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Sport aus Schwandorf
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Fussball

Zwei Traditionsvereine arbeiten zusammen

SC Ettmannsdorf und 1. FC Schwandorf gehen ab der kommenden Saison 2016/2017 gemeinsam auf Torejagd.
Von Tobias Ziereis

Die Verantwortlichen der beiden Traditionsvereine beschlossen am Donnerstag die Zusammenarbeit. Foto: gtz

Schwandorf.Die beiden Schwandorfer Traditionsvereine SC Ettmannsdorf und 1. FC Schwandorf schlagen einen neuen Weg ein. Ab der kommenden Saison 2016/2017 gehen die jahrelangen Rivalen gemeinsam auf Torejagd und sorgen mit diesem Zusammenschluss quasi für einen historischen Schritt in der Schwandorfer Fußballgeschichte.

„Die Idee wurde Ende Oktober vergangenen Jahres geboren und in den darauffolgenden Sitzungen war relativ schnell klar, dass beiderseits eine Bereitschaft für einen Zusammenschluss besteht“, informierte der sportliche Leiter des FC Schwandorf, Christian Rinn. In der Folge mussten auch viele organisatorische Angelegenheiten geklärt werden, weshalb man Bezirksspielleiter Thomas Graml sowie Spielgruppenleiter Ludwig Held vom Bayerischen Fußballverband hinzu zog.

Wie die Verantwortlichen berichteten, gab es für den Zusammenschluss zwei Hauptgründe: Zum einen wollten die „Eisenbahner“ des FC auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Jahre reagieren, wodurch man auch einige Abgänge von Leistungsträgern zu verkraften hatte und demzufolge die Spielerdecke relativ dünn wurde. Zum anderen wollen beide Vereine die hervorragenden örtlichen Bedingungen nutzen, denn es stehen nun insgesamt vier Plätze für die Teams zur Verfügung, die allesamt in einem Top-Zustand sind.

„Dadurch können wir unseren Spielern und Trainern hervorragende Trainingsbedingungen bieten. Außerdem ist es dadurch auch problemlos möglich, mit verschiedenen Teams gleichzeitig zu trainieren“, stellte Klaus Köhler, Abteilungsleiter des SC Ettmannsdorf, einen klaren Vorteil heraus. Es wurde aber klargestellt, dass die beiden Vereine eigenständig bleiben und es sich um keine Fusion handle.

Perspektive für Talente

Das Hauptziel der beiden Klubs ist, jungen Akteuren langfristige sportliche Perspektiven zu bieten. „Ab der kommenden Spielzeit werden wir eine dritte Mannschaft im Spielbetrieb haben, deren Federführung der FC übernimmt. Diese geht dementsprechend entweder in der Kreis- oder A-Klasse an den Start, je nachdem, ob in dieser Saison der Klassenerhalt erreicht wird oder nicht“, informierte FC-Abteilungsleiter Martin Baumann.

Ein junger Spieler könne sich dadurch schrittweise entwickeln und sich mit guten Leistungen für die 2. Mannschaft, deren Federführung in den Händen des SC Ettmannsdorf liegt, empfehlen. In der Kreisliga könne man dann wertvolle Erfahrungen sammeln. „Und wer weiß, vielleicht schafft der ein oder andere den Sprung ins Landesliga-Team“, zeigte Klaus Köhler die Möglichkeiten auf. Allerdings sei dies nur für die Spieler des SC Ettmannsdorf möglich, für die Akteure des FC Schwandorf sei in der Kreisliga vorerst Schluss, da eine Spielgemeinschaft nach den Regularien des BFV nur innerhalb eines Kreises erlaubt sei, nicht aber auf Bezirksebene.

Aus diesem Grund bleibt die 1. Mannschaft des SC mit Trainer Timo Studtrucker auch im kommenden Spieljahr eigenständig; ein Landesliga-Kicker des SC dürfe umgekehrt aber ohne Probleme in der zweiten oder dritten Mannschaft mitwirken.

Für die beiden Vorsitzenden Reinhard Mieschala (FC) und Karl Mailbeck (SC) steht neben einem erfolgreichen Spielbetrieb die Zielsetzung im Vordergrund, dass die Stadt Schwandorf weiterhin eine reizvolle Fußballadresse bleibt und Talente auch gehalten werden können. Peter von der Sitt, stellvertretender Vorstand des FC Schwandorf, fügte an: „Vielleicht ist das ja nur der Anfang und auch andere Vereine im Stadtgebiet schlagen diesen Weg ein?“

Für neue Wege offen

Natürlich gebe es laut Mieschala auch Kritiker, die diesem Zusammenschluss skeptisch entgegenstehen. Allerdings müsse man für neue Wege offen sein und die Kräfte bündeln, um auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten attraktiv zu bleiben.

Klarheit wurde bei dem Treffen noch hinsichtlich der Jugend-Abteilungen geschaffen; diese bleiben vom Schulterschluss der beiden Vereine derzeit noch außen vor. Der SC Ettmannsdorf arbeitet im Nachwuchsbereich sehr erfolgreich mit dem SV Haselbach zusammen, der 1. FC Schwandorf bildet mit dem TSV seit Jahren eine Spielgemeinschaft. „Wir stehen zu unseren Partnern, und das wird auch so bleiben“, sprechen SC-Abteilungsleiter Klaus Köhler und FC-Abteilungsleiter Martin Baumann eine deutliche Sprache.

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