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Montag, 24. September 2018 15° 2

Fussball

Daheim ist der Jahn eine Macht

Die Continental-Arena ist heuer bis dato eine uneinnehmbare Festung. Das soll auch gegen Aue so bleiben.
von Felix Kronawitter

Ein gewohntes Bild in der Continental-Arena: Der Jahn (hier Marco Grüttner und Marc Lais) feiert, die Gäste (hier Fürth) sind bedient. Fotos: Nickl/Eibner
Ein gewohntes Bild in der Continental-Arena: Der Jahn (hier Marco Grüttner und Marc Lais) feiert, die Gäste (hier Fürth) sind bedient. Fotos: Nickl/Eibner

Regensburg.Wenn am Ostersonntag beim Heimspiel des SSV Jahn Regensburg gegen Erzgebirge Aue der Anpfiff ertönt, dann wird die Continental-Arena wieder richtig gut gefüllt sein. Die Oberpfälzer erwarten bis zu 12 000 Zuschauer. Für solche Kulissen hat der Aufsteiger bisher ordentlich Werbung in eigener Sache betrieben im Fußball-Jahr 2018.

Vier Spiele, vier Siege. Und als ganz besondere Schmankerl kredenzten die Regensburger ihren Anhängern zwei furiose Aufholjagden gegen Ingolstadt (3:2 nach 0:2) und gegen Düsseldorf (4:3 nach 0:3). 27 seiner 40 Zähler holte der Aufsteiger in seinem Wohnzimmer. „Wir sind gerade eine Heimmacht – und das wollen wir auch bleiben“, sagt Kapitän Marco Grüttner. Zu Hause holte bislang nur Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mehr Punkte als die Oberpfälzer. Ein Umstand, der die Regensburger in der extrem ausgeglichenen 2. Liga bis auf Platz vier vorspülte.

„Wir sind gerade eine Heimmacht – und das wollen wir auch bleiben.“

Marco Grüttner

Was ist das Jahn-Erfolgsgeheimnis? Coach Achim Beierlorzer sieht „eine Kombination aus vielen Dingen“: „Zum einen haben wir uns natürlich fußballerisch stabilisiert. Es liegt aber auch an der unheimlich tollen Unterstützung unserer Fans.“ Exemplarisch nennt er die Partie gegen Düsseldorf. „Das Spiel war eigentlich vorbei beim Stand von 0:3. Und dann schießen wir das 1:3. Und dann sind die Fans, die uns auch zuvor unterstützt hatten, noch mal richtig laut geworden. Das sind schon wichtige Aspekte, die ein Fußballspiel auch tragen können“, erklärt Beierlorzer. Die Unterstützung der Fans zahle seine Mannschaft zurück mit einer tollen Mentalität, mit hundertprozentigem Einsatz. „Das wird auch so bleiben. Das können wir garantieren“, sagt Beierlorzer und fügt hinzu: „Wir können nicht immer garantieren, dass wir tollen Fußball spielen. Aber was ich garantieren kann, ist, dass wir uns aufopfern für die Fans und dass wir alles investieren, um erfolgreich zu sein.“

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Heimbilanz aufpoliert

Es brauchte etwas Anlauf, um die Continental-Arena zur Festung aufzubauen. Zum Saisonauftakt setzte es drei Heimniederlagen in Folge. „Und dann haben wir angefangen, zu siegen“, blickt Grüttner zurück. Mit dem 2:1-Sieg gegen Braunschweig gelang dem Jahn der Heim-Befreiungsschlag. Nach dem 0:2-Ausrutscher gegen Union Berlin folgte ein erfolgreicher Dreierpack mit Siegen gegen Kaiserslautern, Fürth und Duisburg, der die Oberpfälzer zum ersten Mal in dieser Spielzeit auf einen einstelligen Tabellenplatz klettern ließ.

Nur Bochum schaffte es noch am 17. Spieltag, den Regensburgern zu Hause drei Punkte abzuknöpfen. Am Ostersonntag gilt es für den Jahn nicht nur, die Heimserie fortzusetzen, sondern zudem das Saisonziel endgültig unter Dach und Fach zu bringen. „Wenn wir einen Dreier holen, dann wären wir definitiv raus aus der Geschichte Klassenerhalt. Mit 43 Punkten zu hundert Prozent“, sagt Beierlorzer, der aber auch dann nicht auf den Relegationsplatz spechten würde: „Es bringt uns nicht weiter, uns mit Tabellenkonstellationen zu beschäftigen.“ Der Jahn habe sich bisher immer nur auf das nächste Spiel fokussiert – und werde das auch so beibehalten. „Das hat uns gutgetan“, erklärt Beierlorzer.

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Dafür gibt es vor dem voraussichtlich drittletzten Heimspiel der Saison zumindest eine kleine Kampfansage in Richtung Aue: „Da haben wir sicherlich noch eine Rechnung offen. Ich bin mir sicher, dass mein Team das zurechtrücken möchte, weil das keine Niederlage war, die verdient war aufgrund des Spielverlaufs“, blickt Beierlorzer zurück auf das 0:1 in der Hinrunde. „Uns erwartet eine wahnsinnig schwere Aufgabe gegen Aue“, prophezeit er. Die Sachsen seien insgesamt im Gesamtpaket mit Mentalität, spielerischer Fähigkeit, aber auch mit individueller Klasse, eine richtige Herausforderung für den Jahn.

„Da ist mir aber überhaupt nicht bange. Wir haben so viele gute Spieler hinten dran.“

Achim Beierlorzer

Gegen die Truppe aus dem Erzgebirge, die auf dem Abstiegsrelegationsplatz steht, aber seit sechs Spielen ungeschlagen ist, bekommt Innenverteidiger Marvin Knoll einen neuen Kollegen an seine Seite. Für Sebastian Nachreiner, der sich im Training einen Kahnbeinbruch an der Hand zugezogen hatte, hat Beierlorzer mit Asger Sörensen, Benedikt Gimber und Markus Palionis Alternativen in der Hinterhand. „Es ist nie schön, wenn ein Stammspieler ausfällt“, sagt Beierlorzer und fügt hinzu: „Da ist mir aber überhaupt nicht bange. Wir haben so viele gute Spieler hinten dran“, freut sich der Jahn-Coach. Markus Palionis sei seit der Winterpause überragend unterwegs. „Er hat vier, fünf hervorragende Testspiele absolviert – auch zuletzt 45 Minuten gegen Ingolstadt“, lobt der Trainer.

Beierlorzer hat die Qual der Wahl

Bei Sörensen sei das ähnlich. „Über ihn haben wir sowieso immer gesagt: Das ist mindestens ein Zweitliga-Spieler.“ Der Coach hat die Qual der Wahl: „Es tut mir manchmal leid, wenn ich diese Spieler nicht alle einsetzen kann, weil Nachreiner und Knoll sich einfach da so festgespielt haben.“ Jetzt winkt aber die Chance, sich zu beweisen. „Wir haben Topspieler, die darauf warten, sich präsentieren zu dürfen. Darauf freue ich mich“, sagt Beierlorzer und gibt als Devise aus: „Wir wollen mit unseren Zuschauern ein tolles Osterfest feiern.“

Und so verrückt geht es derzeit in der 2. Liga zur Sache:

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