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Krise

Handballer brauchen Geduld

Noch ist nicht klar, ob die Saison im Handballbezirk weitergeführt wird. Ein Komplettabbruch der Saison ist möglich.
Von Robert Torunsky

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Damen der HSG Nabburg/Schwarzenfeld (in schwarzen Trikots) durch einen vorzeitigen Saisonabbruch Meister werden. Foto: DIETMAR ZWICK
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Damen der HSG Nabburg/Schwarzenfeld (in schwarzen Trikots) durch einen vorzeitigen Saisonabbruch Meister werden. Foto: DIETMAR ZWICK

Schwandorf.Mit Wirkung vom vergangenen Donnerstag hat der Bayerische Handball-Verband (BHV) seinen Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt. Für die Jugendteams endet die Saison 2019/2020 damit frühzeitig, bei den Aktivenmannschaften fliegt zunächst bis zum 19. April kein Ball in den Hallen. Während der Nachbarverband aus Hessen auch bei den Frauen und Männern bereits das vorzeitige Saisonende mit einem einstimmigen Votum des Präsidiums beschlossen hat – die Auf- und Abstiegsregelungen zur Spielrunde 2020/2021 wurden mit dem Tabellenstand der jeweiligen Spielklasse vom 13. März gewertet – ist beim BHV diesbezüglich noch keine Entscheidung gefällt worden.

In einem Rundschreiben vom Samstag teilte BHV-Präsident Georg Clarke, gleichzeitig auch Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), mit: „Wir arbeiten intensiv im DHB mit allen Landesverbänden an einer einheitlichen Lösung in Deutschland, gegebenenfalls mit deutlichen vorübergehenden Änderungen der Spielordnung.“ In der kommenden Woche sollen laut Clarke in Absprache mit den Bezirken Informationen zur weiteren Vorgehensweise und möglichen Szenarien mitgeteilt werden.

Die Lage im Landkreis Schwandorf

Im Landkreis Schwandorf stellt sich die Situation aktuell bei den Frauen folgendermaßen dar: In der Bezirksoberliga ist die HSG Nabburg/Schwarzenfeld (18 Spiele, 31:5 Punkte) Spitzenreiter des Zwölferfeldes. Das Team der Trainer Karl Söllner/Bernd Eckl könnte bei regulärem Saisonende in den verbliebenen vier Partien allerdings noch von Verfolger SG Naabtal (18, 29:7) und – im ungünstigsten Fall – auch noch vom TV Altdorf (17, 25:9) und der SG Regensburg (18, 25:11) abgefangen werden. Die Naabtalerinnen um Spieltrainerin Kerstin Weh haben den direkten Vergleich gegen die HSG verloren. Der HV Oberviechtach (19, 18:20) steht als Siebter im gesicherten Mittelfeld der Tabelle und hat weder mit Auf- noch Abstieg zu tun.

In der Bezirksliga Ost belegt der FC Neunburg vorm Wald (12 Spiele, 17:7 Punkte) aktuell Rang zwei des Achterfeldes. Der Relegationsplatz ist bereits abgesichert, da der Tabellendritte ASV Cham (12, 12:12 Punkte) die Pfalzgrafenstädterinnen in den verbliebenen zwei Saisonspielen nicht mehr einholen kann. Bei idealem Saisonverlauf könnte die Mannschaft von Trainer Georg Wittmann aber noch Tabellenführer HG Hemau/Beratzhausen (11, 18:4) einholen und sich den Direktaufstieg in die BOL sichern. Im Achterfeld der Bezirksklasse Ost können weder der Tabellenfünfte HSG Nabburg/Schwarzenfeld II (12 Spiele, 11:13 Punkte) noch der Sechste TV Wackersdorf (11, 5:17) auf- oder absteigen.

Bei den Männern stellt der Landkreis Schwandorf aktuell kein Team in der Bezirksoberliga. Sie SG Naabtal hatte vor Beginn der Saison 2019/2020 ihr Team zurückgezogen und stand somit als erster Absteiger des Zwölferfeldes fest. In der Bezirksliga West hat der TV Wackersdorf (16 Spiele, 12:20 Punkte) den Klassenerhalt vorzeitig geschafft. Bei zwei ausstehenden Partien kann der Vorletzte des Zehnerfeldes, der SV Buckenhofen II (16, 8:24), den Sechsten aus Wackersdorf nicht mehr einholen, da das Teamden direkten Vergleich gegen die Oberfranken gewonnen hat.

In der Bezirksliga Ost führt die HSG Nabburg-Schwarzenfeld (14 Spiele, 26:2 Punkte) das Zehnerfeld an. Das Team der Trainer Florian Sturm/Martin Strejc könnte bei regulärem Saisonverlauf in den ausstehenden zwei Partien noch von Verfolger TB 03 Roding (14, 25:3) abgefangen werden, Relegationsplatz zwei hat die HSG aber in jedem Fall sicher: Der Rückstand des BOL-Absteigers HC Weiden (14, 17:11) auf das Führungsduo ist zu groß. Der Vierte HV Oberviechtach (15, 16:14) und der Sechste FC Neunburg vorm Wald (14, 11:17) haben nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. In der Bezirksklasse Ost belegen der FC Neunburg vorm Wald II (14 Spiele, 9:19 Punkte), der TV Wackersdorf II (11, 8:14) und der HV Oberviechtach II (13, 7:19) die Plätze fünf, sechs und sieben des Achterfeldes. Ein Aufstieg wäre auch bei besseren Platzierungen im Endklassement sportlich nicht möglich, da die jeweiligen ersten Mannschaften in der Bezirksliga spielen.

Die Lage im Landkreis Amberg-Sulzbach

Im Landkreis Amberg-Sulzbach stellt sich die Situation aktuell bei den Frauen folgendermaßen dar: In der Landesliga Nord belegt der HC Sulzbach nach 20 von 26 Partien mit 17:23 Punkten Rang zehn im 14er-Feld. Mit Blick auf die Stichtagstabelle nach hessischem Modell wäre dies unter Berücksichtigung des gleitenden Abstiegs aus der 3. Liga der erste Nichtabstiegsplatz. In der Bezirksoberliga müsste das Schlusslicht des Zwölferfeldes, HG Amberg (6:32 Punkte), den Gang in die Bezirksliga antreten. Nach 19 absolvierten Partien und fünf Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsrang bei drei verbliebenen Spielen wären auch bei einem regulären Saisonende die Chancen auf den Klassenerhalt nur noch theoretischer Natur.

In der Bezirksliga Ost belegt der HC Sulzbach II mit 10:14 Punkten nach 12 Spielen als Sechster im Achterfeld aktuell einen Nichtabstiegsplatz. Der Siebte TS Regensburg (13 Spiele, 10:16) und Schlusslicht TV Lauf (13, 8:18) liegen aber noch in Reichweite. Gegen beide Teams haben die Sulzbacherinnen den direkten Vergleich verloren. In der Bezirksklasse Ost belegt die HG Amberg II mit 3:23 Punkten den siebten Platz von acht Mannschaften. Ein Aufstieg ist sportlich nicht möglich, ein Abstieg technisch nicht, da die Bezirksklasse in Ostbayern die niedrigste Spielklasse darstellt.

Bei den Männern liegt die SG Auerbach/Pegnitz mit 25:7 Punkten und 16 absolvierten Partien auf Rang drei des Elferfeldes. Bei einem regulären Verlauf hätte die Spielgemeinschaft noch Chancen, Tabellenführer ESV 1927 Regensburg (17 Spiele, 27:7 Punkte) sowie den Zweiten und Spitzenreiter nach Minuspunkten SG Regensburg II (16, 26:6) abzufangen. Auerbach/Pegnitz hat gegen den ESV den direkten Vergleich verloren und gegen den Sportclub gewonnen. Der Tabellenfünfte HC Sulzbach (17 Spiele, 18:16 Punkte) kann – unabhängig vom Verlauf der verbliebenen drei Saisonspiele, darunter auch das Derby gegen die HG Amberg in eigener Halle – weder auf- noch absteigen. Der Tabellenneunte HG Amberg (16 Spiele, 10:22 Punkte) würde – mangels Absteiger aus der Landesliga Nord in die höchste Spielklasse des Bezirks Ostbayern – aktuell den Klassenerhalt bejubeln können. Bei regulärem Saisonverlauf könnten die Vilsstädter, die in ihren vier ausstehenden Begegnungen noch beide Landkreis-Derbys auswärts vor der Brust hätten, aber noch vom Neunten SV Buckenhofen (17, 9:25) und dem SV Obertraubling (16, 5:27) abgefangen werden.

In der Bezirksliga West könnte der Tabellendritte SG Auerbach/Pegnitz II (16 Spiele, 24:8 Punkte) bei idealem Verlauf der verbliebenen Saisonspiele noch den Relegationsplatz, Rang zwei des Zehnerfeldes, erklimmen. Platzhirsch HG Eckental (15, 26:4) hat allerdings vier Punkte Vorsprung und den direkten Vergleich gegen die SG gewonnen. In der Bezirksklasse Ost hat sich der HC Sulzbach II mit 26:0 Punkten nach 13 Spielen bereits vorzeitig den Meistertitel gesichert, da Verfolger HC Tirschenreuth (12, 20:4) die Herzogstädter nicht mehr einholen kann. Die SG Auerbach/Pegnitz III (13, 6:20) ist Schlusslicht des Achterfeldes, könnte sich bei regulärem Saisonende aber zumindest noch tabellarisch verbessern. In der Bezirksklasse Süd hat die HG Amberg II bereits alle Saisonspiele absolviert und belegt mit 9:15 Punkten Rang fünf des Siebenerfeldes.

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