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Ausdauersport

Helena Pretzl erobert sich Platz drei

Bei den European Multisports Championships auf Ibiza belegt der Burglengenfelder Thomas Kerner den 19. Rang im Profifeld.

Trotz Rückenschmerzen hielt Helena Pretzl durch und wurde in ihrer Altersklasse Dritte. Foto: Franz Pretzl
Trotz Rückenschmerzen hielt Helena Pretzl durch und wurde in ihrer Altersklasse Dritte. Foto: Franz Pretzl

Burglengenfeld.Bei den European Multisports Championships auf Ibiza freute sich der bei den Profis startende Thomas Kerner im Crosstriathlon-Rennen über Rang 19. Helena Pretzl dachte schon an Aufgabe, doch mit eisernem Willen finishte die Prembergerin auf dem Bronze-Platz in ihrer Altersklasse und dem siebten Gesamtrang aller Amateurinnen. Beiden Burglengenfelder TV-Athleten gelang es, nach der langen Saison nochmals alle Reserven zu mobilisieren.

Nachdem Michael Schaller vom TV Burglengenfeld sich schon im Crossduathlon der europäischen Konkurrenz gestellt hatte, standen seine beiden Vereinskameraden Helena Pretzl und Thomas Kerner im Crosstriathlon an der Startlinie. Die Witterungsbedingungen bei 25 Grad, blauem Himmel, 23 Grad Wassertemperatur und einer landschaftlich reizvollen Strecke entlang der Klippen der Cala Bassa waren gigantisch.

Kurs ist sehr fordernd

Jedoch forderte der fast zu 100 Prozent von losen Steinen und Felsen gesäumte Untergrund beim Biken und Laufen den Athleten alles ab. So waren die 1000 Meter Schwimmen, 21 Kilometer Biken und der sechs Kilometer lange Trailrun alles andere als eine leichte Aufgabe für die beiden TV-Athleten. Auch zeigten beide schon etwas Verschleißerscheinungen in Sachen Kraft und Ausdauer, was sich auch in den Einzelzeiten widerspiegelte. Die lange Saison, sie stehen ja schon seit März mit dem Crossduathlon Jag de Wuidsau im Wettkampfgeschehen, forderte ihren Tribut.

Mit seinem Fully hatte Thomas Kerner mehr Grip als so manch anderer Teilnehmer. Foto: Franz Pretzl
Mit seinem Fully hatte Thomas Kerner mehr Grip als so manch anderer Teilnehmer. Foto: Franz Pretzl

Zwei Stunden vor seiner Vereinskameradin hechtete bereits Thomas Kerner in der Eliteklasse vom Strand aus ins klare Wasser. Nach dem Auftaktgetümmel fand er jedoch seinen Rhythmus im starken 35-köpfigen Starterfeld. Mit entschlossenem Gesichtsausdruck sprintete er nach dem Wasserausstieg in die Wechselzone und schwang sich auf sein Mountainbike und machte sich auf die Verfolgung der Konkurrenz. Auf dem rauen und steinübersäten Untergrund war er mit seinem Fully im Vorteil, das durch die Hinterbaufederung mehr Bodenhaftung und Gripp bot. So rauschte er mit Volldampf durch die Trails und schnappte sich einige vor ihm aus dem Wasser gestiegenen Konkurrenten. Mit der siebzehntbesten Bikezeit stürmte er so auf den Trail.

Hier fühlte er sich auf den oft nur 50 Zentimeter breiten Trails durchs Dickicht und über die Klippen so richtig wohl, wofür auch die elftbeste Laufzeit auf den drei Runden spricht. Allerdings musste er noch eine Zeitstrafe von 15 Sekunden in der Penaltybox absitzen, da sein Helm beim Wechsel nicht in der dafür aufgestellten Box landete. Mit einem Zielsprint gegen einen Italiener beendete er so seine zweite Crosstriathlonsaison als Profi. Besonders freute er sich, erstmals ganz ohne Verletzung gefinisht zu haben – auch wenn der 19. Rang auf den ersten Blick etwas verbesserungswürdig erscheint.

Ergebnisse der Burglengenfelder

  • Helena Pretzl:

    7. im Gesamtklassement, 3. Altersklasse, Schwimmen 18.23 min, 1. Wechsel 1.14 min, Bike 58.04 min, 2. Wechsel 54 sec, Run 29.46 min, Gesamt 1.48.21 Std.

  • Thomas Kerner:

    19. im Gesamtklassement, Schwimmen 15.58 min, 1. Wechsel 50 sec, Bike 47.08 min, 2. Wechsel 32 sec, Run 21.45 min, Gesamt 1.26.13 Std.

Pünktlich um 16.16 Uhr stand auch Helena Pretzl an der Startlinie, was am Tag zuvor noch als utopisch erschien. Eine Blockade der Rückenmuskulatur verursachte ihr bei jeder Bewegung Schmerzen. Nach einer mehr oder weniger „schlafreichen“ Nacht sowie heißen Bädern und Wärmesalben ging es so halbwegs. So begann sie aus der zweiten Reihe vorsichtig den Schwimmauftakt und das Wettkampfadrenalin zeigte zudem seine Wirkung.

Jagd auf die Konkurrenz

Nachdem sie im vorderen Drittel die Cala Bassa durchpflügt hatte, machte sie dann mit ihrem Hardtail-Mountainbike Jagd auf die Konkurrenz. Für ihren lädierten Rücken jedoch ein Graus, da das Bike aufgrund der mangelnden Federung jedes Loch und jeden Stein auf ihre Wirbelsäule ungefedert weiter gab. Man sah ihr dies am Gesichtsausdruck an, jedoch biss sie die Zähne zusammen und versuchte, Druck auf die Pedale zu machen.

Ein Sturz in der zweiten der vier Bikerunden prellte zudem ihren Oberschenkel gewaltig und so wollte sie schon nach dem Wechsel in die Laufschuhe aufgeben. Erst die Info von den anfeuernden TV-Athleten und Trainer Franz Pretzl, dass sie trotzdem noch auf Rang drei in der Altersklasse liegt, brachte wieder Motivation in ihren lädierten Körper.

Trotz Schmerzen, aber mit eisernen Willen kämpfte sie sich dann durch die Trails. Einen Blick für Schönheit der Natur hatte sie dagegen nicht mehr. Mit letztem Einsatz beendete sie dann ihr bisher härtestes Rennen in ihrer Triathlonkarriere. Über die gewonnene Bronzemedaille in ihrer Altersklasse und den immer noch siebten Rang im Gesamtfeld aller Amateurinnen freute sie sich nach der harten Tortur besonders. Da war es leicht zu verschmerzen, dass die jetzt vor ihr liegende Konkurrenz bei der WM in Dänemark noch hinter ihr lag. (bpf)

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