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Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Fussball

Achtung, SSV Jahn: Bollwerk zu Gast!

Die Regensburger empfangen die Abwehrkönige aus Sandhausen. Das Spiel könnte wegweisend für den Endspurt der Saison sein.
Von Jürgen Scharf

Sargis Adamyan (links) und Marc Lais nehmen im Hinspiel Sandhausens Nejmeddin Daghfous in die Zange. Foto: Michael Bermel/Eibner
Sargis Adamyan (links) und Marc Lais nehmen im Hinspiel Sandhausens Nejmeddin Daghfous in die Zange. Foto: Michael Bermel/Eibner

Regensburg.Sie sind die Abwehrspezialisten der 2. Liga. Nur 22 Gegentore haben die Verteidiger des SV Sandhausen in dieser Saison bislang zugelassen – das ist absoluter Bestwert unter allen 18 Mannschaften. Zum Vergleich: Beim SSV Jahn schlug es bereits 36 Mal im eigenen Tor ein. Regensburgs Coach Achim Beierlorzer redet auch nicht um den heißen Brei herum. Sandhausen mache es in der Abwehr „einfach richtig gut“, sagt er: „Es wird eine Riesenherausforderung, da ein Tor zu erzielen.“

90 Minuten hat der Jahn am Sonntag Zeit, um das Bollwerk zu knacken. Blind ins Verderben wird er sich dabei aber wohl nicht stürzen. Die Sandhäuser gelten schließlich als abgezockte Truppe, die eiskalt zuschlagen kann. Ein Spiel in der 2. Liga sei „kein Wunschkonzert“, sagt Beierlorzer, „jedes hat seinen eigenen Charakter“ – und er weiß, wovon er redet. Der Jahn hat alleine in diesem Jahr bereits zwei turbulente Fußball-Dramen im eigenen Stadion erlebt. Gegen Ingolstadt und Düsseldorf lag er bereits klar zurück und gewann am Ende dann doch noch.

Das Duell mit Sandhausen ist ein echtes Verfolger-Duell. Beide Teams haben 36 Punkte und liegen damit vier Zähler hinter dem Aufstiegsrelegationsplatz. Wer am Sonntag verliert, könnte den Anschluss an die Spitzenplätze verlieren. Die Brisanz, die dadurch in der Partie steckt, lässt auch die Kassen beim Jahn klingeln. Mehr als 10 000 Zuschauer werden erwartet. Die Tabellenkonstellation spiele dabei auf jeden Fall eine Rolle, findet Beierlorzer, es sei zudem aber auch „Lohn für unsere Arbeit“ in der gesamten Saison.

„Da hatten wir nicht unseren besten Tag, das steht fest“

Achim Beierlorzer über das Spiel des Jahn in Braunschweig

Noch immer fehlen dem Jahn vier Zähler, um das Saisonziel „40 Punkte“ zu erreichen. Beierlorzer will diese Marke mit seiner Mannschaft so schnell wie möglich durchbrechen. Wenn er diese Mission sogar im Eiltempo zu Ende bringen würde, könnten die Jahn-Fans ganz nebenbei auch weiter vom Aufstieg in die Bundesliga träumen. Beierlorzer weist präventiv aber darauf hin, dass am Saisonende alleine „ein ganz normaler Mittelfeldplatz schon etwas Hervorragendes wäre“. Der wäre nämlich mit dem Klassenerhalt verbunden – und den hat der Jahn in der 2. Liga noch nie geschafft.

Lizenz für drei Ligen beantragt

Nach dem Abpfiff am Sonntag wird es ein paar Hinweise mehr darauf geben, wo die Reise für den Jahn in dieser Saison noch hingeht. Hinter den Kulissen werden sowieso die Weichen für alle möglichen Szenarien gestellt. Der Jahn wird nicht nur für die 2. Liga, sondern auch für die Spielklasse darüber und darunter eine Lizenz beantragen, wie Geschäftsführer Christian Keller der Mittelbayerischen sagte. Dies habe allerdings überhaupt nichts mit der aktuellen Tabellensituation zu: „Das machen wir immer so.“ Bis zum 15. März werden endgültig alle Anträge verschickt sein. Ende April dürfte die Prüfung durch die Deutsche Fußball-Liga (die für die ersten beiden Ligen zuständig ist) und den Deutschen Fußball-Bund (für die 3. Liga) abgeschlossen sein. Beim letzten Mal hat der Jahn, bei dem es in den vergangenen Jahren wirtschaftlich bergauf ging, die Lizenz ohne Bedingungen erhalten. Keller hofft auch dieses Mal auf dieses Ergebnis.

Voraussichtliche Aufstellungen

  • Jahn – Sandhausen:

    Sonntag, 13.30 Uhr

  • SSV Jahn Regensburg:

    Pentke – Saller, Nachreiner, Knoll, Nandzik – Geipl, Lais – Stolze, Adamyan – Grüttner, Nietfeld

  • Ersatz:

    Weis (Tor), Sörensen, Gimber, Mees, Hein George, Al Ghaddioui (Vrenezi)

  • Beim Jahn fehlt:

    Hoffmann (Adduktorenzerrung)

  • SV Sandhausen:

    Schuhen – Gislason, Knipping, Karl, Paqarada – Linsmayer, Kulovits – Daghfous, Förster, Vollmann – Sukuta-Pasu

  • Schiedsrichter:

    Aarnink (Nordhorn)

  • Auswärtsfahrt:

    Der Jahn-Fanklub „Power vom Tower“ fährt am Samstag, dem 17. März, zum Spiel bei Union Berlin. Abfahrt ist um 5 Uhr an der OMV-Tankstelle in der Prüfeninger Straße. Kosten: 25 bis 30 Euro. Anmeldung unter Tel. (01 51) 11 91 22 48 oder (01 51) 11 91 23 41

Um am kommenden Sonntag erstmal ein gutes Ergebnis auf dem Platz zu erzielen, hat der Trainer bei der Personalauswahl nahezu alle Optionen. Einzig Kevin Hoffmann fällt wegen einer Adduktorenzerrung weiter aus, ansonsten kämpften beim Jahn während der Woche 22 fitte Feldspieler um einen Platz im Kader für die Partie gegen Sandhausen. Auch Joshua Mees und Jann George, die zuletzt zweimal nicht im Kader standen, seien wieder „voll da“, sagt Beierlorzer. Auch Philipp Pentke, der am vergangenen Wochenende wegen der Geburt seiner Tochter pausiert hatte, ist zurück.

Im vergangenen Sommer gab es mit dem SV Sandhausen Zoff wegen des Vertrags von Albion Vrenezi – hier geht‘s zum Bericht

Mit der Leistung vom letzten Spiel gegen Braunschweig, das mit 1:2 verloren wurde, dürfte es aber wohl auch gegen Sandhausen keine Punkte geben. „Da hatten wir nicht unseren besten Tag, das steht fest“, sagt Beierlorzer. Die Mannschaft gehe damit aber selbstkritisch um: „Es gibt keinen, der sagt, so schlecht war ich doch gar nicht.“

Gibt es erneut ein Spektakel?

Die Vorzeichen, dass der Jahn erneut ein Heim-Spektakel liefert, stehen also nicht schlecht. Und Beierlorzer weiß, dass sein Team die Messlatte hoch gelegt hat: „Einer meiner Brüder war sowohl beim Heimspiel gegen Ingolstadt wie auch gegen Düsseldorf da. Der war völlig geplättet von diesen beiden Spielen – wie wir alle auch.“ Auch in Sandhausen wurden die starken Heimspiele der Regensburger übrigens genau registriert. Beim Jahn dürfe man sich nach einem Führungstreffer keinesfalls ausruhen, erklärt SV-Kapitän Stefan Kulovits. Eigentlich dürfe man sich sogar überhaupt nicht ausruhen: „Wir wissen, dass es eine intensive Partie wird.“ Eine Partie allerdings, in der der Matchwinner aus der Hinrunde fehlen wird. Lucas Höler, der damals beide Tore beim 2:0-Sieg der Sandhäuser erzielte, wechselte in der Winterpause zum SC Freiburg in die Bundesliga.

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