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Fussball

Der SSV Jahn belohnt sich nicht

Die Regensburger melden sich mit einer guten Leistung zurück – nutzen gegen Kiel aber ihre zahlreichen Torchancen nicht.
Von Felix Kronawitter und Thomas Gottschling

  • Jahn-Kapitän Marco Grüttner stand gegen Holstein Kiel zwei Mal Aluminium im Weg. Fotos: Johannes Gatzka
  • Der Jahn kämpfte, ein Tor wollte aber nicht gelingen. Foto: Gatzka

Regensburg.Tore bekamen die 9700 Zuschauer am Sonntagnachmittag in der Continental-Arena keine zu sehen. Ansonsten war das aber sehr ansehnlich, was die Protagonisten auf dem Feld zeigten. „Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie meine Mannschaft aufgetreten ist. Wir haben füreinander gearbeitet und haben extrem viel Laufbereitschaft gezeigt. Das hat mich sehr positiv gestimmt“, analysierte Trainer Achim Beierlorzer nach dem Spiel gegen Holstein Kiel.

„Wir müssen unsere Spiele mit breiter Brust, voller Entschlossenheit und Teamspirit angehen. Nur so können wir in der Liga bestehen“, hatte der Regensburger Coach vor der Partie gefordert. Und seine Schützlinge haben geliefert. Nach dem 0:2 in Paderborn und dem blamablen Pokal-Aus gegen den Fünftligisten Chemie Leipzig hat die Beierlorzer-Elf die richtige Reaktion gezeigt in der 2. Bundesliga.

„Den Punkt haben wir, den kann uns keiner nehmen, deswegen bin ich jetzt auch für die nächsten Aufgaben sehr zuversichtlich. Da werden wir uns auch wieder belohnen“, sagte Beierlorzer. Belohnen war das richtige Stichwort. Die Regensburger haben es nicht geschafft, aus einer Fülle an aussichtsreichen Torchancen Profit zu ziehen.

Die Gastgeber waren von Beginn an hellwach. Im Gegensatz zu Kiels Keeper Kenneth Kronholm, der den Ball gegen Sargis Adamyan vertändelte. Der Ex-Regensburger, der in der Saison 2010/2011 aber nur 13 Mal in der zweiten Jahn-Mannschaft zum Einsatz gekommen war, hatte Glück, dass der Ball knapp am Pfosten vorbeiging (16.).

Überraschung in der Startelf

Sebastian Freis rückte beim SSV Jahn in die Startelf. Foto: Gatzka
Sebastian Freis rückte beim SSV Jahn in die Startelf. Foto: Gatzka

Die beste Chance zur Jahn-Führung hatte in der ersten Halbzeit Sebastian Freis. Mit dieser Personalie hatte Beierlorzer für eine große Überraschung gesorgt. Denn Freis spielte in der vergangenen Saison keine Rolle bei den Regensburgern und brachte es nur auf fünf Einsätze. Albion Vrenezi erhielt dagegen eine Verschnaufpause und stand nicht mal im Kader. „Ich habe mich natürlich riesig gefreut, ich habe lange auf die Chance warten müssen“, erklärte der 33-Jährige. In der 25. Minute setzte Freis sich gekonnt gegen zwei Kieler Verteidiger durch, sein Schuss strich aber ganz knapp am Kieler Tor vorbei. „Sebastian hat ein sehr gutes Spiel gemacht, er hätte sich in der ersten Halbzeit sogar belohnen können beziehungsweise müssen“, sagte Beierlorzer.

So bewertet die MZ die Leistung der Regensburger:

Der Jahn gegen Kiel: die Einzelkritik

Auch Kiel versteckte sich nicht. Das, was die Mannschaft von Trainer Tim Walter zeigte, war spielerisch ganz ansehnlich, letztlich fehlte aber die Durchschlagskraft. Stareinkauf Jae Sund Lee blieb bis auf einen Warnschuss aus der Distanz relativ blass. „Nach der Pause wollten wir zielstrebiger nach vorne spielen. Das ist uns auch geglückt. Schade, dass wir aus den fünf hochkarätigen Chancen keinen Profit gezogen haben“, sagte Beierlorzer. In der 55. Minute war es erneut Freis, der gefährlich vor dem Kieler Tor auftauchte. Sein Schuss aus spitzem Winkel strich aber knapp am Tor vorbei.

Marco Grüttner hätte die Partie per Kopf entscheiden können – Latte. Foto: Gatzka
Marco Grüttner hätte die Partie per Kopf entscheiden können – Latte. Foto: Gatzka

20 Minuten vor dem Ende der Partie glänzte Freis als Vorbereiter. Marco Grüttner bugsierte den Ball aber knapp neben das Tor. Dann stand das Aluminium der Jahn-Führung im Weg. Und wieder war es der Jahn-Kapitän. Nach einer schönen Flanke des eingewechselten Sebastian Stolze köpfte Grüttner den Ball an die Latte (82.). „Es war heute wichtig, ein anderes Gesicht zu zeigen – und das haben wir geschafft“, sagte der Regensburger Kapitän.

Lesen Sie hier: Walter und Kiel: Gesucht und gefunden

Kiels Coach lobt den Jahn

Von Kiels Trainer gab es Lob für die Regensburger. „Nach der Pause haben wir uns etwas einigeln lassen. Das hat Regensburg auch gut gemacht“, sagte Walter, der sich aufgrund der Regensburger Chancenfülle mit dem Punkt zufrieden zeigte. Marc Lais fand bei seinem Volleyschuss in Kronholm den Meister (83.). Kurz vor dem Ende servierte Benedikt Saller Jonas Nietfeld den Ball auf dem Tablett. Der eingewechselte Regensburger köpfte sieben Meter vor dem Tor aber drüber.

„Es war heute wichtig, ein anderes Gesicht zu zeigen – und das haben wir geschafft.“

Marco Grüttner

„Man ärgert sich schon bisschen, wir hätten es schon verdient gehabt zu gewinnen. Wir haben super gespielt, aber leider haben wir uns nicht belohnt“, sagte Adamyan.

„Kiel hatte aber auch die eine oder andere Konterchance“, analysierte Beierlorzer treffend. Kinglsey Schindler vollendete einen Entlastungsangriff der Kieler in der Schlussphase, schoss aber knapp vorbei. Der eingewechselte David Kinsombi hämmerte den Ball im Strafraum der Regensburger über das Tor.

Torhüter Philipp Pentke, der wieder für „Pokal-Keeper“ André Weis zwischen die Jahn-Pfosten gerückt war, unterstrich derweil eine weitere positive Erkenntnis, die das Unentschieden gegen die Norddeutschen lieferte. „Aus defensiver Sicht ist es wichtig, dass wir mal wieder zu Null gespielt haben. Wir haben die letzten 17 Spiele saisonübergreifend kein zu Null hinbekommen. Das war uns heute sehr wichtig.“

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