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Fussball

Bielefeld zu stark für den Jahn

Die Negativstatistik gegen die Ostwestfalen setzt sich fort: Beim Heim-1:3 gelingt der Ausgleich nur zwischendurch.
Von Claus-Dieter Wotruba

Der Jahn scheiterte an Arminia Bielefeld. Foto: Brüssel
Der Jahn scheiterte an Arminia Bielefeld. Foto: Brüssel

Regensburg.Statistisch gesehen ist Arminia Bielefeld alles andere als ein Lieblingsgegner des SSV Jahn: Seit 2003 stand in elf Pflichtspielvergleichen ein einziges Regensburger Sieglein einsam im Zahlenwerk. Und dabei bleibt es auch: 9514 Zuschauer erlebten, wie die Hausherren in der Conti-Arena zwar einen 0:1-Pausenrückstand ausglichen, am Ende aber doch im zweiten Saison-Heimspiel der 2. Fußball-Bundesliga mit 1:3 die zweite Saisonniederlage zu quittieren hatten. Weiter geht es für den SSV Jahn am kommenden Samstag beim SV Wehen-Wiesbaden, der in Bochum seinen ersten Saisonpunkt holte. „Es war ein nicht unverdienter Sieg für Bielefeld“, gab Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic zu. „Aber es war eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Spiel in Fürth. Wir werden unsere Punkte holen.“

Selimbegovic hatte sein Team auf zwei Positionen verändert. Jann George, dem die Regensburger mit einem Vertrag bis 2022 schon unter der Woche neues Vertrauen ausgesprochen hatten, gab wie Erik Wekesser sein Startelf-Debüt in dieser Saison. Oliver Hein und Jan-Marc Schneider mussten dafür weichen. Kollege Uwe Neuhaus vertraute dagegen exakt denselben elf Spielern wie zuletzt beim 3:1 gegen Aue.

Die Partie begann höchst unrhythmisch, denn in den ersten 25 Minuten lagen auf beiden Seiten serienweise Spieler angeknockt am Boden: Andreas Geipl (11.), Marcel Correia (17.), Sebastian Stolze (21.) und Sebastian Nachreiner (24., kurz vor der Trinkpause) hier, Reinhold Yabo (12.) da. Am härtesten aber traf es Arminia-Innenverteidiger Brian Behrendt, der vom Platz getragen und schon in der 5. Minute von Amos Pieper ersetzt werden musste.

Arminia Bielefeld ging hier mit dem ersten Tor in Führung. Foto: Brüssel
Arminia Bielefeld ging hier mit dem ersten Tor in Führung. Foto: Brüssel

Schnell aber war auch zu sehen, dass der Gast aus der ostwestfälischen 333 000-Einwohner-Stadt fußballerisch überlegen war. In großartigen Torgelegenheiten drückte sich das zwar nicht aus, aber Yabo hatte schon früh die beste, vor allem schön herausgespielte, lange aber auch einige Großchance (8.). Auch wenn Bielefeld meist den Ball hatte, sprang Produktives lange nicht heraus.

Jahn leistete sich viele Fehlpässe

Freilich: Die Jahn-Elf stellte spielerisch sehr wenig auf die Beine, leistete sich viele Fehlpässe. Ein einziger gelungener Angriff, als Sebastian Stolze freigespielt worden war, stand auf der Habenseite und rührte aus der 26. Minute. Ansonsten herrschte Offensiv-Ebbe im Jahnspiel. Dazu kamen drei gelbe Karten binnen sechs Minuten für Andreas Geipl (28.), Max Besuschkow (29.) und Sebastian Nachreiner (34.) als negatives Signal. Obendrein monierten die Bielefelder ein vermeintliches Handspiel und forderten nach einem weiten Ball von Torwart Ortega auf Kapitän Fabian Klos Elfmeter (29.). Doch auch die Video-Regelhüter in Köln sahen keinen Anlass, Schiedsrichter Pascal Müller aus Löchgau zur Überprüfung an den Spielfeldrand zu rufen.

Arminia Bielefeld war die stärkere Mannschaft. Foto: Brüssel
Arminia Bielefeld war die stärkere Mannschaft. Foto: Brüssel

Dass doch noch das 1:0 für Bielefeld fiel war verdient: Ein Angriff über links mit Klos schien erst zu versanden, doch Jonathan Clauss‘ Flanke von rechts fand Klos noch einmal – und dessen Kopfballvorlage verwertete Joan Simun Edmundsson (41.). Und in der vierten Minute der Nachspielzeit hätte Klos nach dem gewonnenen Kopfduell nach der fünften Arminia-Ecke gar noch ein zweites Tor draufsetzen können.

Der Jahn muss sich wohl nach unten orientieren

Klar war: Es musste sich etwas ändern. Personell zwar nicht, aber dem SSV Jahn gelang mit Engagement ein Blitzstart. Max Besuschkow befördert den Ball nach etwas mehr als einer Minute über die Linie. Doch der Treffer wurde erst einmal überprüft, weil Jahn-Kapitän Marco Grüttner Arminia-Torwart Ortega in Abseitsposition in der Sicht behindert haben soll. Es dauert rund zwei Minuten, dann zeigt Schiedsrichter Müller an: Das Tor gilt, Ausgleich, 1:1 (48.). Wie auf Knopfdruck ändert sich das Spiel: Plötzlich zeigte sich der SSV Jahn, drängte und erspielte Chancen wie die von George (53.) oder Erik Wekesser (55.). „Ich wusste, dass der SSV Jahn nicht aufgeben wird. Das war eine heiße und wilde Phase“, schnaufte auch Arminia-Coach Uwe Neuhaus in dieser Zeit tief durch. „Aber so etwas muss man erleben. Da muss man dagegenhalten.“

Der Jahn vor der Partie gegen Bielefeld. Foto: Brüssel
Der Jahn vor der Partie gegen Bielefeld. Foto: Brüssel

Und das taten die Gäste: Bielefeld brauchte jetzt eine gute Viertelstunde, um sich zu sammeln – und schlug kurz nach der Einwechslung von Florian Heister für Jann George zu. Manuel Prietl bewahrte im Nachgang eines von Besuschkow an die Latte gelenkten Balles zum 2:1 den Überblick und schubste die Kugel über die Linie (63.). „Unglücklich“ war ein vielgebrauchtes Wort im Jahn-Lager über die Enstehungsgeschichte hinterher. „Das Führungstor war ein bisschen überraschend“, gab auch Neuhaus zu. Danach zeigte Jahn-Kapitän Grüttner mit vehementer Gestik an, im Strafraum gehalten worden zu sein – vergeblich, weil der Elfmeterpfiff ausblieb. Mit Oliver Hein für Geipl (69.) und Andreas Albers für Erik Wekesser (74.) ging es in den Endspurt. Der SSV Jahn mühte sich zwar redlich, aber das Momentum war weg und das Bielefelder Tor geriet kaum in Gefahr.

Stattdessen führten die Gäste in der 84. Minute einen blitzsauberen Konter vor: Über Klos landete der Ball bei Yabo, der frei vor dem Tor wenig Mühe hatte, den Ball im Tor unterzubringen – 1:3, die Entscheidung. Und eine Trendmeldung nach vier Spieltagen, dass sich der SSV Jahn wohl erst einmal nach unten in der Tabelle wird orientieren müssen. Obwohl der Jahn-Optimismus bleibt. „Vergangene Saison hatten wir auch nach fünf Spielen vier Punkte, wenn ich mich richtig erinnere“, sagte Mersad Selimbegovic. Und Linksverteidiger Chima Sean Okoroji befand trotz der Niederlage: „Auf diese Leistung lässt sich aufbauen.“

SSV Jahn – Bielefeld 1:3 (0:1)

SSV Jahn Regensburg: Meyer – Saller, Nachreiner, Correia, Okoroji – Besuschkow, Geipl (69. Hein) - Stolze, George (61. Heister) – Wekesser (74. Albers), Grüttner

Arminia Bielefeld: Ortega – Clauss, Behrendt (6. Pieper), Nilsson, Hartherz – Prietl, Hartel, Yabo (84. Salger) – Edmundsson, Klos, Voglsammer (70. Schütz)

Schiedsrichter: Pascal Müller (Löchgau); Zuschauer: 9514; Tore: 0:1 Edmundsson (43.), 1:1 Besuschkow (47.), 1:2 Prietl (63.), 1:3 Yabo (83.)

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