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Fussball

SSV Jahn: Super oder Super-Super?

Der Klassenerhalt ist fix und der Aufstieg in die Bundesliga noch möglich. Wir erklären, wie es weitergeht – so oder so.
Von Jürgen Scharf

Wir haben uns lieb! Der Teamgeist beim SSV Jahn gilt als Grundstein für den Erfolg der vergangenen Jahre. Foto: Eibner
Wir haben uns lieb! Der Teamgeist beim SSV Jahn gilt als Grundstein für den Erfolg der vergangenen Jahre. Foto: Eibner

Wie geht es bei einem Aufstieg weiter?

Die ersten zwei Mannschaften der Abschlusstabelle in der 2. Liga steigen direkt auf. Dies sind derzeit Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Nürnberg – und die sind für den Jahn praktisch nicht mehr einzuholen. Dem Dritten, Holstein Kiel, sitzen die Regensburger bei lediglich zwei Punkten Rückstand dagegen mächtig im Nacken. Würde der Jahn noch den einen Platz nach oben klettern und sich dann zudem in der Relegation durchsetzen, wäre das Wunder perfekt: Aufstieg in die Bundesliga. Seine Hausaufgaben für den Fall der Fälle hat der Klub erledigt. Der Jahn beantrage für die kommende Saison vorsorglich immer eine Lizenz für die aktuelle Liga sowie für eine drüber und eine drunter, sagt Geschäftsführer Christian Keller. Vor kurzem hat der Klub hier positive Antworten von der Deutschen Fußball-Liga erhalten. Erstmals sei dem Jahn Keller zufolge im finanzwirtschaftlichen Bereich die Lizenz ohne jegliche Bedingungen oder Auflagen erteilt worden – für die zweite wie auch die erste Liga. Bei einem Aufstieg in die Bundesliga müssten einzig „kleinere medientechnische Aspekte im Stadion“ geklärt werden, etwa die Zahl der Medienplätze oder eine Vergrößerung der Mixed-Zone in den Katakomben. Dies dürfte aber kein Problem darstellen, wie auch der Stadionbetreiber, die Regensburger Badebetriebe, bereits erklärten: „Grundsätzlich ist die Continental-Arena so konzipiert und gebaut worden, dass sie auch den Anforderungen an ein Erstligastadion entspricht und hier auch Spiele der ersten Bundesliga stattfinden können“, sagt Sprecher Martin Gottschalk.

Kommentar

Ein Aufstieg ist immer gut

Der SSV Jahn spielt so gut, dass das Unvorstellbare, die Bundesliga, nicht mehr unvorstellbar ist. Würde er wirklich innerhalb von drei Jahren von der...

Sportlich wäre die erste Liga für den Jahn, der vor drei Jahren noch in der Regionalliga spielte, eine Herkulesaufgabe. Experten wie Professor Tobias Haupt vom Institut für Fußballmanagement in Ismaning sind beeindruckt, wie erfolgreich die Regensburger sind, „obwohl es andere Mannschaften gibt, die ein viel höheres finanzielles Potenzial hätten“. Haupt traut dem Jahn den Aufstieg durchaus zu, sagt aber auch: „Er wäre schon das gallische Dorf im Haifischbecken Bundesliga.“ In der ersten Liga würden die Regensburger auf Mannschaften treffen, die noch viel mehr Geld haben als ihre jetzigen Gegner. Daran dürfte auch nichts ändern, dass die Regensburger bei den TV-Geldern einen satten Sprung machen würden. Derzeit bekommen sie knapp 6,6 Millionen Euro. In der Bundesliga dürfte der Jahn wohl mehr als das Doppelte bekommen. Es wäre also Geld für Verstärkungen da. Jahn-Geschäftsführer Keller will zu solchen Dingen momentan aber nichts sagen: „Zu konkreten Szenarien für die erste Bundesliga wollen wir uns derzeit nicht äußern, weil der volle Fokus auf den letzten drei Spielen in der 2. Bundesliga liegt.“

Wie geht es bei einem Nichtaufstieg weiter?

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte haben die Regensburger (mindestens) den Klassenerhalt in der 2. Liga geschafft. Alleine dies ist ein Riesenerfolg. Für eine weitere Saison in der zweithöchsten deutschen Spielklasse ist an vielen Fronten bereits alles vorbereitet. Der Hauptsponsor hat einen bis 2019 laufenden Vertrag und nach Informationen unseres Medienhauses ist dessen Gültigkeit nicht an eine bestimmte Liga gekoppelt. Die vereinbarten Zahlungen sollen sich aber je nach Spielklasse verändern. Bei einem großen Posten der Einnahmen, den TV-Geldern, würde der Jahn in der kommenden Saison etwas mehr Geld bekommen. Für die aktuelle Saison erhält er knapp 6,6 Millionen Euro aus dem TV-Topf. Die Verteilung des darin enthaltenen Geldes wird unter anderem anhand der Platzierungen der Klubs in der Abschlusstabelle berechnet. Weil der Jahn in dieser Saison auf jeden Fall vorne mit dabei ist, dürften die TV-Erlöse zumindest auf mehr als sieben Millionen Euro steigen. Überhaupt will der Jahn bei einem weiteren Jahr 2. Liga Stillstand vermeiden. Der Etat des Klubs wird auf etwa 13 Millionen Euro geschätzt. Der Jahn selbst macht dazu zwar öffentlich keine Angaben, Geschäftsführer Christian Keller zufolge hat der Klub für kommende Saison aber ein grundsätzliches Ziel: „Wir wollen uns in den Bereichen Sponsoring, Ticketing und Merchandising steigern.“ Das würde nichts anderes bedeuten, als dass der Jahn mehr Geld zur Verfügung hat.

Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Nickl
Jahn-Coach Achim Beierlorzer Foto: Nickl

Dass der Klassenerhalt bereits fix ist, dürfte bei der Personalsuche für kommende Saison in einem Punkt ein großer Vorteil sein. Spieler, die noch unentschlossen sind, werden bei mehreren Angeboten wohl eher das von einem Klub auswählen, bei dem sicher ist, dass er nicht mehr absteigt. Dass nun sogar noch der Aufstieg möglich ist, würde seine Überlegungen bei der Zusammenstellung des Kaders nicht groß beeinflussen, sagt Keller. Ob der Jahn einen Spieler wolle oder nicht, habe nämlich „mit der Ligazugehörigkeit zunächst einmal wenig zu tun“. Ohnehin ist ein Großteil des Kaders langfristig an den Klub gebunden, die Spieler müssten von anderen Vereinen aus ihrem Vertrag beim Jahn herausgekauft werden. Bislang liegen Keller zufolge keine offiziellen Anfragen anderer Klubs für einen Spieler oder den Trainer vor – und auch für ihn selbst nicht. Insbesondere bei Chefcoach Achim Beierlorzer wird derzeit allerdings spekuliert, dass er das Interesse anderer Klubs geweckt haben könnte. Er hat beim Jahn einen Vertrag bis 2019, der nach Klubangaben auch für die 1. Liga gilt und keine Ausstiegsklausel haben soll. Unserem Medienhaus sagte Beierlorzer am Dienstag zu den Spekulationen um seine Person: „Dazu werde ich keine Stellung nehmen. Ich konzentriere mich voll und ganz auf meine Aufgabe beim Jahn.“

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