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Neuzugänge

Die finanzielle Not hilft den Talenten

Auch wenn von den vier Neuen nur einer mit Zweitligaerfahrung dabei ist, glaubt Trainer Weinzierl an seine Jungs.
Von Heinz Reichenwallner, MZ

Ronny Philp (r.) ist sich für keinen Zweikampf zu schade. Foto: Brüssel

REGENSBURG. Das Rezept ist soooo einfach. Der Sportchef lasst seine Kontakte spielen, der Trainer segnet die Spielereinkäufe ab. Und schwupps ist ein vielversprechender Kader, womöglich spezifisch verstärkt, für die neue Saison zusammengestellt. Nur, Theorie und Praxis sehen anders aus – vor allem beim SSV Jahn.

Der Regensburger Fußball-Drittligist verlor einige Top-Leute und dünnte seinen Kader dazu noch in der Breite aus. Externe Neuzugänge gab’s bislang dagegen nur vier. Da finanzielle Luftsprünge nicht drin sind, wurden drei davon – Jim-Patrick Müller, Ronny Philp und Yusuf Emre Kasal – aus unteren Klassen geholt. Der vierte Neuzugang, Sebastian Hofmann, weist indes Zweitligaerfahrung auf. Frisch im Kader ist außerdem mit Philipp Ziereis ein Talent aus dem eigenen Nachwuchs.

Von den Neuen verspricht sich Markus Weinzierl dennoch viel. So zum Beispiel von Ronny Philp. Dem 22-Jährigen, der vom Regionalligateam des Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth kam, traut der Jahn-Trainer zu, „dass er den abgewanderten Stefan Jarosch auf der rechten Außenbahn ersetzen kann“. Philp sei unheimlich schnell, so Weinzierl, neben Tobias Schweinsteiger sei er der Schnellste im Team. Der Fußballlehrer ist überzeugt, mit dem Außenverteidiger einen Treffer gelandet zu haben. Er hatte Philp vorher selbst einige Male beobachtet und war von dessen Fähigkeiten von Anfang an beeindruckt. „Was ich da Positives gesehen habe, hat er bislang bei uns bestätigt.“

Eine ähnlich gute Rolle traut er Jim-Patrick Müller zu, der ebenfalls von der U23 der Fürther kam. „Er hat technische Fähigkeiten und beeindruckt mit seiner Ruhe am Ball“, schätzt Weinzierl die fußballerischen Qualitäten des 21-jährigen Offensivspielers. Dessen Plus ist die Vielseitigkeit. Müller, der aus einer Fußball-Dynastie kommt – Vater Bernd ist ein ehemaliger Profi, einst in Fürth und bei der SpVgg Unterhaching am Ball, während sein Großvater „Heini“ Heiner Müller früher Meisterspieler (1961) beim 1. FC Nürnberg war – kann im offensiven Mittelfeld, auf der „Sechs“ und in der vordersten Abteilung spielen. Überall dort ist er im Jahn-Team starkem Konkurrenzdruck ausgesetzt im Gegensatz zum Kollegen Philp. Doch glaubt Weinzierl, dass sich Müller schon „durchsetzen“ wird.

Yusuf Emre Kasal bescheinigt der Coach „gutes Passspiel und guten Spielaufbau“. Der Trainer verhehlt aber nicht, dass der gebürtige Schweinfurter, der Berufungen für die türkische U-17- und U-18-Nationalmannschaft vorweisen kann, „noch aufholen“ muss. Wegen einer Verletzung musste der 23-jährige Mittelfeldspieler zwei Wochen in der Vorbereitung aussetzen. Dazu fehlt ihm noch Spielpraxis. Der Grund: Es brauchte unbotmäßig lange Zeit, bis seine Remateurisierung nach dem Wechsel aus der zweiten türkischen Liga in die Verbandsliga zum VfR Mannheim durch war.

Derweil hatte Sebastian Hofmann gleich zu seinem Einstand ziemlich viel Pech. Der erste Gang des mit viel Vorschusslorbeeren bedachten Offensivmanns führte den Ex-Ingolstädter nach seiner Vertragsunterzeichnung auf den Trainingsplatz. Sein zweiter Weg führte ihn dann schon zum Arzt. Der 27-jährige Angreifer war bei den ersten Übungseinheiten mit seiner neuen Mannschaft unglücklich umgeknickt. Die bittere Folge: vier bis sechs Wochen Verletzungspause.

Philipp Ziereis bescheinigt man eine vielversprechende sportliche Zukunft. Der talentierte 18-Jährige ist auf dem Platz von seinen Kollegen schon voll akzeptiert. Ein Drei-Jahresvertrag liefert den Beweis, wie hoch die Wertschätzung der Jahn-Verantwortlichen für ihn sind. Ziereis, der auch schon in die U-19-Auswahl des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) berufen wurde, trainierte in der letzten Saison bereits im Profikader mit.

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