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Fussball

Der Jahn jubelt in Magdeburg

Die Gastgeber schlagen nach der Regensburger Führung zurück. In der Schlussphase drehen die Oberpfälzer aber wieder auf.
Von Felix Kronawitter

Regensburgs Hamadi Al Ghaddioui (l) und Torschütze Marcel Correia (r) jubeln nach dem Tor zum 2:2. Foto: Joachim Sielski/dpa
Regensburgs Hamadi Al Ghaddioui (l) und Torschütze Marcel Correia (r) jubeln nach dem Tor zum 2:2. Foto: Joachim Sielski/dpa

Magdeburg.Nach zuletzt vier Unentschieden in Folge ist dem SSV Jahn Regensburg am 13. Spieltag in der Fußball-Bundesliga wieder ein Sieg gelungen. In einer spektakulären Partie setzte sich die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer mit 3:2 (1:1) beim 1. FC Magdeburg durch und feierte dadurch den fünften Saisonerfolg.

Die Oberpfälzer, die schon seit acht Partien ungeschlagen sind, schieben sich mit 20 Zählern auf den sechsten Tabellenplatz vor. „Unser Ziel war es, die 20-Punkte-Marke zu knacken. Das ist für uns die halbe Miete. Darum haben wir gekämpft. Das hat meine Mannschaft toll gemacht mit einer hervorragenden Mentalität“, lobte der Regensburger Trainer seine Spieler, die sich nach Rückstand in der Schlussphase noch zurückmeldeten. Dass sie im Rennen um die magischen 40 Punkte, die für den Klassenerhalt reichen sollten, so gut dastehen, genießen die Oberpfälzer. „Es ist sensationell, was wir bisher erreicht haben“, sagte Marco Grüttner, warnte aber zugleich: „Es weiß aber jeder, dass man mit 20 Punkten nicht in der Klasse bleibt.“

Der Jahn ging bereits in Minute drei in Führung. Foto: Joachim Sielski/dpa
Der Jahn ging bereits in Minute drei in Führung. Foto: Joachim Sielski/dpa

20 336 Zuschauer sahen eine furiose Anfangsphase, in der Grüttner (3.) ein Geschenk dankbar in die Jahn-Führung umgemünzt hatte. Dem Aufsteiger gelang aber umgehend durch Christian Beck (5.) der Ausgleich. Nach der Pause schaffte es der Jahn nicht mehr, sich aussichtsreiche Chancen zu erspielen. Mit seinem zweiten Treffer drehte Beck (67.) das Spiel. Doch Marcel Correia (80.) brachte den Jahn wieder heran. Hamadi Al Ghaddioui avancierte mit seinem Treffer in der Nachspielzeit zum Matchwinner. Auch der Siegtorschütze war überglücklich nach der Partie. „Es macht mich stolz, dass ich der Mannschaft helfen konnte“, sagte der Angreifer in gewohnt bescheidener Manier.

Explosiver Beginn

Genauso explosiv wie im Fan-Block der Gastgeber, wo Pyrotechnik gezündet wurde, ging es auch auf dem Platz zur Sache. In der 3. Minute schlug „Regensburgs erster Verteidiger“, wie ihn die Verantwortlichen nennen, zu. Grüttner lief Magdeburgs Keeper Alexander Brunst an und brachte ihn damit in die Bredouille. In bester Slapstick-Manier schoss der Keeper den Regensburger Kapitän an, von dem aus der Ball ins leere Tor kullerte. Das war bereits der siebte Regensburger Treffer in der Anfangsviertelstunde. In den ersten 15 Minuten ist kein Zweitliga-Team so torgefährlich wie der Jahn. „Mit Sargis Adamyan hatte ich vor ein, zwei Wochen im Training noch gescherzt, dass es die schönsten Tore sind, wenn dich der Torwart einfach anschießt“, sagte Grüttner und fügte hinzu: „Jetzt sind wir mal dafür belohnt worden, dass wir immer durchlaufen, wir immer alle stressen.“

Die Jahn-Führung war aber von kurzer Dauer. Nach einer Flanke von Philip Türpitz lieferte Beck zwei Minuten später schon die passende Antwort.

„Mit Sargis Adamyan hatte ich vor ein, zwei Wochen im Training noch gescherzt, dass es die schönsten Tore sind, wenn dich der Torwart einfach anschießt.“

Marco Grüttner

Im Gegensatz zum FCM-Block war das Feuer auf dem Rasen noch nicht erloschen. Beide Mannschaften kredenzten den Zuschauern einen furiosen Beginn, bei dem die Regensburger an der erneuten Führung schnupperten. Eine Flanke von Adrian Fein bugsierte Grüttner aber nur aufs Tornetz (9.). Die Gastgeber hatten jetzt Glück, dass sie nicht erneut einem Rückstand hinterherrennen mussten. Sebastian Stolze und Jann George setzten ihre aussichtsreichen Torabschlüsse aber knapp neben den Pfosten (18./20.). „In dieser Phase hatten wir zwei Großchancen, wo wir das Tor machen sollten“, monierte Beierlorzer.

SSV Jahn in Magdeburg - die Einzelkritik

Schrecksekunde für den Jahn

Der Jahn hatte die Gastgeber weitgehend im Griff. Fünf Minuten vor Ende des ersten Durchgangs gab es allerdings eine Schrecksekunde zu überstehen. Nach einer Ecke von Nils Butzen schraubte sich Beck in die Höhe, zielte aber mit dem Kopf knapp vorbei. Die Jahn-Defensive schaffte es daraufhin gerade noch, zwei Schussversuche von Türpitz und Christopher Handke abzublocken (42./44.).

Magdeburgs Christian Beck (l) im Kopfballduell mit Regensburgs Asger Soerensen. Foto: Joachim Sielski/dpa
Magdeburgs Christian Beck (l) im Kopfballduell mit Regensburgs Asger Soerensen. Foto: Joachim Sielski/dpa

Die Regensburger hatten auch nach der Pause mehr vom Spiel. Die erste sehr gute Gelegenheit hatten aber die Gastgeber. Türpitz schickte Beck, dessen Schuss auf der Oberkante der Latte landete (58.). Dann kombinierten sich die Magdeburger durch die Regensburger Hintermannschaft. Der Ball landete bei Beck, der Jahn-Keeper Philipp Pentke keine Chance ließ (67.).

„Die, die reingekommen sind, haben wieder für neuen Schwung gesorgt.“

Marco Grüttner

Doch die Regensburger meldeten sich wieder mal nach einem Rückstand zurück. Nach einer Ecke von Jann George markierte Marcel Correia per Kopf den Ausgleich (80.). In der Nachspielzeit gelang dem eingewechselten Al Ghaddioui der 3:2-Siegtreffer. Nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Marc Lais.

Statikstik

  • Magdeburg – Jahn 2:3 (1:1)

  • 1. FC Magdeburg:

    Brunst – Handke, Tob. Müller, S. Schäfer (90.+2 Berisha) – Butzen, Laprévotte, Ignjovski, M. Niemeyer – Türpitz (61. Lohkemper), Beck, Bülter (77. Costly)

  • SSV Jahn Regensburg:

    Pentke – Saller, Sörensen, Correia, Föhrenbach – Geipl, Fein (66. Thalhammer), Stolze (71. Al Ghaddioui), George – Grüttner, Adamyan (83. Lais)

  • Schiedsrichter:

    Pascal Müller (Löchgau); 20336; 0:1 Grüttner (3.), 1:1 Beck (5.), 2:1 Beck (67.), 2:2 Correia (80.), 2:3 Al Ghaddioui (90.)

Wie schon in Bochum hatte Beierlorzer erneut ein glückliches Händchen. Beim 3:3 gegen den VfL hatte Al Ghaddioui dem SSV mit seinem ersten Treffer in einem Pflichtspiel einen Punkt gerettet. Lais war dort vom Elfmeterpunkt erfolgreich. „Das ist schon Wahnsinn, welche Moral in dieser Truppe steckt“, sagte Correia zu den Comeback-Qualitäten der Regensburger, die nun während der Länderspielpause etwas durchschnaufen dürfen.

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