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Fussball

Der Jahn – wie er siegt und lacht

Die Regensburger gewinnen auch in Duisburg und feiern eine sensationelle Woche. Dem Trainer geht da das Herz auf.
Von Jürgen Scharf

Kommt in meine Arme! Marco Grüttner (zweiter von links) ist nach seinem Tor zum 1:0 für den SSV Jahn in Duisburg überglücklich und hat mit (von links) Jann George und Sargis Adamyan Teamkollegen, die gerne mit ihm feiern. Fotos: Mark Bohla/Eibner
Kommt in meine Arme! Marco Grüttner (zweiter von links) ist nach seinem Tor zum 1:0 für den SSV Jahn in Duisburg überglücklich und hat mit (von links) Jann George und Sargis Adamyan Teamkollegen, die gerne mit ihm feiern. Fotos: Mark Bohla/Eibner

Duisburg.Sebastian Stolze und Jann George waren gut drauf. Dies war auch kein Wunder. Beide hatten beim 3:1 (2:1)-Sieg des SSV Jahn Regensburg in Duisburg ein Tor erzielt. Als sie nach der Partie durch die Katakomben der MSV-Arena schlenderten, scherzten sie herum und zogen sich gegenseitig auf. Die Fußball-Welt ist schließlich schön, wenn man gewinnt. Und wenn man gleich dreimal innerhalb von nur einer Woche gewinnt, ist sie sogar wunderschön – so wie beim SSV Jahn.

In den vergangenen Tagen haben die Regensburger etliche Reisekilometer hinter sich gebracht. Zuerst ging es nach Hamburg: 5:0-Sieg. Zwischendurch wurde Heidenheim zu Hause mit 2:1 geschlagen. Jetzt ging es noch nach Duisburg: 3:1-Sieg.

Eine abgezockte Truppe

Die Regensburger zogen in dieser Woche die Glücksgefühle wie ein Magnet an. Der Sieg gegen Hamburg war der spektakulärste, der gegen Duisburg der wohl beeindruckendste. Weil sich die Regensburger hier als abgezockte, mit allen Wassern gewaschene Truppe präsentierten, die jeden Krumen aufsaugt, den die Liga derzeit hergibt.

Neun Punkte in einer Woche. „Das hätten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht ausgedacht“, meinte Jahn-Coach Achim Beierlorzer nach der Partie in Duisburg. Vielleicht hat er sich nach genau 13 Minuten des Spiels auch einmal wirklich sanft in den eigenen Arm gekniffen, um zu überprüfen, ob er vielleicht nicht doch nur einen Tagtraum hat. Da führte der Jahn nämlich bereits mit 2:0.

Einen ausführlichen Spielbericht finden Sie hier

In einem von Beginn an packenden Fußballspiel hatten beide Mannschaften sofort Vollgas gegeben. Während die in dieser Saison bislang sieglosen Duisburger aber das Toreschießen vergaßen, nutzte der Jahn seine Möglichkeiten eiskalt aus.

In der elften Minute jagte Marco Grüttner den Ball nach Pass von Sargis Adamyan ins Netz. Nur zwei Minuten später war Jann George dann der Ausgangspunkt für einen traumhaften Angriff, der zum 2:0 für den Jahn führte. George passte auf Grüttner, der auf Sebastian Stolze, der wieder auf Grüttner, der wieder auf Stolze – und der vollendete. „Da geht einem das Herz auf“, meinte ihr Trainer später zu der genauso rasend schnellen wie wunderschönen Kombination.

„Das hätten wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht ausgedacht“

Jahn-Trainer Achim Beierlorzer

Duisburg gelang zehn Minuten später zwar selbst ein Treffer durch Joseph-Claude Gyau, die Abwehr der Regensburger ließ bis zum Abpfiff der Partie aber keinen zweiten mehr zu. „Unsere Verteidiger haben das heute gut gemacht. Deswegen hatte ich auch wenig Sorge, dass noch etwas anbrennt“, meinte George. Der sorgte mit seinem seelenruhig verwandelten Elfmeter in der 78. Minute für die endgültige Entscheidung.

In der Tabelle schiebt sich der Jahn damit auf einen tollen fünften Platz vor. Der ist zunächst einmal nur eine Momentaufnahme, die Erinnerungen an die Traumwoche kann den Regensburgern aber keiner mehr nehmen. Jahn-Geschäftsführer Christian Keller war hoch zufrieden: „Neun Punkte in einer Woche sind für den SSV Jahn Regensburg natürlich sensationell, wenn man zudem bedenkt, dass wir dabei noch zwei Auswärtsspiele hatten.“ Außerdem kam noch Reisestress hinzu. Am Freitag fiel der eigentlich anvisierte Flug von Nürnberg nach Düsseldorf kurzfristig aus. Die Jahn-Delegation musste umplanen und über Berlin fliegen – samt knapp dreistündigem Zwischenaufenthalt. Erst kurz vor Mitternacht kam die Mannschaft in ihrem Hotel in Duisburg an. Optimale Voraussetzungen für die in einer englischen Woche so wichtige Nachtruhe sehen anders. „Wir haben aber auch da gesagt: Wir müssen es so nehmen wie es kommt. War halt die Nacht dann etwas kürzer“, meinte Keller.

„Wir sind ein Team, dass immer alles reinhaut“

Marco Grüttner

Bei den Regensburgern läuft es einfach. Auch in der Selbsteinschätzung könne er sich auf seine Spieler verlassen, meinte Beierlorzer am Samstag nach dem Spiel. Zur Halbzeit musste er Marcel Correia auswechseln. Der Innenverteidiger hatte in den letzten Spielen Top-Leistungen gezeigt. Nun sei er aber „fix und fertig“ gewesen, wie der Coach erzählte, und habe das angezeigt: „Absolut richtig von ihm, dann ein Signal zu geben.“

Dickes Lob für Andy Geipl

Ausgepumpt waren nach dem Spiel dann irgendwie alle. Beierlorzer hob dieses Mal einen sogar etwas hervor. Andy Geipl, der Mittelfeldmotor des Jahn, habe gekämpft bis zum Umfallen, befand der Trainer. Einer, der ebenfalls unglaublich viel gelaufen war, hatte sich kurz nach dem Spiel aber schon wieder gut erholt und war bester Laune. Marco Grüttner hatte sein Team auf dem Platz wieder mit unbändiger Freude am Sport und am Fußball mitgerissen. Der Stürmer war der überragende Mann, schoss ein Tor selbst, bereitete das zweite vor und leitete auch das dritte mit einem Sololauf ein. Ja, es habe richtig Spaß gemacht heute, bestätigte der Kapitän. „Wir sind ein Team, dass immer alles reinhaut“, erklärte er. Die Freude am Fußball komme dann fast wie von allein dazu.

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