MyMz

Crosstriathlon

Sascha Kellner erfüllte sich einen Traum

Der Dietldorfer startete bei den Xterra World Championships auf Hawaii. Trotz schwieriger Bedingungen finishte er.

Sascha Kellner (rechts) freute sich über seine Leistung auf Hawaii. Foto: bpf
Sascha Kellner (rechts) freute sich über seine Leistung auf Hawaii. Foto: bpf

Burglengenfeld.Der Ironman auf Hawaii ist das Mekka der Straßentriathleten und für die Crosstriathleten sind die Xterra World Championships auf Mauii der Gegenpart dazu. Der Triathlet vom TV Burglengenfeld Sascha Kellner finishte bei der 23. Auflage trotz extremer Bedingungen. Nach harten 4.33.34 Stunden lief er zwar völlig abgekämpft, aber dennoch freudestrahlend mit einem Lächeln durchs Ziel.

Für Sascha Kellner war es schon ein Riesenerfolg, sich überhaupt für dieses besondere Event auf Mauii qualifiziert zu haben. So war nach der 24 Stunden-

Anreise sein vorderstes Ziel vor allem zu finishen, was dieses Jahr nicht ganz leicht war und zu extrem vielen Ausfällen führte. Die Organisatoren sprachen von den härtesten Bedingungen in den 23 Jahren der Xterra-Geschichte. Die 1,5 Kilometer Meeresschwimmen, 32 Kilometer Mountainbike mit 500 Höhenmetern und die 10,5 Kilometer Trailrun mit rund 250 Höhenmetern auf West Mauii hatten es diesmal wahrlich in sich. Denn nicht nur die übliche Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machte den Sportlern zu schaffen, sondern vor allem der durch den tagelangen Regen aufgeweichte Boden wurde zu einem rutschigen und klebrigen Matsch. Auch das Schwimmen bei zum Teil über zwei Meter hohen Wellen forderte die Athleten vor allem beim Start und Landgang.

Der zweite Anlauf klappte

Pünktlich um 9.05 Uhr stand Sascha Kellner mit den anderen rund 700 Athleten an der Startlinie am Strand und eine besondere, fast schon magische Stimmung machte sich kurz davor breit, als der hawaiianische Priester die Teilnehmer segnete. Nach dem Startschuss sprintete er in die sich vor ihm aufbauenden hohen Wellen und wurde postwendend wieder fünf Meter nach hinten gespült. Der zweite Anlauf klappte, er tauchte unten durch und kraulte kräftig, bis er die brechenden Wellen hinter sich hatte. Dann fand Kellner trotz des hohen Wellengangs seinen Rhythmus und verließ nach knapp unter 30 Minuten die raue See. Danach hieß es Helm auf, Socken und Schuhe an, Trinkrucksack umschnallen und mit dem Rad aus der Wechselzone.

Der Wettbewerb auf Hawaii

  • Geschichte:

    Die Xterra World Championships wurden in ihrem ersten Jahr 1996 noch unter dem Namen „Aqua Terra“ ausgetragen. Im Jahr 2000 wurde die Serie mit Rennen
    außerhalb der USA ausgeweitet. 2003 waren es bereits 50 Rennen.

  • Distanzen:

    Die weltweiten Xterra-Wettbewerbe werden über die Distanzen 1,5 Kilometer Schwimmen, 30 bis 40 Kilometer Mountainbike und acht bis zwölf Kilometer Crosslauf ausgetragen. Der Gewinner der Xterra-WM erhält 20 000 US-Dollar.

Aufgrund des nicht fahrbaren ersten Trails musste Kellner die ersten 300 Höhemeter auf dem Asphalt bezwingen, ehe nach drei Kilometer dann das "Matschfestival“ los ging. Der Schlamm klebte so an den Reifen und am Rahmen, dass die Räder blockierten, was sogar das Schieben unmöglich machte. So musste Kellner immer wieder pfundweise das auf 20 Kilogramm angereicherte Bike vom klebrigen Matsch und Lehm befreien.

Auch das Schaltwerk versagte

Selbst das Schieben wurde zum Kraftakt, da auch die Schuhe keinen Halt auf dem glitschigen Untergrund fanden. Selbst in den schlammigen Abfahrten war höchste Konzentration gefordert. Seine Taktik kontrolliert anzugehen und auf die Flüssigkeitszufuhr zu achten, war damit zu Nichte gemacht. Kellner war unter diesen Bedingungen froh, überhaupt seine Strecke meistern zu können. Der Dreck war schließlich so heftig, dass etwa fünf Kilometer vor dem Ziel sogar das Schaltwerk versagte und Kellner es notdürftig säubern musste. Insgesamt musste der Dietldorfer fünf kleinere Stürze überstehen und 20 mal das Bike reinigen, um die 32 Kilometer zu bewältigen.

So freute sich Kellner auf das Laufen, aber der rutschige Trail forderte auch hier seinen Tribut. Dieser zwang Kellner dazu, sich meistens an der Seite bergauf hochzuangeln und dass Laufen glich oft mehr einem Eiertanz. Das kostete Kellner enorme Substanz und so war es ein Kampf bis zum letzten Meter. Nach 1.09.15 Stunden Crosslauf lief der Dietldorfer dann mit Freude, einem Lächeln und völlig verdreckt durch das lang herbeigesehnte Ziel in Hawaii. Am Ende belegte Kellner Platz 210 im Gesamtfeld und Platz 23 in der Altersklasse. Kellner schwamm die 1,5 Kilometer in 29,55 Minuten, bewältigte die 35 Kilometer Mountainbike mit einer Zeit von 2.50.03 Stunden und lief die 10,5 Kilometer Trailrun in 1.09.15 Stunden. Die Gesamtzeit des Dietldorfers lag bei 4.33.34 Stunden. (bpf)

Mehr vom Schwandorfer Sport finden Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten aus der Region bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht