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Fussball

Thalhammer: Profi und Teilzeit-Student

Der Jahn-Neuzugang will in Regensburg Spielpraxis sammeln. Schon in jungen Jahren baut er sich ein zweites Standbein auf.
von Felix Kronawitter

Den Ball immer fest im Blick: „Ingolstadt-Leihgabe“ Maximilian Thalhammer Foto: Nickl
Den Ball immer fest im Blick: „Ingolstadt-Leihgabe“ Maximilian Thalhammer Foto: Nickl

Regensburg.Im Trainingslager in Bad Gögging bekam Maximilian Thalhammer eine kleine Kostprobe davon, wie hart seine neuen Kollegen schießen können. Geburtstagskindern wird beim SSV Jahn Regensburg von den Kollegen stets ein Ständchen präsentiert. Und obendrauf gibt es während der gesanglichen Darbietung ein paar Schusseinlagen auf den Allerwertesten und Co.

Der 21-Jährige kann das aber locker wegstecken. Der 1,90 Meter große Mittelfeldspieler will sich schließlich in der 2. Bundesliga festbeißen, um noch weitere Gänsehautmomente zu erleben, wie den am 3. Februar dieses Jahres. Da feierte der gebürtige Freisinger sein Debüt im Unterhaus. „Darauf habe ich hingearbeitet. Und als es geklappt hat, war das natürlich geil“, erzählt Thalhammer, dem am Vorabend etwas die Düse gegangen war, als ihn Trainer Stefan Leitl informierte, dass er von Beginn an ran darf. „Da war ich erst ein bisschen aufgeregt, aber auf dem Platz ging es, da konzentriert man sich voll und ganz auf sein Spiel“, erzählt Thalhammer.

Auftritte im Nationaltrikot

Fünf Mal hat der Bayer schon das Nationaltrikot getragen im Kreise der U20-Auswahl. „Für Deutschland zu spielen, ist etwas Besonderes“, erklärt Thalhammer, der mit einem verschmitzten Lächeln auch beteuert, brav die Hymne mitgesungen zu haben. Dass seine Gesangsleistung nicht von Außenmikrofonen eingefangen wurde, stimmte ihn nicht ganz so traurig. „Singen kann ich gar nicht“, sagt Thalhammer, der sich selbst als nicht so ganz musikalisch bezeichnet, und schmunzelt. Früher habe er mal Gitarrenunterricht gehabt, schnell aber entdeckt, dass das nicht seine wahre Passion ist. Die sieht er im Fußball.

„Singen kann ich gar nicht.“

Maximilian Thalhammer

Ein weiterer besonderer Thalhammer-Moment wird kommen, wenn der Mittelfeldspieler zum Saisonauftakt am 4. August in der Continental-Arena mit dem SSV Jahn, an den er ausgeliehen ist, auf seinen FC Ingolstadt trifft. Thalhammer ist aber keiner, der beleidigt auf der Ersatzbank sitzen wird, oder gar groß meckern wird, wenn es nicht für einen Platz in der Startelf reicht. Ganz im Gegenteil. Ein Lautsprecher ist der junge Mann nicht. Kampfansagen an die neuen Kollegen gibt es nicht. „Ich will so viele Einsatzminuten wie möglich sammeln und beim Jahn den nächsten Schritt machen“, sagt Thalhammer. Was seine Mitstreiter in den vergangenen Jahren so auf die Beine gestellt haben, hat er begeistert verfolgt: „Zwei Aufstiege – das war schon spektakulär“, sagt er und fügt hinzu: „Der Jahn ist einfach ein cooler, bodenständiger und interessanter Verein.“

Marcel Correia im Video-Kurzportrait:

Kurzportrait: Das ist Jahn-Neuzugang Maximilian Th

Gemeinsames Ziel

Sich in der 2. Bundesliga etablieren, das ist das verbindende Element zwischen Thalhammer und seinem neuen Verein. Das ist das große gemeinsame Ziel.

„Max ist ein sehr dynamischer, athletischer Spieler“, hat sich Achim Beierlorzer schon einen ersten positiven Eindruck verschafft von seinem neuen Schützling. Der Jahn-Coach freut sich, dass Thalhammer den Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld weiter ankurbelt.

Große Eingewöhnungszeit brauchte Thalhammer nicht in Regensburg. Zu seinem neuen Arbeitgeber, die rund 80 Kilometer von der einen Donaustadt in die andere, pendelt Thalhammer derzeit noch. Sich dauerhaft niederzulassen in der Domstadt, ist prinzipiell nicht geplant. Im Rahmen der einjährigen Leihe will Thalhammer reichlich Spielpraxis sammeln für seine Rückkehr zu den Schanzern. Denn er gilt als eines der größten Talente des FCI, wurde dort im Nachwuchsleistungszentrum ausgebildet.

Lesen Sie hier: Marcel Correia: Der neue Leader des SSV Jahn

Nach seinem Debüt im Februar hatte es danach nur noch zu zwei weiteren Zweitliga-Einsätzen, bei dem ihm aber recht ordentliche Auftritte attestiert wurden, gereicht in Ingolstadt. „Das war damals eine schwierige Zeit, in der wir hinten reingerutscht sind“, blickt Thalhammer zurück. „Da ging es eine Woche gegen den Abstieg, und zwei Wochen später war man plötzlich wieder Vierter oder Fünfter“, skizziert Thalhammer den Saisonverlauf in der Vorsaison in der extrem ausgeglichenen 2. Bundesliga. In solchen Phasen sei es bestimmt auch schwierig, einen jungen Spieler da auch weiterhin einzusetzen, zeigt Thalhammer Verständnis dafür, dass Coach Leitl dann wieder verstärkt auf Routiniers setzte. Spielpraxis sammelte er zudem zehn Mal in der 2. Mannschaft in der Regionalliga Bayern.

Thalhammer ist einer, der über den Tellerrand hinausblickt. Bei ihm dreht sich nicht alles um Fußball. Ein Zweitliga-Profi, der sich schon in jungen Jahren ein zweites Standbein aufbaut neben dem schnelllebigen Fußballgeschäft. Der 21-Jährige studiert noch nebenbei. Sportmanagement. Ein Fernstudium, das extra auf Sportler zugeschnitten ist. „Warum nicht jetzt gleich damit anfangen, dachte ich mir“, erklärt Thalhammer.

Neben seinem Gehalt kann sich Thalhammer aber vielleicht schon bald ein paar Euros zusätzlich verdienen. Watten kann er ohnehin. Um bei den Schafkopfrunden beim Jahn einzusteigen, braucht er aber noch Zeit. Aber auch da beweist er Köpfchen. „Ich habe mir schon eine App, ‚Schafkopf spielen lernen‘, heruntergeladen“, erzählt Thalhammer mit einem Lächeln. „Ich muss ja vorbereitet sein.“

Maximilian Thalhammer im Steckbrief:

Maximilian Thalhammer im Steckbrief

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