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Sport aus Schwandorf
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Fußball

Grünes Licht für Traditionsvereine

FC Schwandorf und SC Ettmannsdorf dürfen ihre zwei Spielgemeinschaften bilden. Diese Form gilt aber nur für zwei Jahre.
Von Rainer Plank

Der FC Schwandorf wird in der nächsten Saison in Zusammenarbeit mit dem SC Ettmannsdorf auf Torejagd gehen. Foto: sca

Schwandorf.Alle Zweifel sind ausgeräumt. Die beiden Schwandorfer Traditionsvereine SC Ettmannsdorf und 1. FC Schwandorf können von der kommenden Saison an gemeinsam auf Torejagd gehen. Wie der sportliche Leiter des 1. FC Schwandorf, Christian Rinn, mitteilte, habe auch der Bayerische Fußball-Verband (BFV) sein Einverständnis dazu gegeben, dass die beiden Schwandorfer Traditionsvereine zwei Spielgemeinschaften bilden dürfen. Somit wird es in der neuen Saison eine SG SC Ettmannsdorf II/FC Schwandorf II unter der Federführung vom SC Ettmannsdorf sowie eine SG 1. FC Schwandorf I/SC Ettmannsdorf III unter der Führung vom FC Schwandorf geben.

Bedenken gegen Kooperation

Der Bezirksspielausschuss des Bayerischen Fußballverbandes hatte vor einigen Wochen Bedenken gegen diese doppelte Kooperation angemeldet: „Wir haben einfach Bauchschmerzen, ob die Rechtssicherheit gegeben ist, falls ein anderer Verein Einspruch einlegt“, sagte damals Thomas Graml, der als Bezirksspielleiter an der Spitze dieses Ausschusses steht.

Denn der Bezirksspielausschuss habe einen Widerspruch in der Aussage des 1. FC Schwandorf gesehen, dass man in der kommenden Saison keine Mannschaft mehr zusammen bekomme, aber im Rahmen der SG dann zwei Mannschaften in den Punktspielbetrieb schicken wolle.

In der Richtlinie des Bayerischen Fußballverbandes zur Bildung von Herren- und Senioren-Spielgemeinschaften heißt es an oberster Stelle: „Spielgemeinschaften im Herrenbereich sollen dazu dienen, die Ausübung des Fußballsports in den Vereinen zu ermöglichen. Spielgemeinschaften zum Zwecke einer Leistungsförderung oder eines eventuellen Aufstiegs des Vereins in eine höhere Spielklasse über die Kreisebene hinaus dürfen nicht genehmigt werden.“

Rinn berichtete, dass sich die Verantwortlichen von BFV und der beiden Vereine in der vergangenen Woche noch einmal getroffen hätten. Dabei habe man alle Bedenken von Seiten des BFV ausräumen können. Denn den Schwandorfer Klubs sei nicht daran gelegen, dem Ettmannsdorfer Landesliga-Team einen quantitativ noch größeren Unterbau zu bieten. Es gehe den beiden Vereinen vor allem darum, den Spielern des FC Schwandorf, die personelle Probleme hätten, und den Jugendspielern des SC Ettmannsdorf, wenn sie zu den Erwachsenen kommen, auch für die Zukunft eine Perspektive zu bieten.

Spielleiter Graml habe laut Rinn im Vorfeld Bedenken geäußert, weil man so einen Fall noch nie gehabt habe. Doch diese Bedenken habe man nun damit ausräumen können, meinte der sportliche Leiter des FC Schwandorf.

„Wollten nicht der Bremser sein“

Dem stimmte Graml zu: Der Bezirksspielausschuss habe mit der Gründung der zwei Spielgemeinschaften Bauchschmerzen gehabt, doch nach Gesprächen mit Verantwortlichen anderer Bezirke, die schon Erfahrungen mit solchen Kooperation haben, sowie den Vereinsvertretern sei man übereingekommen, die Zusammenarbeit der Klubs nicht zu blockieren, zumal die beiden Vereine nach vielen Jahren der Rivalität nun auf einem guten Weg der Kooperation seien.

„Wir wollten nicht der Bremser sein“, betonte Graml. Zudem müssten nach jeder Saison die Spielgemeinschaften neu beantragt werden, um sie für eine weitere Saison fortzuführen. Der Verband habe somit immer noch die Möglichkeit, gegebenenfalls einzuschreiten. Weiterhin habe der Bezirksspielausschuss beschlossen, die Kooperation nur für zwei Jahre zu genehmigen, danach müssten beide Vereine eine andere Lösung finden, entweder in Form einer Fusion, eines neuen Vereins oder der Trennung, sagte Graml.

„Wir sind natürlich sehr froh, dass es jetzt so über die Bühne gegangen ist und wir unsere Pläne umsetzen können“, sagte der sportliche Leiter Rinn, denn durch die Bedenken seitens des Verbandes sei alles in der Schwebe gewesen. Nun könne man die Planung mit Trainern, Spielern und Testspielen vorantreiben.

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Durchlässigkeit

  • Spielrecht:

    Bei Spielgemeinschaften, die wegen des Personalmangels in vielen Vereinen längst keine Seltenheit mehr sind, bringt der federführende Verein die Spielklasse mit und behält sie, wenn sie wieder aufgelöst wird, während der Partner dann in der B-Klasse neu anfangen muss

  • Spielerwechsel:

    Bei der angedachten Lösung einer SG SCE II/FC II und einer SG FC I/SCE III könnten Spieler zwischen den beiden Spielgemeinschaften beliebig wechseln; in der Landesliga-Mannschaft des SC Ettmannsdorf I könnten aber keine FC-Spieler eingesetzt werden. (ra)

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