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Samstag, 26. Mai 2018 28° 2

Fussball

Jahn-Hunger ist nicht gestillt

Die Regensburger strotzen vor Ehrgeiz. Eine Karikatur aus Hamburg sorgt für zusätzliche Motivation gegen den FC St. Pauli.
von Felix Kronawitter

Marc Lais (links) und Jahn-Kapitän Marco Grüttner wollen auch im Heimspiel gegen St. Pauli jubeln. Foto: Nickl

Regensburg.15 224 Zuschauer haben Platz in der Continental-Arena. Wenn Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck am Samstag um 13 Uhr den Startschuss gibt, dann werden alle Plätze auf den Tribünen besetzt sein im Regensburger Stadion. Zum zweiten Mal in dieser Zweitliga-Saison. „Die Mannschaft freut sich riesig, gegen St. Pauli vor ausverkauftem Haus antreten zu dürfen“, sagt Trainer Achim Beierlorzer. Nachdem mit dem 2:1-Erfolg gegen Greuther Fürth der Deckel endgültig drauf ist in Sachen Klassenerhalt, warten auf die Oberpfälzer Spiele zum Genießen – und eine große Chance.

Während sich neben Samstags-Gegner St. Pauli noch die halbe Liga im Abstiegskampf wiederfindet, sind die Regensburger in Lauerstellung. „Nach dem Sieg in Fürth war natürlich eine kleine Erleichterung da“ sagt Beierlorzer und fügt hinzu: „Der Ehrgeiz der Truppe ist weiter am Laufen. Und das ist auch sehr wichtig.“ Der Jahn-Hunger ist noch lange nicht gestillt: „Wir wissen, dass vielleicht auch mit einem Sieg gegen St. Pauli noch nach oben etwas drin ist“, sagt der 50-Jährige. Eine Kampfansage an Kiel gibt es aber nicht von den Regensburgern: „Die haben selber genug Druck“, erklärt Marvin Knoll. In dieser Liga sei aber alles möglich. „Man kann vier Spiele hintereinander gewinnen, aber auch vier verlieren.“

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Mit einem Sieg gegen St. Pauli kann der Aufsteiger aus der Oberpfalz einen ersten Gruß in den hohen Norden schicken, wo Kiel am Montagabend im Spitzenspiel gegen Nürnberg gefordert ist. „Das ist unsere Mentalität, dass wir immer hungrig sind auf Siege“, sagt Knoll und fügt hinzu: „Wenn man St. Pauli zu Hause hat, dann ist das natürlich ein Spiel, das jedem Motivation gibt. Da wollen wir gewinnen.“

„Das ist unsere Mentalität, dass wir immer hungrig sind auf Siege.“

Marvin Knoll

Am Mittwoch hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Relegationsspiele terminiert. Den 17. Mai und 21. Mai haben sich die Regensburger aber ohnehin sicherheitshalber freigehalten. Im Fall der Fälle muss Jahn-Coach Beierlorzer keine Reiserücktrittsversicherung in Anspruch nehmen. „In diesem Geschäft bucht man erst dann Reisen, wenn es vom Verein auch heißt: Jetzt ist die Zeit frei“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Kleiner Jahn, großer Jahn

Für eine zusätzliche Motivationsspritze im Jahn-Lager sorgt eine Karikatur. Der FC St. Pauli und die Millerntor Gallery (MTG) geben zu jedem Heimspiel einen limitierten Kunstdruck von ausgewählten Künstlern heraus. Das Werk, das Sebastian Unterrainer für die Partie in der Hinrunde angefertigt hatte, haben die Regensburger diese Woche noch mal genauer unter die Lupe genommen.

Die Karikatur zeigt einen vollbärtigen Pauli-Piraten, der einen Fußball hochhält. Ein kleiner Junge in bayerischer Tracht mit Sepplhut streckt sich vergeblich nach dem Objekt der Begierde. „Das haben wir damals schon als Motivation genommen und haben uns die Karikatur jetzt auch noch mal vor Augen geführt“, erzählt Marco Grüttner. „St. Pauli wird dargestellt als übermächtiger Gegner. Das ist auch eine starke Truppe, das wissen wir. Aber so klein, wie wir da gemacht werden, sind wir nicht“, sagt der Jahn-Kapitän mit breiter Brust. Sein Teamkollege Knoll pflichtet ihm bei: „Ich denke, dass die uns im Hinspiel (2:2, Anm. d. Red.) ein bisschen unterschätzt haben – und alle anderen auch. Wir haben diese Saison gezeigt, was in uns steckt.“ Jahn auf Rang vier, St. Pauli auf Platz 16: kleiner Pirat, großer Junge. Markus Palionis bringt die aktuellen Kraftverhältnisse in dieser Spielzeit auf den Punkt: „Am Ende des Tages lügt die Tabelle nicht.“

Und so sieht das Werk aus:

Auf die leichte Schulter nehmen die Hamburger die Aufgabe in der Domstadt aber nicht – ganz im Gegenteil. Der Tabellensechzehnte weilt schon seit Donnerstag in der Oberpfalz. Der Kultklub um den Oberpfälzer Profi Philipp Ziereis hat seine Zelte in Donaustauf aufgeschlagen. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, etwas früher nach Regensburg zu fahren“, erklärt Kauczinski. „Das minimiert nicht nur den Reisestress, sondern wir können uns auch als Gruppe voll auf das Spiel fokussieren. Das wird der Mannschaft guttun.“ Der Jahn ist mittlerweile gefürchtet in der 2. Liga. Auch vom Hamburger Trainer gibt es reichlich Lob: „Die Mannschaft ist sehr aggressiv und laufstark. Sie laufen viel an, gönnen sich keine Ruhepausen und geben sich vor allem nie geschlagen“, sagt Kau-czinski, der die Hamburger in den Trainingseinheiten „mit Spiel auf engem Raum und viel Körperkontakt“ auf die Regensburger einstellte.

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Warme Worte aus Hamburg

Die warmen Worte nehmen die Regensburger gerne entgegen: „Natürlich ist das schön, wenn das auch von anderen gesehen wird, dass wir gut arbeiten und die Mannschaft sich sehr gut entwickelt hat“, sagt Beierlorzer und fügt hinzu: „Wir dürfen aber niemals nachlassen. Das ist unsere große Stärke.“

Das große Plus der Oberpfälzer ist, dass es ab sofort nur noch Zuckerl gibt: „Der größere Druck liegt beim Gegner, das spielt uns vielleicht auch in die Karten“, sagt Grüttner.

Während St. Pauli Personalprobleme plagen, kann Jahn-Trainer Beierlorzer fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Asger Sörensen wird wegen einer Oberschenkelzerrung, die er sich in Fürth zugezogen hatte, noch nicht mitwirken können. Auch Sebastian Freis wird nur als Zuschauer mit dabei sein. Der Offensivmann hat eine Bauchmuskelzerrung. Benedikt Gimber ist nach Gelbsperre wieder spielberechtigt. Auch Sebastian Nachreiner ist nach Kahnbeinbruch an der Hand wieder einsatzbereit und buhlt mit Palionis um den Platz an der Seite von Knoll in der Regensburger Innenverteidigung.

Und so sieht es in der Tabelle aus:

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