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Fussball

Der Jahn im TÜV: Bereit für den Start

Die MZ prüft, ob die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer gerüstet ist für die Mission Klassenerhalt 2.0.
Von Felix Kronawitter

Sargis Adamyan (rechts, neben Marc Lais) hat noch mehr drauf als das, was er schon in der vergangenen Saison gezeigt hat. Fotos: Nickl
Sargis Adamyan (rechts, neben Marc Lais) hat noch mehr drauf als das, was er schon in der vergangenen Saison gezeigt hat. Fotos: Nickl

Regensburg.„Historisches leisten“ – das ist der Leitsatz des SSV Jahn Regensburg für das aktuelle Jahr. Die Oberpfälzer haben bereits geliefert. In der vergangenen Saison hat der Aufsteiger die 2. Bundesliga aufgemischt. Die Regensburger träumten gar kurz vom historischen Durchmarsch von der vierten in die erste Liga. Am Ende stand ein beeindruckender fünfter Platz. Aber beim Jahn scheint keiner die Bodenhaftung zu verlieren. Auch für diese Saison gilt nur die Devise: drinbleiben. Ist der Jahn gerüstet für die Mission Klassenerhalt 2.0.? Die Regensburger im TÜV:

Philipp Pentke geht bereits in seine vierte Saison als Stammkeeper beim Jahn. Der 33-Jährige war in den vergangenen Jahren ein bärenstarker Rückhalt, ein Torhüter, der im Eins gegen Eins nur schwer zu bezwingen ist. Auf dieser Position sind die Regensburger in der Zweitliga-Spitze. Leader Marvin Knoll ist weg, Sebastian Nachreiner verletzt: Jahn-Trainer Achim Beierlorzer braucht ein neues Innenverteidiger-Duo. Und das hat er mit Asger Sörensen und Neuzugang Marcel Correia gefunden. Die beiden treten in große Fußstapfen. Sie haben aber die Qualität, die Lücke zu schließen. Wenn sie denn auch fit bleiben.

Benedikt Saller hat sich derweil als Rechtsverteidiger mit konstant guten Leistungen festgespielt. Links in der Viererkette setzt Beierlorzer wohl erst mal auf Neuzugang Jonas Föhrenbach anstatt auf Alexander Nandzik. Im defensiven Mittelfeld vertraut der Regensburger Coach wohl auf das Duo Andreas Geipl und Marc Lais. Zwei, die es ihren Kritikern gezeigt haben, dass sie sehr wohl Zweitliga-Niveau haben. In der Breite sind die Regensburger generell besser aufgestellt. Die weiteren Neuen um Dominik Volkmer, Maximilian Thalhammer oder Andre Dej machen Druck auf die Arrivierten.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Marcel Correia (rechts) soll in der Defensive für Ordnung sorgen. Foto: Nickl
Marcel Correia (rechts) soll in der Defensive für Ordnung sorgen. Foto: Nickl

Die Jahn-Hoffnungen ruhen auch im zweiten Zweitliga-Jahr vor allem auf Kapitän Marco Grüttner. Dem 32-Jährigen ist es zuzutrauen, dass er nach 13 Treffern in der Vorsaison auch dieses Mal wieder zweistellig trifft. Die Offensive ist das Jahn-Prunkstück. 2017/2018 waren die Regensburger 53 Mal erfolgreich. Nur vier Teams trafen öfter. Mit Albion Vrenezi bekommt Grüttner wohl einen neuen Sturmpartner an seine Seite. Eine glänzende Idee. Denn vieles spricht dafür, dass der kleine, wendige und trickreiche Regensburger so manchem Gegenspieler die berühmt-berüchtigten Knoten in die Beine spielt. Auf den Außenbahnen haben die Regensburger mit Sargis Adamyan und Jann George zudem zwei Spieler, die das Jahn-Spiel erfrischend beleben – ihr Potenzial aber noch nicht gänzlich ausgeschöpft haben. Mit Julian Derstroff hat sich den Regensburgern ein Offensivmann angeschlossen, der den Konkurrenzkampf ankurbelt.

„Weit vorne verteidigen, den Gegner frühzeitig am Spielaufbau stören und selbst bei Ballbesitz schnell zum Torabschluss kommen“, so skizzieren die Jahn-Verantwortlichen ihre Spielphilosophie. In der vergangenen Saison waren die Oberpfälzer aber viel zu konteranfällig. 53 Gegentreffer waren der viertschlechteste Wert in der 2. Bundesliga. Die Regensburger um Cheftrainer Beierlorzer wollen ein adäquates Rezept finden – ohne, dass die attraktive Spielweise des SSV Jahn leidet und sich die Oberpfälzer im Strafraum einigeln. „Die Null muss stehen“, lautete die Jahn-Devise bei den Härtetests während der Vorbereitung. Eine Marschroute, die auch in der kommenden Saison gelten wird.

„Der Jahn wird am Saisonende aber weiter vorne landen. Irgendwo zwischen den Rängen acht und 14.“

Felix Kronawitter

Dass sich während der Vorbereitung auf die neue Saison Dutzende Testspieler auf dem Trainingsgelände des SSV Jahn tummeln, gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Beierlorzer sah sich zum Trainingsauftakt in der komfortablen Situation, bis auf die Langzeitverletzten Oliver Hein und Sebastian Nachreiner bereits alle Mann an Bord zu haben. Vor zwei Wochen gesellte sich noch Derstroff dazu. Aus den neun Testspielen stehen sieben Siege zu Buche. Darunter Kantersiege gegen Regenstauf (13:1), Gottfrieding (12:0) und ASV Cham (9:1). Beim 3:2 gegen den Regionalligisten aus Schweinfurt musste sich der Jahn schon strecken. Beim 1:4 gegen Drittligist Wiesbaden fehlte nach dem Trainingslager die Spritzigkeit. Viel ansehnlicher waren da schon die beiden 1:0-Erfolge gegen die Drittligisten aus Zwickau und Unterhaching. Die Generalprobe gegen den Ligakonkurrenten aus Sandhausen ging zwar mit 0:1 verloren, lieferte aber dennoch positive Erkenntnisse.

Der Jahn und sein Gegner im Vergleich:

Vorsaison ist nicht der Maßstab

Trainer Achim Beierlorzer hat den Klassenerhalt im Visier. Foto: Nickl
Trainer Achim Beierlorzer hat den Klassenerhalt im Visier. Foto: Nickl

Die laut Experten „stärkste 2. Bundesliga aller Zeiten“ liefert dem Jahn dieses Mal neben den bayerischen Derbys gegen Ingolstadt und Fürth und Duellen mit Traditionsklubs wie Union Berlin, St. Pauli oder Bochum noch zwei weitere Leckerbissen mit den Bundesliga-Absteigern Hamburg und Köln.

Die Platzierung aus der Vorsaison (Rang fünf) ist nicht der Maßstab für die Regensburger. Und kann es auch nicht sein. Vor dem vermeintlich „verflixten zweiten Jahr“ braucht der Jahn aber keine Angst zu haben. Der Klub hat das Zeug dazu, sich auf Sicht in der 2. Bundesliga zu etablieren. Entscheidend wird dabei auch sein, wie der Jahn aus den Startlöchern kommt. In der vergangenen Spielzeit brauchten die Regensburger etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Im Oktober 2017 kam der Jahn einfach nicht in die Spur. Doch Verantwortliche und Spieler behielten einen kühlen Kopf – und wehrten sich erfolgreich dagegen, in den Abstiegskampf hineingezogen zu werden. Der Jahn wird auch diese Saison wahrscheinlich mal drei Spiele in Folge verlieren. Der Jahn wird vielleicht auch während der Saison mal auf einem Abstiegsplatz stehen. Der Jahn wird am Saisonende aber weiter vorne landen. Irgendwo zwischen den Rängen acht und 14.

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