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Fussball

Jahn: „Nur eine Statistik stimmt nicht“

In Dresden kassieren die Regensburger ihre erste Niederlage in der Rückrunde. Fünf Lehren aus dem Auftritt im Hexenkessel
von Felix Kronawitter

Regensburg Trainer Achim Beierlorzer und Marco Grüttner sind nach der unglücklichen Niederlage in Dresden bedient. Foto: Eibner
Regensburg Trainer Achim Beierlorzer und Marco Grüttner sind nach der unglücklichen Niederlage in Dresden bedient. Foto: Eibner

Alle Daten passen, nur Jahn-Treffer fehlen in Dresden



119,86 Kilometer haben die Spieler des SSV Jahn Regensburg gegen Dresden heruntergespult. Dynamo kam nur auf 116,30. Die Oberpfälzer wären präsenter, hatten mehr Ballbesitz, haben öfter aufs Tor geschossen (12:8) als die Sachsen und haben mehr Zweikämpfe gewonnen. Auch beim Eckenverhältnis (6:2) hatte der Aufsteiger aus der Oberpfalz die Nase vorne. Am Ende prangte auf der Anzeigentafel im DDV-Stadion aber ein 1:0-Heimsieg der Dresdner. „Wenn ich mir die Statistik anschaue, dann stimmt nur eine nicht – nämlich die bei den Toren“, formulierte es Trainer Achim Beierlorzer treffend. Bitter, dass dem Treffer der Dresdner ein Foul vorausgegangen war.

Dresden ist kein gutes Pflaster für Pentke



Sechs Jahre lang stand Philipp Pentke bei Dresdner Nachwuchsteams im Tor. Familie und Freunde waren aus seiner nur rund 45 Kilometer entfernten sächsischen Heimatstadt Freiberg angereist. Nach dem Schlusspfiff war Pentke so richtig bedient. „Jetzt war ich zwei Mal hier (zuvor 2014 mit dem Chemnitzer FC, Anm. d. Red.) und habe zwei Mal mit 0:1 verloren. Beim nächsten Mal lasse ich sie alle zu Hause“, sagte der 32-Jährige mit einem Schmunzeln im Gesicht. Am Keeper lag es nicht, dass der Jahn leer ausging. Der Regensburger lieferte einmal mehr einen souveränen Auftritt – und glänzte erneut als Libero.

Jahn-Spieler in der Einzelkritik

SSV Jahn verpasst den Sprung auf den vierten Platz

Nach dem glücklichen Dresdner-Sieg, der ersten Jahn-Niederlage in der Rückrunde, schaute so mancher Jahn-Fan enttäuscht auf die Tabelle. Mit einem Sieg hätten sich die Oberpfälzer auf Rang vier vorgeschoben und wären Kiel, das den Relegationsplatz trotz Schwächephase immer noch innehat, bis auf einen Zähler auf die Pelle gerückt. Hätte, wäre, wenn... „Die Fans dürfen natürlich träumen, sagt Sebastian Nachreiner, der das ganze – wie Coach Beierlorzer – aber schon realistisch einschätzt und weiter nur den Klassenerhalt im Blick hat. „Wir können gegen jede Mannschaft in dieser Liga gewinnen, aber auch gegen jede verlieren“, sagt Beierlorzer zur Leistungsdichte im Bundesliga-Unterhaus. Letztlich seien Nuancen entscheidend in dieser Liga. In Dresden habe es sein Team verpasst, „in der ersten Halbzeit das Spiel auf unsere Seite zu ziehen“. Tabellarisch sieht die Jahn-Welt weiter rosig aus. Platz acht, 33 Punkte: Der Klassenerhalt in der 2. Liga scheint nur noch eine Formsache. Und das ist schon sensationell genug.

Ex-Regensburger spielen keine Rolle

  • Zwei Jahre lang wirbelte

    Aias Aosman im Mittelfeld beim SSV Jahn Regensburg. Nach dem Abstieg in die Regionalliga verabschiedete sich der feine Techniker zu Dynamo Dresden. Im Hinspiel hatte der Deutsch-Syrer seinen Ex-Kollegen beim 2:0-Sieg per Foulelfmeter noch einen Treffer eingeschenkt.

  • Am Sonntagnachmittag

    erwischte Aosman aber keinen glanzvollen Tag. Zur Halbzeit wechselte Dynamo-Coach Uwe Neuhaus den Offensivmann, dem nichts gelang, aus. Auf der Bank nahm Aosman neben Ersatzkeeper Patrick Wiegers Platz. Der 27-Jährige spielte von 2008 bis 2014 bei den Oberpfälzern.

Zwölfter Mann peitscht Dresden nach vorne

Die Dresdner feiern ihren Siegtreffer. Foto: dpa
Die Dresdner feiern ihren Siegtreffer. Foto: dpa

27 630 Zuschauer kommen bei Dynamo Dresden durchschnittlich ins Stadion. Nur ans Hamburger Millerntor zieht es noch mehr (29 310). Unter die 25 003 Zuschauer, die die Partie am 23. Spieltag verfolgten, mischten sich auch rund 800 Anhänger aus Regensburg, die ihr Team stimmgewaltig unterstützten. Gegen die „gelbe Wand“ konnten die aber letztlich nur bedingt was ausrichten. Das DDV-Stadion in der sächsischen Landeshauptstadt gilt es als eines der lautesten im deutschen Profi-Fußball. In der zweiten Halbzeit herrschte im rund 9000 Stehplätze fassenden K-Block mächtig Betrieb. „Das Publikum kam noch mal richtig, das hat uns gutgetan“, sagte Dynamo-Coach Uwe Neuhaus.

Dem SSV Jahn bleibt keine Zeit zum Durchschnaufen



Bereits am Freitag (18.30 Uhr) ist der Aufsteiger aus der Oberpfalz erneut gefordert. Der Tabellenzweite aus Düsseldorf gastiert in der Continental-Arena. „Da wartet ein harter Brocken auf uns“, blickte Nachreiner voraus auf die Heimaufgabe. „Wir freuen uns drauf“, ist dem Jahn-Defensivmann und seinen Kollegen nicht bange vor großen Namen. Das Hauptaugenmerk werden die Regensburger dabei dann vor allem auf die alles entscheidende Statistik legen – und zwar auf Tore.

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