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Hallensportler leiden weiter

Theoretisch könnten die Volleyballer wieder trainieren. Nur, wo? In die Hallen der Kommunen dürfen sie derzeit nicht rein.
Gerd Spies

Die Damen des VC Schwandorf müssen auf ihr Hallentraining bis mindestens August warten, die Amberger Volleyballer wohl noch länger.
Die Damen des VC Schwandorf müssen auf ihr Hallentraining bis mindestens August warten, die Amberger Volleyballer wohl noch länger. Foto: DIETMAR ZWICK

Schwandorf.„Ab 8. Juni 2020 ist Indoor-Sport mit bis zu 20 Personen wieder möglich.“ Wer dachte, dass mit dieser Ankündigung des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder endlich wieder die Handballer, Basketballer und Volleyballer in der Halle trainieren können, machte die Rechnung ohne den Wirt, sprich die Kommunen als Betreiber der Hallen.

Die meisten von ihnen sperren nämlich die Hallen weiterhin für ihre Sportler zu. Mit fatalen Auswirkungen für die Mannschaften in Sachen Saisonvorbereitung, wenn dies noch Wochen so bleibt. Das zeigt sich am Beispiel von drei Volleyballvereinen aus der Region, deren Mannschaften in überregionalen Ligen spielen.

So bleiben für die Schwandorfer Sportvereine die Hallen weiter zugesperrt. Thomas Fink, der Vorsitzende des Stadtverbands für Sport in Schwandorf verschickte am 5. Juni an die Vereine des Landkreises die Nachricht, dass zumindest bis zum Beginn der Sommerferien die städtischen Schulturnhallen und die Oberpfalzhalle für den Sport- und Trainingsbetrieb der Vereine gesperrt ist.

Diese Sperrung habe aber nur indirekt etwas mit Corona zu tun, erklärte Maria Schuierer, die Pressesprecherin der Stadt Schwandorf. Die Schulen würden ihre Sporthallen für die Einhaltung ihrer Corona-Beschränkungen benötigen. Und die Oberpfalzhalle werde für Stadtratssitzungen, Prüfungen der IHK, et cetera gebraucht.

Damit müssen zum Beispiel die beiden Landesliga-Mannschaften des VC Schwandorf, die erste Herren- und die erste Damenmannschaft, mit der Vorbereitung auf ihre Landesliga-Saison vermutlich noch mindestens bis August warten.

Schließung bis Ende August

Nicht anders geht es den Amberger Sportvereinen, denen am 15. Juni folgende Mitteilung des Schul- und Sportamts ins Haus flatterte: „Die Stadt Amberg hat sich entschlossen, sämtliche Schulsporthallen und Schulsportanlagen bis Ende August 2020 (auch aufgrund der Problematik hinsichtlich Aufwand und Kosten für Reinigung, Desinfektion und Lüftung) weiterhin auch für den Vereinssport geschlossen zu halten.“ Und weiter: „Die Stadt Amberg wird sich in den Sommerferien Gedanken machen, wie der Sportbetrieb ab September 2020 in den Schulsporthallen wieder aufgenommen werden kann.“ Diese ernüchternde Nachricht könnte beispielsweise für die Regionalliga-Volleyballer des VC Amberg zur Folge haben, dass ihre Saisonvorbereitung ins Wasser fällt.

„Wenn sich die Mannschaft nicht ordentlich vorbereiten und sich nicht mit ihrem neuen Zuspieler einspielen kann, braucht sie gleich gar nicht in der Regionalliga antreten“, sieht Teammanager Gerd Spies die Zukunft für das VC-Team unter diesen Bedingungen düster. Er fordert daher dringend, hier eine Lösung zu finden.

Auch dem SV Hahnbach droht dieses Dilemma. „Die Befürchtung, dass wir ohne Vorbereitung in die Saison starten müssen, wird immer größer“, sagt SV-Trainerin Lisa Lederer. Weil die Schule laut Aussagen ihres Rektors die Sporthalle braucht, um während des allgemeinen Schulbetriebs die Abstandsregeln und Hygienevorschriften für ihre Schüler einhalten zu können, bleibt die Josef-Graf-Halle auch für die Regionalliga-Volleyballer zumindest bis Ende des Schuljahres gesperrt.

Ungleiche Bedingungen

Damit drohe laut Lederer unter anderem die Gefahr ungleicher Wettbewerbsbedingungen, wenn die Sperrung auch noch über die Sommerferien andauern sollte, während anderen Vereinen ihre Sporthalle aber schon früher zur Verfügung stehe.

Für Lisa Lederer gehe es aber auch um die vielen Kinder und Jugendlichen, für die der Verein endlich wieder ein Sportangebot bereitstellen will. „Wissen die Kommunen eigentlich, welche Fesseln hier den Vereinen bei ihrer Jugendarbeit angelegt werden?“, sagt Lederer, die auch im Volleyballbezirk als Jugendwartin für die Jugend zuständig ist. Die Vereine brauchen dringend die Unterstützung der Kommunen, um für ihre Jugendlichen wieder ein geregeltes Sportangebot auf die Beine stellen zu können. (age)

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