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Jetzt den eigenen Weltrekord steigern

Dr. Marcus Koch vom Modellsportclub Naabtal Pfreimd wird mit seinem Helfer Stefan Baier und der Unterstützung des „Typhoon-Teams“ Deutscher Meister.

Dr. Marcus Koch und Helfer Stefan Baier (links) vom Pfreimder Modellsportclub Naabtal feierten einen große Erfolg bei der Deutschen Meisterschaft.

PFREIMD.Dr. Marcus Koch und sein Helfer Stefan Baier vom Modellsportclub Naabtal Pfreimd überzeugten bei der Deutschen Meisterschaft in der Klasse F3Speed-F mit extrem hohen Geschwindigkeiten und sicherten sich mit 488,59 km/h in der Elektroklasse den Sieg in einem sehr starken Starterfeld von 21 Startern. Auch die offizielle Urkunde für den im Vorjahr erflogenen Weltrekord wurde im Zuge der nationalen Titelkämpfe überreicht.

Sehr leicht und extrem stabil

Die Vorbereitungen für diesen Erfolg begannen bereits vor drei bis vier Jahren, als Dr. Marcus Koch sich daran machte, eine speziell auf die Klasse F3Speed-F zugeschnittene Modellreihe – bestehend aus drei verschiedenen Modellen – zu konstruieren (Spannweite zwischen 173 und 210 Zentimetern, Abfluggewicht zwischen 3020 und 3870 Gramm, Leistung zwischen fünf und zwölf Kilowatt). Grundlage hierfür waren seine langjährigen Erfahrungen in der Modellkonstruktion und im Bau von Modellen unter Verwendung von Hightech-Materialien und Bautechniken aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Die Modelle werden in Negativbauweise nur aus hochwertigsten Materialien wie hochmoduläre Kohlefaser oder Kevlar und mit Flüssigkunststoff unter Vakuum und Wärmezufuhr hergestellt. Durch diese Materialien werden die Modelle sehr leicht und trotzdem extrem stabil, um Beschleunigungen von mehr als der 50-fachen Erdbeschleunigung und Geschwindigkeiten von über 500 Stundenkilometern zu überstehen. Zum Bau sind pro Modell 50 bis 60 Stunden reine Arbeitszeit von Dr. Marcus Koch und Stefan Baier aufzuwenden.

„Typhoon-Teams“ sehr erfolgreich

Doch die Modelle sind nur ein Bestandteil eines erfolgreichen Gesamtkonzepts. Dazu wurde auf Teamwork gesetzt, was erheblich zu den Erfolgen des „Typhoon-Teams“ beigetragen hat. Die Erstellung des Antriebskonzepts setzte Dr. Ralph Okon um, der in Zusammenarbeit mit anderen Motorenspezialisten und einer großen Motorenfirma spezielle Blechschnitte, Bauteile und Wicklungen für Spezial-Elektromotoren entwickelt. Er hat sich in den letzten Jahren weltweit einen Namen als Spezialist für extrem hochwertige und leistungsfähige Modellmotoren gemacht. Auch speziell entwickelte Klapp-Propellersysteme wurden von ihm berechnet und von Marcus Koch in Carbon hergestellt.

Wichtige Rolle von Stefan Baier

Ein weiteres wichtiges Teammitglied ist Stefan Baier, der in Zusammenarbeit mit Dr. Marcus Koch die Formensätze für die Modelle hergestellt hat und die Modelle mit erstellt. Als gelernter Fräser und Dreher übernimmt er im Team die Konstruktion und Herstellung komplizierter Dreh- und Frästeile aus Aluminium, Stahl und Carbon, die zur Fertigstellung der Modelle, Motoren und Propeller äußerst wichtig sind. Zudem erstellt er Werkzeuge, die für die Herstellung und genauen Reproduktion der verschiedenen Modelle benötigt werden. Er belegte heuer Platz acht mit 441,XX.

Zu den schnellsten Fliegern im Team zählt der Spitzenpilot und mehrfache Deutsche Meister in der Klasse F3Speed-F, Kai Koppenburg, der wieder mit extrem schnellen Durchflügen weit über dem bestehenden Weltrekord mit einer Geschwindigkeit von 485,XX km/h den Deutschen Vize-Meistertitel errang. Koppenburg ist der Testpilot für die neuen Modell- und Antriebskonzepte und liefert durch im Modell befindliche Messsensoren und Telemetrie wichtige Daten für die Weiterentwicklung und Verbesserung. Dadurch können Motor, Propeller und Akku perfekt aufeinander angepasst und unterschiedliche Antriebskonzepte für verschiedene Flugstile optimiert werden.

Neue Weltrekordversuch stehen an

Auch für den Nachwuchs ist gesorgt. So holte sich Oliver Zanker mit einem Typhoon XS-Modell bei der Deutschen Meisterschaft den vierten Platz mit 458,XX km/h. Im kommenden Jahr werden Meinhard Schöll, Thomas Schmidt und Christian Hidde auch Typhoon-Modelle auf Wettbewerben einsetzen.

Durch dieses perfekte Teamwork wurden diese Erfolge möglich und konnten Geschwindigkeiten erflogen werden, die noch bis vor zwei oder drei Jahren schier unmöglich erschienen. So übertraf Dr. Marcus Koch mit 488,59 km/h im Schnitt den seit 2013 offiziell bestehenden Weltrekord von 477,xx km/h um über zehn Stundenkilometer und auch der 2. Deutsche Meister, Kai Koppenburg, war schneller. Dies sind optimale Voraussetzungen für die offiziellen Weltrekordversuche dieser Tage auf dem Verkehrslandeplatz in Ballenstedt, bei denen versucht wird, den eigenen Weltrekord zu verbessern und auch in einer anderen Klasse eine neue Rekordmarke aufzustellen.

Interessenten sind willkommen

Wer einmal solche ferngesteuerten Hochgeschwindigkeitsmodelle in Aktion sehen will, kann beim Heimatverein von Dr. Marcus Koch, dem MSC-Naabtal, in Pfreimd (www.MSC-Naabtal.de) vorbeischauen. Dort findet bei schönem Wetter das ganze Wochenende Flugbetrieb statt.

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