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Fussball

Der SSV Jahn sucht mehr Stabilität

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden möchten die Regensburger dieses Missverhältnis korrigieren.
Von Heinz Gläser

Möglicher Rückkehrer in die Defensive: Jahn-Innenverteidiger Marcel Correia (rechts; im Kopfballduell mit dem Ingolstädter Marcel Gaus) trainiert nach überwundenen muskulären Problemen seit Dienstag wieder mit der Mannschaft. Foto: Andreas Nickl
Möglicher Rückkehrer in die Defensive: Jahn-Innenverteidiger Marcel Correia (rechts; im Kopfballduell mit dem Ingolstädter Marcel Gaus) trainiert nach überwundenen muskulären Problemen seit Dienstag wieder mit der Mannschaft. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Es war ein schön herausgespieltes Tor, der krönende Abschluss einer tollen Kombination. Es war ein Treffer von der Sorte, die Fachleute anerkennend mit der Zunge schnalzen lässt. Dresdens Mittelfeldspieler Andreas „Lumpi“ Lambertz, heute wieder in Diensten von Fortuna Düsseldorf, fand das 1:0 der SG Dynamo in der Continental-Arena durch Sascha Horvath sogar „echt sexy“.

Am Ende stand es vor fast genau einem Jahr, am 17. September 2017, beim bislang letzten Aufeinandertreffen in Regensburg 2:0 für sie Sachsen. Ex-Jahnprofi Aias Aosman traf noch per Foulelfmeter. „In der vergangenen Saison war das eine der spielstärksten Mannschaften, die wir in der Continental-Arena gesehen haben“, erkennt Jahn-Kapitän Marco Grüttner an.

Dynamos Erich Berko (vorne rechts; gegen Sebastian Stolze) gelang am 18. Februar in Dresden das goldene Tor gegen den SSV Jahn. Foto: Eibner/Modla
Dynamos Erich Berko (vorne rechts; gegen Sebastian Stolze) gelang am 18. Februar in Dresden das goldene Tor gegen den SSV Jahn. Foto: Eibner/Modla

Auch das Rückspiel am 18. Februar dieses Jahres entschieden die Sachsen für sich. Erich Berko gelang beim 1:0 das Tor des Tages. Überhaupt ist Dynamo für den SSV Jahn eine äußerst harte Nuss. Der letzte Sieg gegen die Dresdener liegt mehr als acht Jahre zurück. Diese Bilanz ist alles andere als sexy – zumindest aus Regensburger Sicht.

Irgendwann ist ein Sieg fällig

Der studierte Mathematiklehrer Achim Beierlorzer lässt sich von solchen Statistiken nicht ins Bockshorn jagen. „Je länger wir nicht gewinnen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es passiert“, sagt der Jahn-Trainer. Gelegenheit zur Beweisführung ist für den aktuellen Tabellen-13. an diesem Freitag (18.30 Uhr) in der Conti-Arena, wenn beide Teams am fünften Spieltag die Klingen kreuzen.

Die Länderspielpause diente den Jahn-Akteuren auch dazu, die 3:5-Niederlage im Ligaspiel in Bielefeld zu verdauen. Das Schützenfest sei ja „für die Zuschauer ein großes Spektakel“ gewesen, blickt Beierlorzer zurück – aber es war ganz gewiss nicht nach seinem Geschmack. Denn es legte Defizite beim Jahn-Team offen, vor allem im Defensivverhalten. Beierlorzer macht indes eine eigene Rechnung auf: „Von den fünf Gegentreffern in Bielefeld müssen wir drei rausnehmen“, sagt er, denn bei zwei Toren seien „individuelle Fehler“ im Spiel gewesen, „die immer passieren können“. Und das letzte Gegentor war der Tatsache geschuldet, dass der Jahn in der Schlussphase auf den Ausgleich drängte, viel riskierte und dabei die Abwehr entblößt hatte. Beierlorzers Schlussfolgerung lautet: Momentan sehe ich noch keine Notwendigkeit, mir Kopfzerbrechen zu machen.“

Lesen Sie hier unser aktuelles Interview mit Jahn-Coach Achim Beierlorzer!

Das könnte sich allerdings mit dem Dresden-Spiel ändern. Der Tabellennachbar Dynamo (14. Platz) bringt jede Menge Qualität auf den Rasen. „Moussa Koné, Horvath, Berko, Aosman“: Beierlorzer zählt nur einige der „Kaliber“ im Dresdener Kader auf. Der Bosnier Haris Duljevic stellt zudem Zweitliga-Extraklasse dar. Schon im vergangenen Jahr war er der alles überragende Akteur auf dem Platz. „Das ist ein Top-Spieler, der mir von Beginn an aufgefallen ist“, lobt Beierlorzer und fügt hinzu: „Bei seinen überragenden Aktionen kommt aber manchmal noch zu wenig raus. Ich hoffe, das bleibt auch am Freitag so.“ Eventuell gereicht es dem Jahn zum Vorteil, dass der 24-Jährige in der Länderspielpause gleich zweimal für Bosnien-Herzegowina im Einsatz war. Beim 2:1-Sieg in Belfast gegen Nordirland glänzte Duljevic am Samstag als Torschütze, und auch beim 2:1-Sieg seines Teams gegen Österreich am Dienstag in Zenica stand er 90 Minuten auf dem Platz.

Die Jahn-Länderspielreisenden Sargis Adamyan (Armenien) und Asger Sörensen (U21 Dänemark) kamen international dagegen nur eine Halbzeit (Adamyan in Mazedonien) bzw. gar nicht zum Zug und dürften deutlich ausgeruhter zurückgekehrt sein.

Dresden hat drei und damit einen Zähler weniger auf dem Konto, allerdings auch ein Spiel weniger absolviert. Wegen des Polizei-Großeinsatzes in Chemnitz wurde das Heimspiel gegen den Hamburger SV auf den 18. September verschoben. Die Sachsen hatten damit eine ausgedehnte Länderspielpause. Ob das ein Vorteil oder Nachteil ist, lässt Beierlorzer offen. Ebenso, ob der am Dienstag vollzogene Trainerwechsel an der Elbe Einfluss aufs Duell am Freitag haben wird.

Nachfolger von Neuhaus

Maik Walpurgis, zuletzt beim FC Ingolstadt tätig, ist als Nachfolger des am 22. August beurlaubten Uwe Neuhaus neuer Dynamo-Chefcoach. Pikant: Der 44-Jährige hatte in der vergangenen Saison nach einer 2:4-Heimpleite gegen den Jahn seinen Trainerstuhl beim FCI räumen müssen.

Neu auf der Dynamo-Bank: Coach Maik Walpurgis Foto: Kahnert/dpa
Neu auf der Dynamo-Bank: Coach Maik Walpurgis Foto: Kahnert/dpa

Personell verbessert sich die Lage beim Jahn zusehends. Ali Odabas feierte im Testspiel gegen den SV Ried (1:1) ein Kurz-Comeback, und auch Markus Palionis steht kurz vor seiner Rückkehr. Marcel Correia trainiert seit Dienstag voll mit und ist eine Alternative, wenn es darum geht, die Innenverteidigung zu stabilisieren.

„Die Spieler sind heiß“, resümiert Beierlorzer. Die eigenen Fans und rund 1500 mitreisende Dresdener Anhänger werden für Stimmung in der Conti-Arena sorgen. Mindestens 14 000 Zuschauer werden erwartet.

Bleibt nur noch, dass sich der Jahn endlich mal wieder für den Aufwand belohnt, den er beim 0:0 gegen Kiel und in Bielefeld betrieben hat. Besonders beschenkt dürften sich im Erfolgsfall zwei Akteure fühlen: Andy Geipl steht vor seinem 100. Pflichtspiel im Jahn-Trikot, Alexander Nandzik feierte am Mittwoch seinen 26. Geburtstag.

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