MyMz
Anzeige

Ärger mit der Rewag: Dem Jahn gingen die Lichter aus

  • Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz wurde die Öffentlichkeit informiert.
  • Aktuell gibt es keinen Strom im Jahn-Stadion.
  • Das Schreiben der Rewag an den SSV Jahn
  • Aktuell gibt es keinen Strom im Jahn-Stadion.

Beim SSV Jahn Regensburg gingen am Mittwoch um 10 Uhr die Lichter aus. Der städtische Energieversorger Rewag stellte dem Fußball-Drittligisten den Strom ab. Ob im Jahn-Stadion, in der Geschäftsstelle oder an den Trainingsplätzen am Kaulbachweg und Weinweg – es funktionierten weder Telefonanlage, Duschen, Stadionuhr, etc. Als Grund für den Schritt führt der Energieversorger in einer Presseerklärung ausstehende Vorauszahlungen in fünfstelliger Höhe auf, die der Jahn bis spätestens gestern hätte begleichen sollen. Eigentlich wäre die Summe schon am 13. März fällig gewesen, durch mithilfe von Oberbürgermeister Hans Schaidinger hatte der Verein einen Zahlungsaufschub bis 24. März erreicht. Bis dahin sollten zumindest 10 000 Euro bezahlt werden.

Manfred Kraml, Vizepräsident des SSV Jahn hat wenig Verständnis für die Maßnahme. Er verwies auf einer Pressekonferenz darauf, dass der Jahn rückständige Zahlungen in Höhe von 21 000 Euro in der ersten Märzwoche bezahlt habe. Der von der Rewag nun geforderten Vorauszahlung von 30 000 Euro „konnten wir aufgrund anstehender Gehaltszahlungen nicht nachkommen“, sagte Kraml. Der Verein hat laut Kraml angeboten, eine zum 3. April fällige Rechnung über 2500 Euro zu bezahlen. Das habe die Rewag abgelehnt und den Strom gesperrt. Kraml sieht den Spielbetrieb „akut gefährdet“. Dabei steht am Samstag eigentlich das Ostbayern-Derby gegen Wacker Burghausen an.

„So etwas gibt es nirgendwo, dass eine städtische Tochterfirma dem heimischen Verein das abverlangt“, sagt Jahn-Präsident Franz Nerb. Das sei für ihn ein Rücktrittsgrund, falls man auf die Vorauskasse bestehen würde, drohte der Präsident.

Der Regensburger OB reagierte enttäuscht auf die Haltung des Vereins. „Meine Geduld mit dem SSV Jahn ist zwar grenzenlos, aber irgendwann kann auch ich nur noch den Kopf schütteln“, sagte Schaidinger. Er könne die Maßnahme der Rewag nicht kritisieren. Die goldenen Brücken, die er dem Jahn gebaut habe, habe dieser nicht genutzt. Laut Rewag-Sprecher Bergbauer wird der Strom erst dann wieder fließen, wenn der Verein seinen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen ist.

Seit 2005 soll der Jahn fast 300 Mahnungen von dem Energieversorger erhalten haben und 48 Mal kurz vor einer Stromsperrung gestanden sein. „Irgendwann ist das Maß voll“, sagte Unternehmenssprecher Ludwig Bergbauer. Der Jahn sei auch nicht bereit gewesen, Sicherheitsleistungen zu geben. Die Rewag betonte, „dass ein Fußballverein, auch wenn es ein Traditionsverein ist, nicht mit anderem Maß gemessen werden kann als andere Kunden“.

Nach der -Mittwochs-Trainingseinheit musste Trainer Markus Weinzierl mit seinen Spielern ins Westbad fahren, um dort duschen zu können.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht