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Donnerstag, 19. Juli 2018 30° 1

Fussball

Beim SSV Jahn läuft das Casting

Der Kampf um die Stammplätze beim Regensburger Zweitligisten ist eröffnet – und der dürfte richtig heiß werden.
Von Jürgen Scharf und Felix Kronawitter

Asger Sörensen (rechts) ist einer der Kandidaten für einen Platz im Abwehrzentrum. Foto: Nickl
Asger Sörensen (rechts) ist einer der Kandidaten für einen Platz im Abwehrzentrum. Foto: Nickl

Bad Gögging.Gerade eben hat die Nachmittagseinheit im Trainingslager des SSV Jahn Regensburg in Bad Gögging begonnen. Die Spieler wärmen sich mit einem Match auf Mini-Tore auf. Coach Achim Beierlorzer beobachtet das alles genau. Es sind noch dreieinhalb Wochen, bis er die elf Spieler aussuchen muss, die er zum Saisonstart ins Rennen schickt. Bis dahin wird er sich Zeit lassen und mit Spannung verfolgen, wer sich aufdrängt.

Es ist ein Kracher zum Auftakt: Am 4. August startet der Jahn mit einem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt in die neue Saison. Die Continental-Arena dürfte bei dem bayerischen Derby rappelvoll sein – und es dürfte keinen Spieler des Jahn geben, der da nicht von Beginn auf dem Platz stehen will. Allerdings ist dies gar nicht so einfach. Beierlorzer macht kein Geheimnis daraus, dass der Kader seiner Ansicht nach durch die Neuzugänge nun sehr ausgeglichen besetzt ist und sich daraus eine spannende Situation ergibt: „Die Kämpfe um die Positionen werden schon nochmal interessanter als im vergangenen Jahr.“ Geschäftsführer Christian Keller sieht das genauso. Der Konkurrenzkampf habe sich „in der Breite“ verschärft.

Im Mittelfeld wird es richtig heiß

In der Tat hat der Jahn im Sommer eine ganze Reihe von interessanten Spielern nach Regensburg locken können. Für die Innenverteidigung kam mit Marcel Correia ein sehr erfahrener Profi und mit Dominic Volkmer ein vielversprechendes Talent dazu. Der Konkurrenzkampf in der Abwehr wird zudem durch Jonas Föhrenbach angeheizt, der durchaus als Kandidat für einen Stammplatz auf der Außenbahn gilt. Und richtig heiß dürfte es beim Kampf um die zwei Plätze im zentralen Mittelfeld zugehen. Ins Rennen gehen hier neben Marc Lais und Andy Geipl die zwei Neuzugänge André Dej und Maxi Thalhammer, die sich ernsthafte Chancen ausrechnen können.

Kommentar

Eine gute Truppe

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Konkurrenz belebt das Geschäft – diese alte Weisheit gilt nun auch beim Jahn. Sich zu früh festzulegen oder irgendwelche Versprechen zu machen, hält Beierlorzer nicht für die richtige Herangehensweise. „Es gibt keine einzige Garantie auf einen Stammplatz, das kann kein Trainer machen“, meint er. „Gesetzt ist da keiner“, sagt er über seinen Kader. Das habe er auch jedem Spieler persönlich gesagt.

Alles beginnt wieder von vorne

Trainer Achim Beierlorzer hat die Qual der Wahl. Foto: Nickl
Trainer Achim Beierlorzer hat die Qual der Wahl. Foto: Nickl

Beierlorzer glaubt übrigens nicht, dass sich die Helden der vergangenen drei tollen Jahre des Jahn – in denen unter anderem zwei Aufstiege geschafft wurden – auf früheren Leistungen ausruhen wollen: „Nein, unsere Spieler sind andere Charaktere. Es ist nicht ihr Ding, zu sagen, ich verlass mich auf das, was ich in der Vergangenheit geleistet habe.“ Selbst einer wie Kapitän Marco Grüttner müsse sich in der Vorbereitung deswegen aufs Neue durchsetzen. „Bei Marco würde ich aber zum Beispiel sagen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er sich wieder als Sturmspitze durchsetzt, sehr hoch ist.“

„Es gibt keine einzige Garantie auf einen Stammplatz, das kann kein Trainer machen“

Achim Beierlorzer

Einen wie Grüttner, der vorne unermüdlich Dampf macht, wird Beierlorzer voraussichtlich auch wieder gut gebrauchen können. Bei der taktischen Grundausrichtung will der Coach nämlich an dem Erfolgsmodell der vergangenen Saison festhalten: „Wir bleiben bei der Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen. Wir wollen den Gegner hoch anlaufen, wahrscheinlich auch meistens mit zwei klaren Spitzen.“ Den Gegner so weit wie es geht vom eigenen Tor weghalten und bei Ballgewinnen schnell umschalten – dies ist der Masterplan, der in der Vergangenheit oft gut aufging.

Der Kader des SSV Jahn

  • Tor:

    Philipp Pentke, Andre Weis, Alexander Weidinger

  • Abwehr:

    Ali Odabas, Asger Sörensen, Jonas Föhrenbach, Marcel Correia, Benedikt Saller, Sven Kopp, Markus Palionis, Dominic Volkmer, Oliver Hein, Sebastian Nachreiner, Alexander Nandzik

  • Mittelfeld:

    Marc Lais, Albion Vrenezi, Jann George, Maximilian Thalhammer, Sargis Adamyan, Andre Dej, Andy Geipl, Sebastian Stolze

  • Sturm:

    Sebastian Freis, Marco Grüttner, Jonas Nietfeld, Haris Hyseni, Hamadi Al Ghaddioui

Dass der harte Konkurrenzkampf die Bildung einer klaren Hierarchie beeinträchtigt, glaubt Beierlorzer nicht. Er ist überzeugt davon, dass es am Ende ein Gerüst aus mehreren Führungsspielern geben wird: „Eine Achse und die damit verbundene Stabilität ist wichtig. Diese wird sich aber wieder von ganz alleine ergeben.“

Wie diese Achse dann genau aussieht, wird sich in dreieinhalb Wochen beim Saisonstart zeigen. Bis dahin muss auch Philipp Pentke um seinen Platz im Tor kämpfen. Er geht nun schon in seine vierte Saison beim Jahn. Bislang war er die unumstrittene Nummer eins und wurde zu einer Kultfigur bei den Fans. Einen Freibrief hat aber auch er nicht. Sein bisheriger Stellvertreter André Weis wird um seine Chance kämpfen.

„Das ist schon gut so, dass wir zwei sehr gute, erfahrene Torhüter haben, zudem den jungen Alex Weidinger, der auch vielversprechende Ansätze zeigt“, sagt Beierlorzer, der für den Platz im Tor einen „offenen Konkurrenzkampf“ ankündigt: „Sonst bräuchten wir ja nicht trainieren.“

Und trainiert wird beim Jahn in Bad Gögging sehr intensiv. Bereits beim Aufwärmen ist viel Dampf drin, wie beim Sechs-gegen-zwei-Klassiker deutlich wird. Die zwei Spieler in der Mitte versuchen alles, um irgendwie an den Ball und damit aus dem Kreis herauszukommen. Jeder Ballgewinn wird wie ein kleiner Sieg gefeiert, denn auch er ist ein kleiner Schritt zum großen Ziel: In die Mannschaft zu kommen, die gegen Ingolstadt auf dem Platz steht.

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