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Bielefeld zerlegt den SSV Jahn

Beim Kantersieg des Tabellenführers ist der Jahn auf der Alm gnadenlos unterlegen – und kassiert eine historische Pleite.
Von Felix Kronawitter

Bielefelds Fabian Klos (r) im Kampf um den Ball mit Erik Wekesser (2.v.r) aus Regensburg. Andreas Albers (l) und Cedric Brunner (2.v.l) schauen zu. Foto: Friso Gentsch/dpa
Bielefelds Fabian Klos (r) im Kampf um den Ball mit Erik Wekesser (2.v.r) aus Regensburg. Andreas Albers (l) und Cedric Brunner (2.v.l) schauen zu. Foto: Friso Gentsch/dpa

Bielefeld.Nur schnell weg aus Bielefeld“, lautete die Devise beim SSV Jahn am Sonntag. Und das lag nicht nur daran, dass Sturm „Sabine“, der für die Absage des Rheinderbys in der Bundesliga zwischen Mönchengladbach und Köln sorgte, im Anmarsch war. Das hatte vor allem mit dem Umstand zu tun, dass die Arminia zuvor über die Regensburger hinweggefegt war. Der Tabellenführer der 2. Bundesliga war eine Nummer zu groß für die Oberpfälzer. Das 0:6 (0:2) war der imposante Beleg dafür.

18 160 Zuschauer sahen, wie Bielefeld seine extreme Überlegenheit in der ersten Halbzeit durch Treffer von Cebio Soukou (15.) und Joan Simun Edmundsson (34.) in eine 2:0-Pausenführung ummünzte. Auch danach dominierte weiter der Tabellenführer. Manuel Prietl (65.) ließ die Regensburger Hoffnungen auf eine Aufholjagd weiter schwinden. Marcel Correia (86.) unterlief auch noch ein Eigentor. Reinhold Yabo (87.) und Cedrick Brunner (90.) sorgten für einen ganz üblen Ausgang aus Jahn-Sicht.

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Die Neuen machen Druck beim Jahn

Aaron Seydel und „Babis“ Makridis kurbeln den Konkurrenzkampf an. In Bielefeld wartet am Sonntag ein harter Brocken.

Trainer Mersad Selimbegovic fand nach der Partie deutliche Worte: „Es war ein Spiel, in dem wir in keinem Moment Zugriff bekommen haben und zu ängstlich agiert haben. Passend zum Spiel war das vierte Gegentor ein Eigentor. Und dann lassen wir uns naiv in der Schlussphase auch noch abschießen.“ Auch Kapitän Marco Grüttner war komplett bedient. „Wir haben heute von der ersten Minute an Angsthasenfußball gespielt. Das war nicht zweitligawürdig.“ Das 0:6 bedeutet die höchste Niederlage in der 2. Bundesliga für den Jahn seit 1977. Da setzte es eine 0:8-Pleite gegen Stuttgart.

Stürmische Gastgeber

Trainer Mersad Selimbegovic aus Regensburg ist nach dem Gegentreffer emotional. Foto: Friso Gentsch/dpa -
Trainer Mersad Selimbegovic aus Regensburg ist nach dem Gegentreffer emotional. Foto: Friso Gentsch/dpa -

Stürmisch ging es von Beginn an auch dem Platz, wo sich Tim Knipping für den angeschlagenen Sebastian Nachreiner, Erik Wekesser und Max Besuschkow neu in der Startelf wiederfanden, zur Sache. In der 15. Minute zeigten die Gastgeber, warum sie vorne stehen in der 2. Bundesliga. Nach Vorarbeit von Marcel Hartel tanzte Soukou die Regensburger Hintermannschaft aus und ließ Jahn-Keeper Alexander Meyer keine Chance. Der Jahn stand nun gehörig unter Druck. Bielefeld hätte durch Brunner und Marcel Hartel nachlegen können.

Die Arminia stürmte weiter. Der Jahn hatte Glück, dass ein strammer Schuss von Jonathan Clauss knapp über dem Tor landete. Jahn-Co-Trainer Jonas Maier, der das Spiel von der Tribüne aus verfolgte, um seinen Trainerkollegen Infos einzuflüstern, gefiel die Darbietung gar nicht. Mehrmals schlug er mit der Faust auf den Tisch vor ihm.

Der Jahn sendete nach einer halben Stunde ein Lebenszeichen. Nach einer Flanke von Chima Okoroji brachte ein Bielefelder gerade noch den Fuß vor Marco Grüttner dazwischen. Dann klingelte es aber erneut im Regensburger Tor. Edmundsson ließ sich nicht abdrängen von Correia und hämmerte den Ball ins Gehäuse. „Die Regensburger stehen viel zu hoch. Das funktioniert nicht gegen solch ein starkes Team wie Bielefeld“, sagte Kultkicker Ansgar Brinkmann zur Pause und fügte hinzu: „Es müsste eigentlich schon mindestens 3:0 stehen.“

Keeper Meyer sieht nicht gut aus

Meyer verhinderte nach knapp einer Stunde mit einer schönen Parade gegen Fabian Klos einen weiteren Bielefelder Treffer. 25 Minuten vor dem Ende sorgte Prietl mit dem 3:0 dafür, dass die Regensburger Hoffnungen auf eine Aufholjagd immer mehr schwanden. Meyer sah dabei nicht gut aus. Er erwischte den Ball nicht richtig und boxte ihn vor die Füße des Bielefelders. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“-Sprechchöre schallten durch das Stadion. Durch Andreas Albers zeigte sich der Jahn mal wieder in der Offensive – der Däne zielte aber vorbei. Das war alles viel zu harmlos. Meyer war dagegen bei einem weiterem Hartel-Freistoß auf dem Posten.

Fans

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Für den Jahn wurde es dann richtig bitter. Nach einem Missverständnis zwischen Meyer und Correia landete der Ball im eigenen Tor. Der Innenverteidiger wollte die Kugel eigentlich zu seinem Keeper zurückspielen. Der Jahn war nach dem Eigentor völlig von der Rolle. Yabo und Brunner sorgten für eine historische Regensburger Niederlage.

„Das war naiv in der Schlussphase. Das darf uns nicht passieren, dass wir da noch drei Dinger fangen“, sagte Grüttner und fügte hinzu: „Solch eine heftige Klatsche ist des SSV Jahn Regensburg nicht würdig. Ich kann mich im Namen der Mannschaft nur bei allen Jahn-Fans entschuldigen.“ Nachdem er nach dem Debakel Rede und Antwort stand, sprang er unter die Dusche und brauste schnell mit seinen Kollegen davon im Mannschaftsbus.

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