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Schiesssport

Eichenlaub holt den Süd-Titel

Saltendorfer kämpfen als Meister der Bundesliga Süd in der Endrunde am 2./3. Februar um den deutschen Meistertitel.
Von Werner Artmann

Das Spitzen-Duell in Vöhringen gewann die beste deutsche Schützin dieser Saison, Julia Simon, klar gegen den Weltmeister Sergei Kamenskiy. Foto: bat
Das Spitzen-Duell in Vöhringen gewann die beste deutsche Schützin dieser Saison, Julia Simon, klar gegen den Weltmeister Sergei Kamenskiy. Foto: bat

Saltendorf.Den größten sportlichen Erfolg in ihrer Vereinsgeschichte gelang der 1. Luftgewehrmannschaft der Schützengesellschaft Eichenlaub Saltendorf mit dem Gewinn der Meisterschaft in der LG-Bundesliga Süd. Auch bei den beiden letzten Wettkämpfe der Saison gaben sich die Saltendorfer Schützen keine Blöße und schlossen diese außergewöhnliche Saison mit Siegen gegen FSG Kempten und SV Pfeil Vöhringen ab. Damit lösten sie auch das Ticket für den Kampf um die Deutsche Meisterschaft in Paderborn.

Favoriten schieden aus

„Das gesteckte Saisonziel, ein Platz unter den ersten Vier, der für das Finale am 2./3. Februar in Paderborn berechtigt , wurde mit der Meisterschaft weit übertroffen“, stelle Trainer Robert Senft fest. Damit konnte vor dieser Saison keiner rechnen. Als Favoriten wurden andere Vereine groß gehandelt. Der Bund München als Top-Team angetreten, verpasste trotz sehr guter Leistungen zum Ende mit Platz fünf das Finale. Ebenso wie Pfeil Vöhringen, das sich mit zwei Heimniederlagen noch von Platz zwei auf Platz sieben aus dem Finale geschossen hatte. Prittlbach mit Platz drei und Fürth mit Platz vier konnten gerade noch so mit jeweils zwei Siegen zum Schluss einen Finalplatz buchen. Überrascht hat auch das Team von Petersaurach, das mit Platz zwei hinter Saltendorf als Vizemeister ins Rennen geht.

Im Viertelfinale treffen die Saltendorfer nun auf den SV Gölzau. Foto: bat
Im Viertelfinale treffen die Saltendorfer nun auf den SV Gölzau. Foto: bat

Ein Sieg für die Saltendorfer war in Vöhringen Pflicht, um sicher in Paderborn dabei zu sein. Und gleich beim ersten Kampf am Samstag machte die Saltendorfer Mannschaft mit einem deutlichen 5:0-Sieg den Weg nach Paderborn frei. Jedoch so deutlich wie das Ergebnis war der Wettkampfverlauf nicht. Der Absteiger Kempten ließ die Saltendorfer bis zu den letzten Schüssen zittern. Auf drei Positionen wurde nur mit einem Ring Vorsprung gewonnen. Einen schweren Stand hatten Claudia Brunner, die mit 395:394 Ringen den Punkt holte, sowie Helmut Kächele (390:389) und Andreas Preis (392:391).

Leichter dagegen hatte es die Ersatzschützin Julia Helgert, die mit 390:365 Ringen gegen Antonia Schneider den Punkt für Saltendorf holte. Am schwersten tat sich die Nummer eins, Julia Simon, die mit dem Schweizer Christoph Dürr große Probleme hatte und nach 40 Schuss mit 396 ringgleich ins Stechen musste. Die Saltendorferin holte mit 10:9 den Punkt.

Damit war die Qualifikation für die Endrunde geschafft, aber das Spitzenduell gegen SV Pfeil Vöhringen stand noch an. Erschwerend kam hinzu, dass Vöhringen zuvor noch gegen Petersaurach unterlag und damit gegen Saltendorf unbedingt gewinnen musste um noch nach Paderborn zu kommen.

Dieser Wettkampf stand aber auch unter dem Zeichen, dass die beste deutsche Schützin dieser Saison, Julia Simon, gegen den Weltmeister von Pfeil Vöhringen, den Russen Sergei Kamenskiy, antreten musste. Hochkonzentriert ging Julia ihre Wertung an und legte mit 399 Ringen ein Weltklasse-Ergebnis vor. Schon zu Beginn wurde deutlich, das Kamenskiy an diesem Wochenende nicht in Top-Form war und gleich in der ersten Serie stand zweimal die „9“ auf der Anzeigetafel. Mit 394 Ringen blieb er weit unter seinen Möglichkeiten und musste Julia Simon den Sieg überlassen.

Aber auch Helmut Kächele hatte einen Super-Tag erwischt und ließ gegen Andreas Renz von Anfang an nichts anbrennen. Er sicherte mit 397:392 Ringen Saltendorf den zweiten Punkt. Dagegen hatte die sonst so starke Claudia Brunner einen nervösen Tag. In keiner Phase des Wettkampfs kam sie in ihren gewohnten Rhythmus und erreichte nur 390 Ringe. Das reichte gegen die starke Hannah Steffen nicht, die mit 394 Ringen den Punkt für Vöhringen holte.

Auch Julia Helgert hatte gegen die erfahrene Constanze Rötzsch keine Chance und verlor mit 388:394 Ringen. Die Entscheidung lag beim Youngster Andreas Preis, der über die ganze Saison schon zuverlässig sehr gute Leistung ablieferte und auch dieses Mal nicht enttäuschte. Musste er zuerst noch einen Rückstand nachlaufen, konnte er die Partie noch drehen und zum Schluss doch noch mit 393:390 Ringen deutlich gewinnen.

Doch Trainer Robert Senft und Betreuer Uwe Wachter denken schon an den nächsten Gegner, der auf Saltendorf im Viertel-Finale zukommen wird. Aus der starken Nord-Gruppe muss man dann gegen den Tabellen-Vierten aus Sachsen-Anhalt, SV Gölzau bei Halle, antreten. Gnadenlos geht es dann im K.o.-Modus weiter, bis der Gesamtsieger in Paderborn ermittelt ist.

SV Gölzau hat zwei Top-Ausländer unter Vertrag, die auch die entscheidenden Punkte fürs Finale eingebracht haben. Mit dem Weißrussen Illia Charheika, der es im Schnitt auf 398,40 Ringe brachte, ist es selbst für Julia Simon schwer, etwas zu holen. Dieser hatte auch schon die optimalen 400 Ringe im Wettkampf stehen, auch 399 und zweimal 398 Ringe kann er vorweisen. Der zweite Ausländer ist der Pole Tomasz Bartnik, auch er hat zweimal 399 Ringe erzielt und gehört zu den absoluten Spitzenschützen der Bundesliga.

Mit der Neuentdeckung der Saison, Charleen Bänisch, die einen Schnitt von 396,44 Ringe hat, ist der SV Gölzau sehr gut aufgestellt. Auch Weronika Roslon, Richard Bennemann und Lena Cramer weisen einen Schnitt von mehr als 390 Ringe auf.

Österreicher sind einsatzbereit

Doch im Finale stehen auch die beiden Österreicher Alexander Schmirl und Nikolaus Blamauer den Saltendorfern wieder zur Verfügung. Ein kleiner Vorteil könnte sein, dass Saltendorf, im Gegensatz zum SV Gölzau, schon über Final-Erfahrung verfügt.

Auf den großen Favoriten, SSG Kevelaer, der erst den Bundesliga-Rekord von 1982 Ringen aufgestellt hat, können die Saltendorfer erst im Halbfinale treffen. Aber auch die Nord-Vereine, BSV Buer-Bülse und Hubertus Elsen, gehören zum Favoriten Kreis. „Auch in diesem Jahr wollen wir keinen Ausflug nach Paderborn machen, sondern wieder ganz weit nach vorne kommen“, meinte Trainer Senft.

Es haben sich bereits viele Fans angemeldet, die die Saltendorfer Mannschaft in Paderborn am 2. und 3. Februar unterstützen wollen. Wer noch Interesse hat, kann sich bei Ines Wachter, Telefon (0175) 4 14 93 44 melden.

1. Bundesliga Süd: Tabelle

  • 1. Eichenlaub Saltendorf; 37:18 Einzelpunkte, 18:04 Mannschaftspunkte
  • 2. SV Petersaurach; 35:20 Einzelpunkte, 16:06 Mannschaftspunkte
  • 3. SV Germ. Prittlbach; 33:22 Einzelpunkte, 14:08 Mannschaftspunkte
  • 4. SSG Dynamit-Fürth; 33:22 Einzelpunkte, 12:10 Mannschaftspunkte
  • 5. Der Bund München; 31:24 Einzelpunkte, 12:10 Mannschaftspunkte
  • 6. KKS Königsbach; 30:25 Einzelpunkte; 12:10 Mannschaftspunkte
  • 7. SV Pfeil Vöhringen; 30:25 Einzelpunkte; 12:10 Mannschaftspunkte
  • 8. SG Coburg; 28:27 Einzelpunkte, 12:10 Mannschaftspunkte
  • 9. SV Niederlauterbach; 27:28 Einzelpunkte, 12:10 Mannschaftspunkte
  • 10. SV Buch; 21:34 Einzelpunkte, 08:14 Mannschaftspunkte
  • 11. FSG Kempten; 14:41 Einzelpunkte, 04:18 Mannschaftspunkte
  • 12. Kgl. Priv. FSG Titting; 11:44 Einzelpunkte, 00:22 Mannschaftspunkte

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