfelkreuz. (bpf)

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