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Thomas Kerner gewinnt die "Beisserwade"

„Corona hat uns die O-See Challenge vermiest.“
Franz Pretzl

Mit einem 34 Jahre alten Rennrad gewinnt Thomas Kerner die Retro -Challenge
Mit einem 34 Jahre alten Rennrad gewinnt Thomas Kerner die Retro -Challenge Foto: Franz Pretzl

Burglengenfeld.Das ist die schlechte Nachricht. Die Gute: Die O-See Retro lebt.“ So steht es auf der Homepage der Veranstalter und so luden sie am vergangenen Wochenende zu einem offenen Training auf der allerersten Strecke der O-See Challenge in Zittau ein.

Von den 31 Triathleten des TV Burglengenfeld, welche nach Zittau angereist waren, hatte aber nur Thomas Kerner ein gefordertes „altes“ Gefährt mit im Gepäck. Ein aus dem Jahr 1986 stammendes, mit Cross-Reifen bestücktes „Peugeot Ventoux“ Rennrad sollte seine Waffe für den Wettkampf sein. Der „Retro“ ist ein Kurzwettkampf: Eine Stunde Maximalbelastung, 500 Höhenmeter bei 11 km Gesamtlänge. So stand Kerner mit rund 50 weiteren Teilnehmern an der Startlinie. Geschwommen wurde einmal quer durch den Olbersdorfer See und so kamen nach 850 Metern und zwölf Minuten die ersten Wettkämpfer aus dem Wasser. Die mit Klapprädern, Bonanza Fahrrädern und alten Mountainbikes gefüllte Wechselzone wurde jetzt noch mit den – damals – angesagtesten alten Triathlon Klamotten geschmückt. Die Athleten sprangen nun in ihre Speedo-Badhosen auf ihre Stahl-Boliden. Kerner fand sich hier bereits auf Position vier ein, nachdem er mit einem blitzschnellen Badehosen-Bike-Outfit-Wechsel vier Plätze in der Wechselzone gut machen konnte. Die Radstrecke umfasste knapp 10 km mit 350 hm. Mit der schweren Übersetzung und der stetigen Steigung wünschte sich Kerner ein paar Mal, einfach das Rad zu schieben, aber der Ehrgeiz ließ ihn mit Pedalumdrehungen im Zeitlupentempo die Forststraßen hochpreschen und so stieg er bereits auf Position zwei liegend vom Rad ab. Der Wechsel vom Rad auf den Lauf-Part war der bislang schnellste in seiner Karriere – da er keinen Schuhwechsel vollzog und gerade nur den Helm absetzen musste. Hier übernahm er bereits Position eins und musste nun in Führung liegend den schnellsten Weg zum Hochwald-Aussichtsturm finden. Die Wanderbeschilderungen sind aber im Zittauer Gebirge doch recht markant vorhanden und so fand er die 2,6 km lange mit 250 hm gespickte Laufstrecke. Nach 54:26 Minuten überquerte Kerner mit neuem Streckenrekord die Ziellinie.

Bei der Siegerehrung ließ es sich der Veranstaltungschef Dr. Klaus Schwager nicht nehmen, auch im Corona-Jahr die Sonderwertung der „Beisserwade“ vorzunehmen. Diese Auszeichnung wurde erstmals 2002 vergeben und ist ein Wanderpokal, welcher die Form des „Originalabdrucks der anatomisch besonders ausgeformten Wade“ von Benno (Dr. Klaus Schwager“) abbildet. Die Vergabe erfolgt nach streng subjektiven Grundsätzen von Schwager. Der Begnadete solle menschlich „in Ordnung“ sein, sportlich „etwas draufhaben“ aber eben auch mal ein Bier trinken können. Außerdem ist ein spezielles Engagement für die O-See Challenge und den Cross-Triathlon Sport im Allgemeinen ein ausschlaggebender Grund. (bpf)

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