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2. Bundesliga

Aue liegt dem SSV Jahn nicht

Gegen den Klub aus dem Erzgebirge gab es für die Regensburger bis dato wenig zu holen – das soll sich heute ändern.
von Felix Kronawitter

Jann George (Mitte) und seine Kollegen hatten in der vergangenen Saison keinen leichten Stand gegen Erzgebirge Aue.Foto: Bert Harzer/ Eibner
Jann George (Mitte) und seine Kollegen hatten in der vergangenen Saison keinen leichten Stand gegen Erzgebirge Aue.Foto: Bert Harzer/ Eibner

Regensburg.Die vergangene Jahn-Saison in der 2. Fußball-Bundesliga war gespickt mit zahlreichen Highlights aus Regensburger Sicht. An einen Gegner denken die Oberpfälzer aber nicht gerne zurück: Erzgebirge Aue. Die „Veilchen“ waren neben Dynamo Dresden das einzige Team, gegen das es für die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer in beiden Partien nichts zu holen gab. „Wir haben nicht die allerbesten Erinnerungen an Aue“, fasst es der Jahn-Coach treffend zusammen.

Vor allem an der 0:1-Niederlage in Aue hatten die Regensburger zu knabbern. „Es war eins der deprimierendsten Spiele, das wir in der letzten Saison hatten“, blickt Beierlorzer zurück. Wirklich schwache Leistungen der Regensburger gab es in der vergangenen Spielzeit nur wenige. Auch die Darbietung beim 1:3 am 1. April zu Hause gegen Aue gehörte dazu.

Nur zwei Jahn-Siege

Die Sachsen liegen den Regensburgern nicht. Auch diversen Vorgängern von Beierlorzer erging es ähnlich. In den sechs Zweitliga-Duellen setzte es drei Niederlagen. Zweimal reichte es immerhin zu einem Unentschieden. Bisher gelang es den Regensburgern nur einmal, im Erzgebirgsstadion drei Punkte zu entführen. Karsten Hutwelker war der Matchwinner beim 1:0 am 3. August 2003. Auch in den vier Drittliga-Duellen streckte sich der Jahn dreimal vergeblich. Am 30. März 2010 gab es zumindest einen 2:1-Heimsieg. Eine Bilanz, die es aufzupolieren gilt.

Geht es rein nach der Papierform, haben die Oberpfälzer gute Chancen den Aue-Fluch am Freitagabend zu besiegen. Während der Jahn nunmehr schon seit neun Spielen in Folge ungeschlagen ist, stecken die Gastgeber in einer kleinen Krise. Drei Niederlagen hintereinander lassen das Polster auf die Abstiegszone immer mehr schmelzen. „Wir haben Glück, dass die hinter uns noch weniger punkten“, sagt Aue-Angreifer Pascal Testroet. Der 28-Jährige wechselte vor der Saison von Dresden ins Erzgebirge und ist scharf darauf, den 500. Zweitliga-Treffer der „Veilchen“ zu erzielen.

„Wir haben nicht die allerbesten Erinnerungen an Aue.“

Achim Beierlorzer

Dass er mit seinen neuen Teamkollegen auch heuer in der 2. Bundesliga ran darf, dafür mussten sich die Sachsen ordentlich strecken. In der Relegation setzte sich Aue gegen den Karlsruher SC durch. „Aue ist ein Gegner, der dasselbe Saisonziel hat wie wir. Und da wollen wir uns natürlich durchsetzen und punkten“, gibt Beierlorzer die Marschroute vor. Der Jahn-Trainer erwartet eine Mannschaft, „die taktisch schwer zu bespielen ist“.

Daniel Meyer coacht Aue seit dieser Saison. Foto: Harzer/Eibner
Daniel Meyer coacht Aue seit dieser Saison. Foto: Harzer/Eibner

Mit Daniel Meyer ist im Erzgebirge ein junger Trainer am Werk, der im Gegensatz zu einigen seiner Vorgänger, deutlich mehr Wert auf Offensivfußball legt. „Aue hat ein sehr gutes Defensivkonzept. Sie versuchen auch, von hinten rauszuspielen und auch spielerische Momente zu kreieren“, sagt Beierlorzer, der den Gegner mit seinen Trainerkollegen wieder ausgiebig analysiert hat. Ob Beierlorzer gegen die Sachsen, die mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette agieren werden, derselben Elf wie beim 1:1 gegen St. Pauli sein Vertrauen schenkt, bleibt offen. Und auch in Sachen Jahn-Grundformation könnte der Coach vielleicht ausnahmsweise mal von seinem „geliebten“ 4-2-2-2-System abweichen. „Vielleicht bringen wir in Aue taktisch auch mal was anderes. Vielleicht überraschen wir da mal“, erklärt Beierlorzer.

„Vielleicht bringen wir in Aue taktisch auch mal was anderes. Vielleicht überraschen wir da mal.“

Achim Beierlorzer

Die Jahn-Erfolgsserie hat man auch in Aue sehr genau verfolgt. „Wir haben Respekt davor, was sie in den vergangenen Wochen abgeliefert haben – insbesondere, was auch die Grundmentalität angeht. Es ist eine Mannschaft, die sich nie aufgibt“, sagt Aue-Coach Meyer. Seine Mannschaft sei gewarnt. Wenn man gegen den Jahn nicht aufpasse, nicht präsent sei, das habe der HSV gesehen, was dann passieren könne mit einer 0:5-Heimpleite.

Fussball

Darum ist der Jahn schwer zu bezwingen

Achim Beierlorzer und seine Spieler erklären die Gründe dafür, warum die Regensburger seit neun Spielen ungeschlagen sind.

Aues Weihnachtswunsch

Während der Jahn seiner Devise „nur von Spiel zu Spiel denken“ treu bleibt und kein fixes Punkteziel für den ausstehenden Viererpack ausgibt, hat der 39-jährige Aue-Coach schon einen kleinen Wunschzettel geschrieben. Im Gegensatz zum Jahn hat Aue die halbe Miete noch nicht in der Tasche. Mit 14 Punkten hat der FC sieben Zähler weniger auf dem Konto. „Wir müssen noch ein paar Punkte holen, um ruhige Weihnachten feiern zu können“, sagt Meyer. In Aue möchte man sich gerne mindestens 20 Zähler unter den Weihnachtsbaum legen.

Diese Ausbeute würde wohl auch die Aue-Bosse zufriedenstimmen. „Die Leonhardts haben den FC Erzgebirge Aue in den letzten Jahrzehnten nachhaltig geprägt, haben in verschiedenen leitenden Positionen mehr geräuschvoll als zurückhaltend dafür gesorgt, dass sich der kleine Klub in der 2. Liga etabliert hat“, hieß es in der „Bild“ zum 60. Geburtstag der Zwillinge vor eineinhalb Wochen. Das Duo will einen Sieg sehen gegen den Jahn. Ansonsten kann es wieder mal unruhig werden. Denn wenn es nicht rund läuft, weht im Erzgebirge ein rauer Wind.

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