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Fussball

Der SSV Jahn braucht eine neue Abwehr

Geschäftsführer Christian Keller hat in der Sommerpause viel zu tun: Er muss neue Innenverteidiger finden.
Von Jürgen Scharf

Christian Keller ist optimistisch, gute Spieler zum Jahn holen zu können: „Wir sind ja auch schon dran.“Foto: Nickl
Christian Keller ist optimistisch, gute Spieler zum Jahn holen zu können: „Wir sind ja auch schon dran.“Foto: Nickl

Regensburg.Marvin Knoll geht zum FC St. Pauli, Benedikt Gimber zum FC Ingolstadt, Sebastian Nachreiner fällt noch lange verletzt aus und Asger Sörensen ist – zumindest vorerst – wieder zu seinem Stammklub Red Bull Salzburg zurückgekehrt. Wenn es in der Regensburger Continental-Arena irgendwo eine Alarmglocke geben sollte, die läutet, wenn beim SSV Jahn zu wenig Abwehrspieler angestellt sind, dann dürfte sie jetzt schrillend laut bimmeln. Derzeit steht der Klub nur mit einem einzigen verblieben Innenverteidiger, Markus Palionis, da. Jahn-Geschäftsführer Christian Keller ist gefordert, neue zu finden. Er selbst sagt ganz klar: „Da müssen wir nachlegen.“

Die Saison in der 2. Liga ist seit eineinhalb Wochen vorbei. Der Transfermarkt läuft auf Hochtouren. Dies bekommt auch der SSV Jahn Regensburg zu spüren. Bei der internen Saisonabschlussfeier in der vergangenen Woche äußerte Keller noch die Hoffnung, dass der eine oder andere der zuletzt von anderen Klubs ausgeliehenen Spielern gehalten werden kann. Bei Benedikt Gimber hat sich diese Hoffnung nun endgültig zerschlagen. Der FC Ingolstadt gab am Dienstag bekannt, dass er den Verteidiger von der TSG Hoffenheim verpflichtet hat. Die Ablösesumme soll bei etwa einer Million Euro liegen. Keller will die kolportierten Zahlen nicht im Detail kommentieren – nur so viel: Der Jahn habe sich auch um Gimber bemüht, „hier war für uns aber bereits kurz nach dem Start der Verhandlungen klar, dass es völlig außerhalb des Bereiches ist, den der Jahn leisten kann und will“.

Hatte Knoll Ausstiegsklausel?

Gimber zählte zu den Leistungsträgern beim Jahn. Eine sogar noch größere Lücke in die Mannschaft dürfte der Abgang von Marvin Knoll reißen. Knoll war einer der absoluten Führungsspieler der Regensburger. Mit seiner emotionalen Art und dynamischen Spielweise wurde er in den vergangenen drei Jahren zum Pubikumsliebling in Regensburg. Nun soll sein Wechsel zum FC St. Pauli bereits beschlossene Sache sein. Nach Informationen unseres Medienhauses hatte Knoll eine Ausstiegsklausel im Vertrag. Auf um die 400 000 Euro wird die Ablösesumme geschätzt, mit der St. Pauli ihm aus dem eigentlich bis 2020 laufenden Vertrag beim Jahn herauskaufen kann.

Spekulationen über Inhalte von Knolls Vertrag mit dem Jahn will Keller nicht kommentieren. Er sagt nur so viel: Dass Knoll überhaupt wechseln kann, liege daran, „dass wir vergangenen Sommer, als wir den Vertrag vorzeitig verlängert haben, eine klare Übereinkunft mit Marvin getroffen haben. Und zwar die, dass wir gesprächsbereit sind, wenn es ein entsprechendes Angebot gibt, das es ihm ermöglicht, Weichenstellungen für seine Karriere und sein Privatleben vorzunehmen“.

Ex-Profi fädelte Transfer ein

Knoll selbst hatte zuletzt bestätigt, dass es Anfragen von mehreren Vereinen gibt. Dabei wurde spekuliert, dass auch Bundesligisten wie der VfB Stuttgart oder Hertha BSC die Fühler nach dem 27 Jahre alten Abwehrspieler ausgestreckt haben.

Knoll hatte betont, wie wichtig die zu treffende Entscheidung für ihn sei: „Ich bin im besten Fußballalter, fühle mich körperlich und auch vom Kopf her topfit und bereit. Das ist eine weitreichende Entscheidung für meine Karriere und für mein Leben.“ Der Wechsel zum FC St. Pauli wurde von Knolls Berater Daniel Scheinhardt eingefädelt. Der ist bei dem Hamburger Klub sicherlich bestens vernetzt, spielte er von 2000 bis 2003 doch selbst für ihn. Auf Anfrage wollte sich Scheinhardt am Dienstag zum Stand der Verhandlungen nicht äußern.

Kommentar

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Der SSV Jahn will derweil die Lücke, die derzeit in seiner Abwehr klafft, so schnell wie möglich wieder schließen. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir guten Ersatz finden werden. Wir sind ja auch schon dran“, sagt Keller.

Ein Fragezeichen gibt es allerdings auch noch im Angriff. Joshua Mees war in der vergangenen Saison ebenfalls an den SSV Jahn ausgeliehen. Bei ihm soll derzeit noch völlig offen sein, bei welchem Verein er in Zukunft spielt. Nach Informationen unseres Medienhauses ist es auch nicht ausgeschlossen, dass er wieder zu seinem Stammverein in der Bundesliga, der TSG Hoffenheim, zurückkehrt. Der Jahn soll aber auch einer der Kandidaten sein, die noch Chancen auf eine Verpflichtung von Mees haben. Eine Entscheidung des 22-Jährigen ist wohl nicht vor Ende der Woche zu erwarten.

Keller selbst hat vorzeitig verlängert

Bei der Planung des Kaders für die kommende Saison ist Keller also an mehreren Fronten stark gefordert. Sein eigener, eigentlich noch bis 2019 laufender Vertrag wurde derweil vorzeitig um ein weiteres Jahr bis 2020 verlängert. „Der Erfolg der vergangenen Jahre hat einen Vater: Christian Keller. Mit seiner klaren Vision und seiner akribischen Arbeit hat er nicht nur eine erfolgreiche Fußballmannschaft zusammengestellt, sondern den Jahn auch zu einem solide geführten Klub entwickelt“, lobte Vorstandschef Hans Rothammer die Arbeit des Geschäftsführers zuletzt in höchsten Tönen.

Keller selbst kommentiert seine Vertragsverlängerung mit einer ganz grundsätzlichen Aussage. Ihn habe derzeit keine neue Herausforderung bei einem anderen Klub im Profi-Fußball gereizt, „denn wenn man gewisse Werte propagiert, sollte man sich auch selbst daran halten“. Keller zielt hier auf das schnelllebige Fußball-Geschäft ab und merkt dazu an, „dass man auch mal in den Vordergrund stellen kann, dass man an einer Entwicklung mitarbeiten möchte“. Viele Jahn-Fans hoffen nun darauf, dass auch Trainer Achim Beierlorzer seinen ohnehin noch bis 2019 laufenden Vertrag vorzeitig verlängern wird. Keller hatte bereits vergangene Woche erklärt, dass der Jahn daran interessiert sei, noch gebe es aber keine Entscheidung.

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