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Freitag, 25. Mai 2018 23° 8

Fussball

Der Jahn, wie er siegt und lacht

Bei den Regensburgern läuft es weiter wie geschmiert. Sechs Geschichten rund um das tolle Spiel gegen den 1. FC Heidenheim.
Von Jürgen Scharf

Alle auf George! Der Regensburger Torschütze wird nach seinem Treffer zum 1:0 geknuddelt, die Heidenheimer sind dagegen bedient.Foto: Nickl

Viele Erfolge machen selbstbewusst. Der Jahn ist das Team der Stunde in der 2. Liga – und das zeigt sich auf dem Platz.

Kaum zu glauben aber wahr: In einer Tabelle für die vergangenen elf Spieltage in der 2. Liga würde der SSV Jahn Regensburg auf dem ersten Platz stehen. Sagenhafte 24 Punkte hat er in dieser Zeit gesammelt. Bis zum Samstag lag in diesem Ranking der 1. FC Heidenheim übrigens noch gleichauf. Nach der 0:2-Niederlage in Regensburg hat sich der Jahn aber abgesetzt. Diese Erfolgsserie zeigt sich natürlich auch auf dem Platz. Mit großem Selbstbewusstsein treten die Regensburger auf – allen voran einer wie Torwart Philipp Pentke: Der griff am Samstag mehrmals als „Libero“ ins Spiel ein und zeigte dabei seine Kopfballstärke.

Die Heidenheimer Angreifer kommen kaum zum Zug – ein Verdienst der tollen Abwehr des SSV Jahn.

Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften. Nun, so weit muss es beim Jahn gar nicht gehen, damit sich die Defensive ein Sonderlob verdient. Am Samstag hatte etwa Innenverteidiger Sebastian Nachreiner einen Top-Tag. Er gewann praktisch jeden Zweikampf und stoppte viele Angriffe der Heidenheimer fast im Alleingang.

Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier

Einfach mal draufhalten! Jann George macht instinktiv das Richtige und hat zudem das Glück des Tüchtigen.

Marco Grüttner machte kurz vor Schluss mit dem 2:0 alles klar. Auf die Siegerstraße gebracht hatte den Jahn aber bereits im ersten Durchgang das Tor von Jann George. Der zog aus schwierigem Winkel ab – und landete einen Volltreffer. Hinterher erzählte er, dass er gar keine Zeit zum Nachdenken gehabt hatte: „Als der Ball auf mich zukommt, habe ich nur gedacht: Jetzt musst du ihn irgendwie nehmen. Entweder fliegt er ins Tor oder in den zweiten Stock.“ Das Ende ist bekannt: Der Ball flog ins Tor. „Wir haben das nötige Glück, dass die Dinger auch mal reingehen“, sagt George. Dieses Glück hat sich der Jahn aber auch erarbeitet.

Hackentricks, Tempo-Dribblings und Fallrückzieher – der Jahn hat richtig Spaß am Fußballspielen.

Dass der Jahn derzeit richtig viel Spaß am Fußballspielen hat, wurde alleine in den ersten paar Minuten gegen Heidenheim deutlich. Während andere Mannschaften in dieser frühen Phase eines Spiels gerne mal demonstrativ ein paar Fouls einstreuen – um ein Zeichen zu setzen, wie es dann so schauerlich heißt –, ließen die Regensburger einfach den Ball laufen. Der ohnehin wieder einmal vor Ideen sprühende Sargis Adamyan packte gleich nach zwei Minuten einen Hackentrick aus und zeigte damit: Hey, wir wollen heute Spaß haben. Seine Mitspieler taten es ihm nach: Joshua Mees ging immer wieder rotzfrech in Tempo-Dribblings hinein und Marc Lais schraubte sich in der zweiten Halbzeit sogar zu einem artistischen Fallrückzieher in die Luft. Und auch wenn der Ball hier am Ende knapp am Tor vorbeiflog, erntete er doch Applaus vom Regensburger Publikum, das wieder voll auf seine Kosten kam.

Marcel Hofrath souverän, Andy Geipl selbstbewusst: Wenn einer ausfällt, rückt ein adäquater Ersatz nach.

Dass es beim Jahn in dieser Saison so gut läuft, liegt sicherlich auch daran, dass die Spieler bislang erfreulich wenig von Verletzungen geplagt sind. Und wenn dann mal wirklich einer ausfällt, steht einer parat, der die entstandene Lücke wunderbar ausfüllt. So etwa Marcel Hofrath. Den Außenverteidiger hatte kaum einer mehr als ernsthaften Startelf-Kandidaten auf dem Zettel. Als Alexander Nandzik wegen einer Gelbsperre pausieren musste, durfte Hofrath zuletzt in Kiel aber plötzlich von Beginn an ran – und erledigte seinen Job mit einer beeindruckenden Gelassenheit. Zudem sind Spieler, die nach einer Pause zurückkommen, gleich wieder voll drin. Andy Geipl etwa hatte zuletzt wegen einer Knieverletzung mehrere Wochen pausieren müssen. Am Samstag stand er nun wieder in der Startelf – und wirkte spritzig und selbstbewusst.

Alte Ziele, neue Fragen! Gedanken von MZ-Redakteur Jürgen Scharf zur Erwartungshaltung an den SSV Jahn!

Der Jahn spielt so gut wie nie und begeistert Fans und Funktionäre – das Stadion ist dennoch nur zur Hälfte gefüllt.

„Wie die heute wieder gekämpft haben. Für diese Mannschaft kann man sich nur begeistern.“ Das Lob kam von höchster Stelle. Hans Rothammer, Vorstandsvorsitzender des SSV Jahn, war nach der Partie gegen Heidenheim überglücklich. Und schon in den vergangenen drei Wochen hatte er reichlich Grund zum Strahlen gehabt. Die Leistungen, mit denen der Jahn gegen die Top-Teams Nürnberg, Ingolstadt und Kiel ungeschlagen blieb, waren eigentlich beste Werbung für das zweite Heimspiel des Jahres an diesem Samstag. Dass die Continental-Arena mit 8006 Zuschauern nur etwas über die Hälfte gefüllt war, war dann ein kleiner Wermutstropfen. Der Jahn spielt zum ersten Mal in der neuen Arena in der 2. Liga und spielt hier nun auch aller Voraussicht nach die beste Zweitligasaison seiner Vereinsgeschichte. Das hätte noch den einen oder anderen Zuschauer mehr verdient.

Alle aktuellen Nachrichten zum SSV Jahn gibt es in unserem Newsblog:

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