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Fussball

Sie ist unter Bayerns besten Kickerinnen

Johanna Held aus Nittenau gehört zu den talentiertesten Nachwuchsfußballerinnen. Zuletzt nahm sie an BFV-Lehrgängen teil.
von Pascal Edenhart

Johanna Held überzeugt beim TSV Nittenau mit ihrem robusten Spielstil. Foto: Held
Johanna Held überzeugt beim TSV Nittenau mit ihrem robusten Spielstil. Foto: Held

Nittenau.Sie ist das eine Mädchen unter vielen Jungs – doch verstecken muss sie sich vor ihren männlichen Kollegen ganz und gar nicht. In einem Alter, in dem sich fußballerisch langsam das Spreu vom Weizen trennt und junge Damen leistungstechnisch oft den Anschluss zum anderen Geschlecht verlieren, blüht Johanna Held in der C-Jugend des TSV Nittenau weiterhin geradezu auf.

„Sie gehört zu den absoluten Leistungsträgern in meiner Mannschaft und nimmt immer eine gewisse Führungsrolle ein“, sagt U-15-Trainer Max Weigl über seine Spielerin. Regelmäßige Nominierungen der 13-jährigen Mittelfeldspielerin für diverse Auswahlmannschaften sprechen Bände und zeigen eine Sache klar und deutlich: Ihr Talent ist enorm.

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Einzig und allein mit besonderen Fähigkeiten gesegnet zu sein, ist im Sport jedoch meistens nicht genug, viel mehr muss das Umfeld stimmen. Und das ist definitv der Fall. Ihr fußballerischer Weg begann zu Hause beim TSV Nittenau, wo sie seitdem sämtliche Jugendmannschaften durchlaufen hat. Obwohl oder gerade weil ihr Heimatverein keine Mädchenmannschaften in den Spielbetrieb schickt, wurde sie dort bisher optimal gefördert. Und das weiß auch sie selbst zu schätzen. „Ich möchte noch so lange es geht hier spielen, also noch ungefähr drei Jahre“, sagt die 13-Jährige. Danach diktieren ihr nämlich die BFV-Regularien anderes: Spätestens ab der A-Jugend muss sie in eine Damenmannschaft wechseln. Wohin die Reise dann geht, steht noch in den Sternen. „Das lasse ich einfach auf mich zukommen.“

Von Talentsuchern entdeckt

Die starken Leistungen der Mittelfeldspielerin blieben selbstverständlich auch regionalen Talentsuchern nicht verborgen. Über den Stützpunkt in Cham, in dem sie seit 2017 fester Bestandteil ist, fand sie im letzten Jahr den Weg bis in die Bayernauswahl der U14-Juniorinnen. Erst vor anderthalb Wochen durfte Johanna Held bei einem BFV-Lehrgang in Oberhaching ihr Können unter Beweis stellen. Das Programm war durchaus eng getaktet: „Am Freitag sind wir angekommen und hatten dann über das Wochenende insgesamt vier Trainingseinheiten“, erzählt die 13-Jährige.

Erfolge

  • TSV Nittenau:

    In der D-Jugend feierte Johanna Held mit ihrer Mannschaft zwei Jahre in Folge den Klassenerhalt der Bezirksoberliga. In der aktuellen Saison spielt sie mit der U15 in der Kreisliga.

  • Regionalauswahl:

    Mit der Ostbayerischen Regionallauswahl wurde sie im Sommer diesen Jahres Bayerische Meisterin.

Von Überforderung ist jedoch keine Spur. Held weiß das Leistungsvermögen ihrer Trainingskolleginnen zwar realistisch einzuschätzen und attestiert ihnen ein „sehr hohes Niveau“, jedoch stellt sie auch ihr eigenes Licht nicht unter den Scheffel. „Die Trainer haben mir danach gesagt, dass ich im Abschlussspiel diejenige bin, die das Spiel in die Hand nimmt“, sagt Johanna Held. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sie auch beim TSV Nittenau auf der Sechserposition die Rolle des Denkers und Lenkers einnimmt. „Sie ist auch unsere Kapitänin“, sagt ihr Coach Max Weigl.

„Robuster Spielstil“

Anders als bei den Auswahlmannschaften trifft im Ligaalltag fast ausschließlich auf Jungs. Doch wer denkt, dass sie dort körperlich an ihre Grenzen stößt, hat weit gefehlt. „Sie hat einen ziemlich robusten Spielstil und kann sich bis jetzt sehr gut durchsetzen“, sagt Weigl. Auch sie selbst sieht in der Hinsicht keinerlei Probleme. „Ich finde, dass man bei den Jungs insgesamt mehr lernt.“

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Welchen Stellenwert der Fußball im Leben der Gymnasiastin einnimmt, wird deutlich, wenn man das Trainingspensum betrachtet. „Ich habe mit Training und Spiel vier Tage in der Woche mit Fußball zu tun. Allerdings macht mir das Ganze auch unglaublich Spaß“, sagt Held. Einen richtigen Tipp für die Zukunft hat Trainer Max Weigl für seine Spielerin nicht unbedingt parat. „Wir wissen, dass der Wechsel früher oder später mal kommen wird. Wenn es mal höher hinaus gehen soll, braucht man auch Glück.“

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