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Fussball

Jahn: „Das wird eine heiße Kiste“

Die Regensburger müssen vor den lauten Fans in Dresden ran. Für Philipp Pentke ist es auch eine Reise in die Vergangenheit.
Von Jürgen Scharf

Regensburg.Sie gelten als die gefährlichsten und wildesten Fans in Deutschland: die Anhänger von Dynamo Dresden. Und laut sind sie natürlich auch. Am Sonntag muss der SSV Jahn Regensburg in der sächsischen Landeshauptstadt ran. Trainer Achim Beierlorzer merkt dazu trocken an, dass man kein großer Prophet sein müsse, um eine Vorhersage für die Atmosphäre machen zu können: „Wir werden vor einer Kulisse und in einem Stadion spielen, das etwas ganz Besonderes ist.“

32 066 Zuschauer passen in das Dresdner Fußball-Stadion – und es ist immer sehr gut gefüllt. Im Schnitt kamen knapp 28 000 Fans pro Partie zu den bisherigen Heimspielen in dieser Saison. Die machen auch immer richtig Radau. „Es ist eine sehr laute, aber auch sehr anpeitschende Atmosphäre“, sagt Beierlorzer.

Große Sorgen bereitet ihm das nach eigener Aussage allerdings nicht. Er habe seine Mannschaft bisher so kennengelernt, dass sie sich auch von so einer Kulisse nicht einschüchtern lässt. Ganz im Gegenteil habe er das Gefühl, dass seine Spieler gut „umswitchen“ können, dass sie aus so einer Atmosphäre sogar Energie rausziehen: „Da kann man sich ja auch selbst angefeuert fühlen. Das ist eine Geschichte, wie man das für sich selbst interpretiert.“

Voraussichtliche Aufstellungen

  • Anpfiff:

    Sonntag, 13.30 Uhr

  • SG Dynamo Dresden:

    Schubert – Seguin, Ballas, Franke, Heise – Konrad – Horvath, Aosman, Hauptmann, Berko – Röser

  • SSV Jahn Regensburg:

    Pentke – Saller, Nachreiner, Knoll, Nandzik – Gimber (Geipl), Lais – George, Mees – Grüttner, Adamyan

  • Jahn-Reserve:

    Weis (ETW), Palionis, Hofrath, Freis, Sörensen, Szolze

  • Beim Jahn fehlen:

    Hein (Aufbautraining nach Wadenverletzung), Vrenezi (Kapselverletzung im Knie)

  • Schiedsrichter:

    Siebert (Berlin)

Der SSV Jahn braucht sich ohnehin nicht nur auf seine Erfahrung mit Stadien, die zu Hexenkesseln werden, verlassen, er kann zudem auch ganz einfach aufs Fußballspielen setzen. Das hat zuletzt schließlich hervorragend geklappt. Sagenhafte 24 Punkte haben die Oberpfälzer in den vergangenen elf Spielen geholt. In einer internen Tabelle für diese Zeit wären sie damit Erster. Alleine der jüngste Auftritt war beeindruckend. Nach allen Regeln der Kunst wurde der 1. FC Heidenheim am vergangenen Samstag in der Regensburger Continental-Arena zerlegt.

„Eine sehr, sehr gute Leistung“

Auch der Coach gerät da immer noch ins Schwärmen: „Es war eine sehr, sehr gute Leistung. Ich war sehr angetan, wie wir dieser etablierten und wuchtigen Mannschaft entgegengetreten sind und in der ersten Halbzeit eigentlich keine Torchance zugelassen haben.“ Den Eindruck, dass überhaupt nichts mehr verbessert werden kann, will Beierlorzer aber nicht entstehen lassen. Er habe schon noch Entwicklungspotenzial erkannt, sagt er.

„Da kann man sich ja auch selbst angefeuert fühlen. Das ist eine Geschichte, wie man das für sich selbst interpretiert.“

Jahn-Coach Achim Beierlorzer zur Atmosphäre in Dresden

Einen in seiner Mannschaft wird er allerdings sicher nicht mehr zu einem völlig neuen Spieler entwickeln: seinen Torwart Philipp Pentke. Der 32-Jährige hat schließlich schon einige Zeit auf dem Fußballplatz verbracht – und seinen Weg gefunden, wie man Top-Leistungen abruft. „Er kann sich wahnsinnig gut auf die Aufgaben, die anstehen, konzentrieren“, sagt Beierlorzer über den Keeper. Für Pentke ist das Spiel am Sonntag in Dresden nun auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. In der Jugend spielte er mehrere Jahre für Dynamo. Auf die Rückkehr freut er sich riesig: „Ich freue mich auf das Stadion und auf die Kulisse. Das wird eine heiße Kiste für uns“, sagte er im Jahn-TV. Angst habe er deswegen aber keine: „Die werden uns alles abverlangen, aber ich denke, wir sind dafür gerüstet.“

Gerüstet müssen die Regensburger ihrem Trainer zufolge insbesondere dafür sein, dass die Dresdner verstärkt über die Flügel angreifen: „Das können sie sehr gut“, findet Beierlorzer. Da trifft es sich gut, dass er in der Abwehr volle Personalauswahl hat. Zuletzt spielte Marcel Hofrath als linker Außenverteidiger – und machte seine Sache gut. Eigentlich war er nur ins Team gerutscht, weil Alexander Nandzik gegen Kiel wegen einer Gelbsperre fehlte. Dass er nun auch gegen Heidenheim von Beginn an randurfte, war durchaus überraschend. Beierlorzer zufolge sei es aber wichtig, dass die Spieler wüssten, dass gute Leistungen belohnt werden. Es sei nicht motivierend, wenn ein Spieler nur der Lückenbüßer für eine Partie sei und dabei schon wisse, dass er demnächst wieder draußen sitzen werde.

Ebenfalls eine gute Auswahl hat Beierlorzer im zentralen Mittelfeld. Dort sind zwei Plätze zu vergeben. In Frage dafür kommt neben Andy Geipl und Marc Lais nun auch wieder Benedikt Gimber, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Verzichten muss Beierlorzer einzig auf Albion Vrenezi und Oliver Hein, die nach ihren Verletzungen noch im Aufbautraining sind.

„Sind selbstbewusst geworden“

Für das „Highlight-Spiel“ in Dresden, wie es Beierlorzer nennt, scheint seine Mannschaft auf jeden Fall gut gerüstet. Er habe zuletzt eine sehr gute Stimmung gespürt: „Wir sind durch die Erfolge selbstbewusst geworden. Weil wir merken, dass das, was wir vorhaben, funktioniert.“ Das Spiel seiner Truppe erzeuge „Wirkung beim Gegner“.

Am kommenden Sonntag dürfte dies auch besonders nötig sein, da der Coach damit rechnet, „von Beginn an eine ganz aggressive Dresdner Mannschaft zu erleben“. Dynamo steht unter Zugzwang. Die SG, bei der die Ex-Regensburger Aias Aosman und Patrick Wiegers spielen, hinkt in dieser Saison den Erwartungen bisher hinterher und will gegen den Jahn unbedingt punkten. Völlig alleine müssen sich die Regensburger dieser Aufgabe indes nicht stellen. Bis zu 800 Jahn-Fans, die ihr Team unterstützen wollen, werden erwartet.

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