MyMz
Anzeige

Fussball

Der Jahn mit schweren Beinen

Gegen Wiesbaden fehlt die Spritzigkeit. Beierlorzer zieht dennoch ein positives Fazit nach Abschluss des Trainingslagers.
von Felix Kronawitter

Albion Vrenezi (oben) brachte nach der Pause zumindest etwas frischen Wind. Foto: Timo Premru
Albion Vrenezi (oben) brachte nach der Pause zumindest etwas frischen Wind. Foto: Timo Premru

Regensburg.Ein Blick sagt manchmal bekanntlich mehr als tausend Worte. Der Blick, den Achim Beierlorzer seinem Co-Trainer Mersad Selimbegovic nach dem Pausenpfiff zuwarf , sprach Bände. Was die Spieler des SSV Jahn Regensburg beim Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden zeigten, hatte dem Chefcoach nicht gefallen. Oft einen Schritt zu spät, individuelle Fehler, die eigenen Torchancen zu Beginn nicht verwandelt: Das nutzten die Gäste in der ersten Halbzeit durch Manuel Schäffler (22.) und Simon Brandstetter (41.) gnadenlos aus. Obendrauf traf Kapitän Marco Grüttner per Kopf sogar noch ins eigene Netz (38.).

„Wir waren heute einfach nicht spritzig.“

Achim Beierlorzer

„Wir waren heute einfach nicht spritzig. Nicht spritzig in den Beinen – und auch nicht immer spritzig im Kopf“, fasste Beierlorzer, der in beiden Hälften aber auch gute Szenen seiner Mannschaft sah, die Gründe für die 1:4 (0:3)-Niederlage gegen den ambitionierten Drittligisten treffend zusammen. Zur Pause wechselte Beierlorzer – wie zuvor angekündigt – zehn Mal. Aber Wiesbaden legte durch Marc Wachs nach einer Stunde noch mal nach. Benedikt Saller (87.) gelang zumindest der Ehrentreffer. „Wenn sie zum Auftakt gegen Ingolstadt so spielen wie heute, dann bekommen sie acht Stück“, meinte einer der rund 400 Zuschauer im Stadion am Kaulbachweg, fügte dann aber hinzu: „Sie haben ja noch drei Wochen Zeit.“

Ambitionierte Wiesbadener

Dass die Gäste, die ihr Trainingslager ebenfalls in Bad Gögging absolvierten, schon länger in der Vorbereitung sind, war nicht zu übersehen. Für die Mannschaft von Trainer Rüdiger Rehm, der erst nach einer Stunde frisches Personal brachte, geht es bereits ab dem 28. Juli wieder um Punkte in der 3. Liga. Nach Rang vier in der Vorsaison soll es heuer klappen mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Man sieht, dass Wiesbaden eine Woche weiter ist. Die waren schon etwas spritziger als wir“, befand auch Grüttner. „Vielleicht ist es auch gut, dass es nicht ganz rund durch die Vorbereitung geht, sondern dass man auch sieht, woran man noch arbeiten muss“, sagte der Jahn-Kapitän und fügte hinzu: „Wir haben noch drei Wochen Zeit bis zum Punktspielstart. Ich bin da ganz optimistisch, dass wir da wieder eine gute Rolle spielen werden.“

Das große Sommerinterview mit Achim Beierlorzer

Trotz dem Rückschlag gegen Wiesbaden zieht der Chefcoach ein durchweg positives Zwischenfazit nach drei Wochen Sommervorbereitung. „Die Jungs haben viel gearbeitet im Trainingslager. Ich bin sehr zufrieden, weil wir uns intensiv auf die Saison vorbereiten – und die ist nicht heute“, sagte Beierlorzer nach der Testspielniederlage, bei der er auch eruierte, wie sich einige seiner Spieler auf für sie eher ungewohnten Positionen so schlugen. Im ersten Durchgang durfte Jonas Föhrenbach in der Innenverteidigung ran, Marcel Correia im zentralen Mittelfeld, nach der Pause Ali Odabas als Linksverteidiger. „Auch das gehört in der Vorbereitung dazu“, erklärte der Jahn-Chefcoach.

Standards einstudiert

Die sechs Tage in Bad Gögging waren kräftezehrend. Entsprechend schwer waren die Jahn-Beine am Samstag. „Wir haben viel Gas gegeben im Trainingslager und an manchen Baustellen gefeilt“, sagte Andreas Geipl.

So standen beispielsweise Standards ganz oben auf der Jahn-Agenda. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz bei Geipl und Co. Bei einer Teamchallenge standen beispielsweise Fußballtennis oder ein Jongliertest auf dem Programm. Die Neuzugänge Maximilian Thalhammer, Andre Dej, Dominic Volkmer, Marcel Correia und Jonas Föhrenbach hatten ausgiebig Zeit, ihre neuen Teamkollegen gleich etwas besser kennenzulernen. „Die Jungs haben sich alle super integriert. Das sind alles super Charaktere. Mit denen werden wir noch viel Spaß haben“, sagte Grüttner.

Marco Grüttner und Co. brachten Wiesbadens Defensive (hier Sascha Mockenhaupt) zu selten in die Bredouille. Foto: Nickl
Marco Grüttner und Co. brachten Wiesbadens Defensive (hier Sascha Mockenhaupt) zu selten in die Bredouille. Foto: Nickl

Beierlorzer freut sich, dass seine Truppe bisher verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen ist. Bis auf die Langzeitverletzten Oliver Hein und Sebastian Nachreiner sind alle Mann an Bord. Selbst bei Hamadi Al Ghaddioui reichte es nach auskurierter Muskelverletzung zu einem halbstündigen Auftritt gegen Wiesbaden. Marc Lais und Sebastian Stolze greifen nach einem grippalen Infekt ab Dienstag wieder ins Geschehen ein. Bis dahin gönnt Beierlorzer all seinen Schützlingen nun eine Verschnaufpause. Mit dem FSV Zwickau (Freitag, 17 Uhr, in Steinsberg) und der SpVgg Unterhaching (Samstag, 14 Uhr, in Natternberg) warten die nächsten Drittligisten auf die Regensburger. Auch der Gegner bei der Generalprobe steht nun fest. Am 28. Juli geht es in Schnelldorf (Landkreis Ansbach) gegen Ligakonkurrent SV Sandhausen.

Lesen Sie hier: Thalhammer: Profi und Teilzeit-Student

Alle aktuellen Nachrichten zum SSV Jahn gibt es in unserem Newsblog:

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht