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Samstag, 26. Mai 2018 28° 2

Fussball

Jahn verliert Kiel aus den Augen

Nach der 1:4-Niederlage in Duisburg ist der Aufstiegsrelegationsplatz in der 2. Liga für den SSV kaum noch zu erreichen.
Von Jürgen Scharf

Duisburg. Die Saison wird für den SSV Jahn Regensburg wohl ohne Zugabe enden. Im Fernduell mit Holstein Kiel um den Aufstiegsrelegationsplatz in der 2. Liga dürften die Oberpfälzer keine Chance mehr haben. Die Regensburger verloren am Samstag beim MSV Duisburg mit 1:4 (0:0), während Kiel in Ingolstadt gewann und seinen Vorsprung zwei Spieltage vor Saisonende auf fünf Punkte ausbaute.

Jahn-Coach Achim Beierlorzer hatte für die Partie in Duisburg in der Innenverteidigung komplett umbauen müssen. Sebastian Nachreiner fehlte verletzt, Marvin Knoll wegen der fünften Gelben Karte. Für sie liefen Markus Palionis und Benedikt Gimber in der Abwehrzentrale auf. Kurz vor dem Spiel verletzte sich zudem noch der eigentlich für die Startelf vorgesehene Joshua Mees. Für ihn stürmte Jonas Nietfeld.

Jahn trat selbstbewusst auf

Die Offensive um Sargis Adamyan harmonierte. Foto: Mark Bohla / Eibner

Den ersten Torschuss gaben die Duisburger ab. Außenverteidiger Kevin Wolze hielt nach einer Viertelstunde voll drauf, zielte zum Glück für den Jahn aber knapp daneben. Ebenso nur ein kleines Stück am Regensburger Tor vorbei ging nach 25 Minuten ein Kopfball von Dustin Bomheuer. Überhaupt hatten die Duisburger in der ersten Halbzeit etwas mehr vom Spiel. Wirklich dominieren konnten sie die Partie aber nicht, was daran lag, dass der Jahn mit großem Engagement zu Werke ging. Die Regensburger bissen sich in die Zweikämpfe hinein und hatten auch immer wieder Kontergelegenheiten. Bei denen war zu sehen, wie gut aufeinander eingespielt sie sind. In fast blindem Verständnis passten sich die Angreifer um Marco Grüttner und Sargis Adamyan bei den Gegenstößen die Bälle zu. Große Torchancen sprangen dabei zwar noch nicht heraus, die Duisburger merkten aber, dass sie gegen einen Gegner mit viel Selbstbewusstsein spielten.

Die Stimmen zum Spiel

  • Marco Grüttner:

    „Duisburg hat das Spiel auf seine Seite gezogen. Wir haben dann aufgemacht und noch zwei Konter gefangen. Das Ergebnis spiegelt vielleicht nicht ganz den Spielverlauf, letztendlich hat Duisburg aber verdient gewonnen. Wir haben auch gehofft, dass wir vielleicht noch oben dranbleiben können, das hat jetzt nicht geklappt, im Normalfall ist das durch. Aber wir können unheimlich stolz auf das sein, was wir geleistet haben. Das lassen wir uns auch nicht irgendwie kaputtreden.“

  • Alexander Nandzik:

    „Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass was geht. Aber wir haben dann Fehler gemacht und dann ist es schwer zurückzukommen. Aber lieber passiert das jetzt, als wenn es noch um den Klassenerhalt geht. Wir müssen stolz auf den Verein, auf das Team und die ganze Region Regensburg sein. Die Relegation wäre nur Zugabe gewesen, wir hätten uns natürlich gefreut, wenn wir noch oben dran geblieben wären. Aber wer weiß, wir versuchen jetzt, Darmstadt wegzuhauen und dann schauen wir mal, was Kiel macht.“

  • Andy Geipl:

    „Wir haben individuelle Fehler gemacht. Die passieren und gehören eben auch dazu. Zweite Halbzeit waren wir auch nicht mehr so gut drin, deswegen muss man auch sagen, dass wir verdient verloren haben. Nichtsdestotrotz haben wir eine Super-Saison gespielt. Unser Ziel haben wir mit dem Nichtabstieg erreicht. Wir haben jetzt noch zwei Spiele, in denen wir befreit aufspielen können.“

  • Achim Beierlorzer:

    „Es war ein verdienter Sieg für Duisburg, wenn auch am Ende mindestens ein Tor zu hoch. Es war ein körperliches und intensives Spiel. Wir wussten, dass wir uns keine Fehler erlauben dürfen, haben dann aber zu viele gemacht. Wir haben auf dem Platz einfach nicht so die Intensität und Spielstärke wie in den vergangenen Wochen gehabt. Kiel ist fünf Punkte weg, das lässt sich Kiel jetzt nicht mehr nehmen, da bin ich davon überzeugt. In den verbleibenden zwei Spielen wollen wir selbst aber noch maximal erfolgreich sein. Gerade beim Heimspiel gegen Darmstadt wollen wir unseren Fans nochmal ein Fußballfest bieten.“

In die zweite Halbzeit kamen die Regensburger eigentlich gut rein. Mit schnellen Kombinationen kamen sie mehrmals weit in die Hälfte der Duisburger hinein. Mitten in diese Phase hinein setzen die Hausherren allerdings eiskalt einen gewinnbringenden Angriff. Boris Taschy jagte den Ball mit einer Flanke in den Strafraum und Gerrit Nauber köpfte aus fünf Metern unhaltbar für Jahn-Keeper André Weis zum 1:0 für die Gastgeber ein (52. Minute). Lief nun alles für den MSV? Von wegen, der SSV hat schließlich Jann George. Und der packte nur fünf Minuten später völlig ungeniert einen Mega-Schuss aus. Mit links jagte er den Ball aus 20 Metern in den Torwinkel: 1:1.

Weis’ Unsicherheit beschert Duisburg das zweite Tor

Nach der 1:4-Niederlage ist der Traum vom Aufstiegsrelegationsplatz für den Jahn so gut wie gestorben. Foto: Mark Bohla / Eibner

Die Freude sollte auf Regensburger Seite aber nicht lange andauern. Jahn-Keeper Weis konnte sich bei einem langen Ball der Duisburger nicht so recht entscheiden, wie er ihn klären soll. Stanislav Iljutchenko nutzte seine Unentschlossenheit clever aus, schnappte sich den Ball und vollendete zum 2:1 für die Gastgeber (60.).

Nun mussten die Regensburger mehr ins Risiko gehen. Die Duisburger nutzten das sofort aus. Mit einem traumhaften Schuss aus vollem Lauf traf Moritz Stoppelkamp zum 3:1 und entschied damit die Partie. Drei Minuten vor dem Ende gab es durch Ahmet Engin dann sogar noch den vierten Duisburger Treffer.

web_Einzelkritik Jahn in Duisburg

Die Kieler, die einen klaren 5:1-Sieg in Ingolstadt feierten, können sich dank ihres nun praktisch uneinholbaren Vorsprungs jetzt schon auf die Relegationsspiele gegen den Drittletzten der Bundesliga einstellen. Für den Jahn bleibt allerdings das schöne Gefühl, als Aufsteiger eine überragende Saison gespielt zu haben, auch wenn das absolute Sahnehäubchen am Ende knapp verpasst wurde.

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