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Die Sportart Kin-Ball erobert Schwandorf

In Schwandorf ist eine der Keimzellen dieses Sports. Sigrid Markgraf-Rank brachte den Ball für den Schulsport zum TSV 1880.
Von Dietmar Zwick

Beim TSV Schwandorf wird Kin-Ball vereinsmäßig gespielt. Beim Training und beim Spiel können alle Altersklassen mitmachen. Foto: Dietmar Zwick
Beim TSV Schwandorf wird Kin-Ball vereinsmäßig gespielt. Beim Training und beim Spiel können alle Altersklassen mitmachen. Foto: Dietmar Zwick

Schwandorf.Die Sportart Kin-Ball wurde von dem Sportlehrer Mario Demers 1986 in Québec erfunden. Die Absicht liegt nicht nur darin, zu begeistern, sondern auch sozial integrativ und konditionsfördernd zu sein. Gespielt wird der Breitensport in vielen Ländern; besonders populär ist er in Kanada, Japan, Frankreich, Spanien, Belgien, Tschechien und der Schweiz. In 15 Ländern haben sich nationale Verbände organisiert, die dem internationalen Verband angehören. Erste Keimzellen haben sich auch in Deutschland gebildet. Seit März gibt es auch die ersten Spieler in Schwandorf, die ihren Spaß darin gefunden haben und regelmäßig am Training teilnehmen. Mitmachen kann dabei jeder, ob jung oder älter.

Sigrid Markgraf-Rank holte Kin-Ball nach Schwandorf  Foto: Dietmar Zwick
Sigrid Markgraf-Rank holte Kin-Ball nach Schwandorf Foto: Dietmar Zwick

Sigrid Markgraf-Rank ist Lehrerin an der Schule im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf und besuchte eine Fortbildung bei Gernot Köcher, der mittlerweile in Schwandorf das Training aufgenommen hat. Köcher, der Trainer der Deutschen Nationalmannschaft der Männer und auch der Frauen ist, entdeckte diese Sportart, die hervorragend für die Schule geeignet sei, vor sechs Jahren.

Es gibt auch Europa- und Weltmeisterschaften im Kin-Ball

Doch Kin-Ball ist nicht nur für Schulen, sondern auch für Vereine eine attraktive Sportart. Mittlerweile wird dieses Spiel auf sehr hohem Niveau gespielt, zum Beispiel bei Europa- und Weltmeisterschaften (2001 erstmals). Vor drei Wochen nahmen sie an den Weltmeisterschaften in Nantes in Frankreich mit Damen und Herren teil. Allerdings belegten beide nur den letzten Platz.

Der Grund darin liege nach Aussage Köchers daran, dass Deutschland noch in der Entwicklungsphase sei. In der Oberpfalz verbreite es sich langsam in den Schulen, weil sie dort anbieten, diesbezüglich Unterricht zu halten, sagte Köcher. Mit der Sportart werde die Kondition, Koordination und vor allem das Sozialverhalten gefördert. Zwar gebe es ein Regelwerk, das aber immer noch geändert werde und im Umbruch sei, erklärte der Trainer.

„Mittlerweile haben die Spieler des TSV 1880 Schwandorf ein Leistungsniveau erreicht, mit dem sie 2020 in der Bundesliga antreten können.“

Gernot Köcher, Trainer

Nun sucht er Vereine, die sich für Kin-Ball begeistern lassen, um 2020 an der Bundesliga teilnehmen zu können. Fünf oder sechs Mannschaften gebe es schon. Nun gelte es, in der Oberpfalz ein Team zu generieren. Bei Kin-Ball treten drei Mannschaften zu je vier Spielern gleichzeitig gegeneinander an. Das Spielfeld ist 21 mal 21 Meter, kann aber auch kleiner sein. Das Spielgerät ist ein Ball mit 1,22 Metern Durchmesser und einen Gewicht von etwa einem Kilogramm. Eine Mannschaft hat Aufschlag, wobei drei Spieler den Ball knapp über den Boden im Gleichgewicht halten. Mit dem Ruf „Omnikin“ eine der beiden Mannschaften angegriffen.

Trainer Gernot Köcher ist jetzt auch in Schwandorf aktiv. Foto: Dietmar Zwick
Trainer Gernot Köcher ist jetzt auch in Schwandorf aktiv. Foto: Dietmar Zwick

Ziel dabei ist es, den Ball mit den Händen so zu schlagen und zu platzieren, dass das angegriffene Team nicht in der Lage ist, diesen unter Kontrolle zu bringen und er letztendlich den Boden berührt. Kann die angegriffene Mannschaft den Ball unter Kontrolle bringen, was mit jedem Körperteil geschehen kann, so greift sie eine der beiden anderen Mannschaften an. Das Spiel läuft solange weiter, bis der Ball von einer angegriffenen Mannschaft nicht kontrolliert werden kann und den Boden berührt. Jetzt erhalten die beiden anderen Mannschaften jeweils einen Punkt. Die Mannschaft, die den Fehler gemacht hat, muss nun ihrerseits angreifen.

Alle Spieler sind im Spiel integriert

Weil die Integration aller Mannschaftsmitglieder im Vordergrund steht, müssen beim Aufschlag und der Kontrolle des Balles immer alle vier Spieler beteiligt sein. Nur ein gut funktionierendes Kollektiv ist erfolgreich. Zudem spielt Fair Play eine große Rolle, da dieser Sport erstens ohne Körperkontakt ausgeübt wird und zweitens Regelverstöße Punktabzug nach sich ziehen. Die flexibel zu handhabenden Spielregeln lassen es zu, dass Kin-Ball bereits von Achtjährigen gespielt werden kann. Mit zunehmendem Alter fließen weitere Spielregeln ein; es kommen anspruchsvollere Technik-und Taktikformen hinzu. Bei entsprechender Kondition wird Kin-Ball sehr kraftvoll und dynamisch gespielt. Der Riesenball ermöglicht aber auch den kleineren Kindern eine freudvolle und kommunikative Beschäftigung mit einer Vielzahl kleiner Spiele.

Momentan wird Kin-Ball nur in Schwandorf auch als Vereinssport angeboten. Mittlerweile haben die Vereinsspieler des TSV 1880 Schwandorf ein Leistungsniveau erreicht, mit dem sie 2020 in der Bundesliga antreten können, sagt Köcher. Dem 16-jährigen Schwandorfer Timo Mandl gefällt besonders daran, dass jeder mitmachen kann, egal welchen Alters – von aktuell neun bis 60 Jahre. Jeder muss mitmachen und sich als Team beweisen. Er kam über ein Probetraining dazu, wie auch seine Eltern. Die Abteilungsleiterin Sigrid Markgraf-Rank freut sich über jeden Interessenten, die sich bei ihr unter Tel. (0178) 8190023 oder Gernot Köcher, Tel. (0171) 8659018, melden können.

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