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Helena Pretzl triumphiert beim Triathlon

Die Burglengenfelderin holt sich bei den Wintertriathlon World Championships den Titel. Thomas Kerner wird Vizeweltmeister.

Freudstrahlend skatete die fischgebackene Amateurweltmeisterin Helena Pretzl ins Ziel. Foto: Pretzl
Freudstrahlend skatete die fischgebackene Amateurweltmeisterin Helena Pretzl ins Ziel. Foto: Pretzl

Burglengenfeld.Kaum zu glauben sind die neuen Erfolge der beiden bereits hochdekorierten Triathleten des TV Burglengenfeld bei den Wintertriathlon World Championships in Italien. In Asagio kämpfte sich Helena Pretzl von Disziplin zu Disziplin zur neuen Amateurweltmeisterin und staunte im Ziel verwundert, als sie als schnellste Dame des gesamten Feldes vom Sprecher empfangen wurde. Den Erfolg perfekt machte Thomas Kerner, der sich den Vizeweltmeistertitel in der M 25 holte. Extrem hart war der Kurs, mussten doch alle drei Disziplinen – Laufen, Biken und Skaten – auf Schnee bewältigt werden. Darüber hinaus war die Strecke sehr hügelig.

Bei der Auftaktdisziplin, dem Schneerun, konnte die neue Wintertriathlonweltmeisterin Helena Pretzl noch lachen, danach hieß es Zähne zusammenbeißen. Foto: Pretzl
Bei der Auftaktdisziplin, dem Schneerun, konnte die neue Wintertriathlonweltmeisterin Helena Pretzl noch lachen, danach hieß es Zähne zusammenbeißen. Foto: Pretzl

Die sechsstündige Anfahrt nach Asiago in Italien hatte sich für die beiden Triathleten Thomas Kerner und Helena Pretzl vom TV Burglengenfeld mehr als gelohnt. Zwar hatten beide gut, aber nicht speziell für den Wintertriathlon trainiert, doch der Erfolg kam mehr als überraschend. Auch der mitgereiste Trainer Franz Pretzl, in Personalunion als Skiservicemann und Betreuer als erfahrener Wintertriathlet, musste zweimal hinschauen, als seine Tochter als schnellste Triathletin des Tages ins Ziel skatete. Umso größer war die Begeisterung, als auch noch Thomas Kerner bei der Siegerehrung als Vizeweltmeister in der M 25 aufs Podium durfte.

Starke Konkurrenz für Helena Pretzl

War am Tag zuvor noch Sonnenschein, starteten beide mit den anderen 300 Mitstreitern im Abstand von fünf Minuten etwas betrübt bei leicht graupelnden Nebelwetter um die null Grad Celsius. Zwei Runden Laufen á 1,8 Kilometer, zwei Runden Biken á 3,5 Kilometer und zwei Runden Skaten á 3,5 Kilometer erscheinen auf dem Papier nicht so schwierig, doch auf Schnee sah das ganz anders aus.

Ergebnisse der Burglengenfelder Athleten

  • Thomas Kerner:

    Der Burglengenfelder Triathlet belegte am vergangenen Wochenende bei den Wintertriathlon World Championships im italienischen Asagio in der Gesamtwertung den 15. Rang. In der Altersklasse M 25 erreichte der Burglengenfelder Ausdauersportler mit seiner Zeit den zweiten Platz und konnte sich somit über den Vizeweltmeistertitel freuen. Seine Gesamtzeit betrug 53.37 Minuten. Für die Laufstrecke benötigte Thomas Kerner 14.55 Minuten, für die Radstrecke 15.06 Minuten, und für die Skate-Strecke 21.29 Minuten.

  • Helena Pretzl:

    Die Teamkollegin von Thomas Kerner wurde in der Gesamtwertung sowie in der W 30 Erste. Sie benötigte für den Wettkampf 64.13 Minuten. Ihre Lauf-Zeit war 18.54 Minuten, ihre Bike-Zeit 18.16 Minuten und ihre Skate-Zeit 25.13 Minuten.

Fünf Minuten nach seinem Vereinskameraden kämpfte die frischgebackene Sportlerin des Jahres, Helena Pretzl, auf der „Schneelaufpiste“ gegen die starke internationale Konkurrenz. Auf der bereits von den Männern arg ramponierten Piste forderte der Lauf noch mehr Körner, aber die Prembergerin hielt sich in dem rund 70-köpfigen Feld überraschend wacker.

Auch auf der zweiten Schleife behauptete sie sich in der Spitzengruppe und saß nach einem Blitzwechsel bereits als Sechste auf dem Mountainbike. Hier fühlte sie sich wohl, trotz der bereits tiefen Spuren, die die 220 Männer hinterließen. Mit kühnem Ritt balancierte sie ihr Bike vorbei an überrundeten Männern und drückte dabei mächtig auf die Kurbel.

Interview

Sie wollen ganz hinauf aufs Treppchen

Mit Helena Pretzl und Thomas Kerner kommen seit dieser Saison zwei Weltmeister aus den Reihen des TV Burglengenfeld.

Nach dem forschen Balanceakt auf dem Bike schnappte sie sich in der Wechselzone mit der zweitbesten Bikezeit und bereits auf Rang drei vorgeprescht ihre Skatingskier. Mit der absolut schnellsten Wechselzeit überholte sie dabei gleich eine Konkurrentin und skatete so als Zweite zum Schlussakkord. Nach anfänglichem kleinen Wackeleinheiten bekam sie aber die Sache in den Griff und meisterte mit letzten Kräften den sehr knackigen Langlaufkurs. Ihr Draufgängertum half ihr nicht nur beim Biken, sondern auch bei den steilen Skiabfahrten, wo sie sich bei gut 50 Stundenkilometern ein wenig ausruhen konnte.

Ihr Siegeszieleinlauf war alles andere als geplant, weder bei der ITU-Crew, noch bei ihrem Coach und Vater, noch sie selbst wusste, dass sie die Weltmeisterschaften als gesamterste Frau gewinnen würde. So spannte die ITU-Crew gerade noch rechtzeitig das Zielbanner, und auch ihr Coach musste zweimal hinschauen, als sie zuerst etwas ratlos dreiblickend, dann aber freudestrahlend als Gesamt-Amateuerweltmeisterin ins Ziel fuhr.

Neuland für den Haudegen

Auf den Skatingskier gab Thomas Kerner sein letztes Hemd und wurde mit der Vizeweltmeisterschaft belohnt. Foto: Pretzl
Auf den Skatingskier gab Thomas Kerner sein letztes Hemd und wurde mit der Vizeweltmeisterschaft belohnt. Foto: Pretzl

Im Startgetümmel der 220 Männer preschte Thomas Kerner gleich mit an die Spitze, um noch einen guten Tritt auf der ersten Schneerunde zu haben. Mit kraftvollen Schritten hielt er sich ausgezeichnet gegen die Wintertriathlonspezialisten, ließ bergab seinen Beinen freien Lauf und wechselte so auf Position neun aufs Mountainbike.
Trotz gehörigem Druck auf die Pedale kam er auf der gewalzten Schneepiste gut zurecht. Mit viel Gefühl, vor allem bergab, wo er Vollgas gab, sammelte er so der Reihe nach fünf Konkurrenten ein. Hochmotiviert düste er so mit knapp 50 Stundenkilometern den Schlussberg hinab in die Wechselzone und stand kurz darauf schon auf den Skatingskier.

„Top-Leistung, mit noch 1000 Skate-Kilometern ist er auch hier eine große Nummer.“

Franz Pretzl, Trainer

Von hier an begann das Neuland für den Haudegen in Sachen Ausdauersport. Doch wer ihn kennt, weiß, dass Thomas Kerner immer alles gibt. Selbst ein Sturz gleich zu Beginn, sowie einige Überholvorgänge von der Konkurrenz brachten ihn nicht aus seinem Konzept. Völlig ausgepumpt mit wackeligen Beinen skatete er so mit letzter Kraft auf dem Gesamtrang 15 ins Ziel.

Schon wieder bei Kräften und mit breitem Grinsen erklomm er dann bei der Siegerehrung hocherfreut das Podium, als er zum nicht mehr erwartenden Vizeweltmeister gekürt wurde. Das Fazit des Trainers Franz Pretzl: „Top die Leistung und sein Kampfgeist, mit noch 1000 Skatekilometern ist er auch hier eine große Nummer“. (bpf)

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