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Doppelschlag des VfB schockt den Jahn

Der Regensburger Fußball-Zweitligist unterliegt in Stuttgart mit 0:2. Daniel Didavi und Gonzalo Castro sind die Torschützen.
Von Heinz Gläser

Gonzalo Castro (rechts) trifft zum 2:0 für den VfB. Benedikt Saller kommt zu spät. Foto: Tom Weller/dpa
Gonzalo Castro (rechts) trifft zum 2:0 für den VfB. Benedikt Saller kommt zu spät. Foto: Tom Weller/dpa

Stuttgart.Der SSV Jahn kehrt mit leeren Händen aus Stuttgart zurück. Ein Doppelschlag des VfB raubte dem bis dahin gut mithaltenden Regensburger Fußball-Zweitligisten am Samstagnachmittag alle Chancen auf einen Punktgewinn. Vor 46 924 Zuschauern trafen Daniel Didavi (58. Minute) und Gonzalo Castro (59.) zum 2:0 (0:0)-Sieg für den schwäbischen Aufstiegsaspiranten. Das Team von Coach Mersad Selimbegovic ließ einige gute Möglichkeiten liegen, zudem wurde dem SSV Jahn ein Treffer von Marco Grüttner nach Videobeweis wieder abgesprochen.

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SSV Jahn: Grüttners emotionale Rückkehr

Im Herbst der Karriere läuft der Kapitän in der alten Heimat beim großen VfB Stuttgart auf. „Ein tolles Erlebnis“, sagt er.

„Ein verdienter Sieg für Stuttgart“, gab Selimbegovic hinterher zu. Er resümierte: „Wichtig war, dass wir uns hier gut verkauft haben. Sehr wichtig war auch, dass meine Mannschaft wieder Moral gezeigt und sich nach dem 0:2-Rückstand gewehrt hat. Ärgerlich ist, dass uns dann der Anschlusstreffer nicht gelungen ist.“

„Wir haben eine gute Regensburger Mannschaft gesehen, vor allem in der Anfangsphase“, lobte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Er fügte hinzu: „Dann haben wir immer mehr Kontrolle über das Spiel gewonnen.“

Zwei Veränderungen

Selimbegovic hatte im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Wiesbaden zwei Veränderungen in der Startformation vorgenommen. Kapitän Grüttner kehrte nach seiner Gelbsperre zurück ins Team, Federico Palacios musste weichen und stand nicht einmal im Kader. Aaron Seydel kam offensiv anstelle von Erik Wekesser zum Zug. Der Winter-Neuzugang stand erstmals von Beginn an auf dem Platz. Beim VfB hatte sich Ex-Jahnstürmer Hamadi Al Ghaddioui mit seinem Siegtreffer in Bochum für einen Platz in der Startelf empfohlen, den ihm Matarazzo prompt gewährte. Ex-Nationalspieler Mario Gomez drückte die Ersatzbank.

Beide Mannschaften spielten mit Trauerflor. Zu Beginn wurde eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags von Hanau eingelegt.

Hier gibt‘s die Einzelkritik der Jahn-Spieler von MZ-Sportredakteur Heinz Gläser:

VfB Stuttgart gegen SSV Jahn: Die Einzelkritik

Beim 3:2-Hinspielsieg war die spielerische Überlegenheit der prominent besetzten Gäste aus Stuttgart der entscheidende Faktor gewesen. Davon war diesmal in den Anfangsminuten wenig zu sehen. Genau genommen: gar nichts. Der Jahn diktierte das Tempo, hatte mehr vom Spiel, baute von hinten über viele Rückpässe auf Torhüter Alexander Meyer geduldig auf. Das zahlte sich in Chancen aus.

Grüttner hätte bei der Rückkehr in die Heimat die Schwaben beinahe mit einem frühen Gegentor geschockt. Benedikt Saller, der unter der Woche seinen Vertrag beim Jahn vorzeitig bis 2024 verlängert hatte, flankte von rechts aus dem Halbfeld. Den Kopfball des Jahn-Kapitäns lenkte VfB-Keeper Gregor Kobel in der 4. Minute an die Latte und von da übers Tor.

Interview

Grüttner: „Da oben ist man hilflos“

Der Jahn-Kapitän steht in Stuttgart vor einem speziellen Spiel. Abschlachten lassen wollen wir uns nicht mehr, verspricht er.

Wenig später spitzelte Andreas Albers den Ball nach einem Freistoß von Chima Okoroji von links neben das VfB-Tor. Anschließend allerdings kamen die Hausherren ein wenig besser ins Spiel. In der 19. Minute schlugen die Emotionen hoch. Orel Mangala traf nach einer Ecke von rechts volley von der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Harm Osmers erkannte das Tor zunächst an, entschied dann nach dem Videostudium auf Foulspiel an Max Besuschkow. Der Jahn-Mittelfeldspieler war unmittelbar nach dem Eckstoß im Strafraum von Atakan Karazor umgerissen worden. Die Stuttgarter Fans jubelten zwei Minuten später dennoch, als auf der Anzeigetafel in der Mercedes-Benz-Arena die Führung des FC St. Pauli beim VfB-Aufstiegsrivalen HSV vermeldet wurde.

Viel Stückwerk

Der aberkannte Treffer motivierte den VfB sichtlich. Im Spiel in die Spitze blieb allerdings vieles Stückwerk, zum Unwillen der einheimischen Fans reihte sich Stockfehler an Stockfehler. Dennoch spielte sich nunmehr das Geschehen fast ausschließlich in der Hälfte der Regensburger ab. Daniel Didavi scheiterte gleich zweimal an Meyer, in der 33. Minute mit einem Fernschuss sowie in der 35. aus kurzer Distanz, als er freistehend nur einen Roller zustande brachte. Es ging torlos in die Pause. Nun trafen auch die restlichen Jahn-Fans im Stadion, die sich bei der Anreise mit dem Zug eine satte Verspätung eingehandelt hatten.

Fünf Minuten nach dem Wechsel herrschte komplette Konfusion. Grüttner setzte sich am Fünfmeterraum nach einer Okoroji-Flanke robust im Luftduell mit Kobel ein. Aus dessen Händen sprang der Ball über die Linie. Osmers befragte zunächst seinen Linienrichter, entschied auf Tor, sah sich das Video an und nahm den Treffer letztlich wegen eines Foulspiels von Grüttner doch zurück.

Stattdessen ging Stuttgart in Führung. Didavi zirkelte aus zentraler Position einen Freistoß aus rund 22 Metern über die Mauer in die Ecke. Meyer streckte sich vergeblich. Besuschkow hatte für das Foul zuvor die Gelbe Karte kassiert. Kein zwei Minuten später ließ Silas Wamangituka im Laufduell Sebastian Nachreiner stehen und passte auf Castro, der ungestört aus zehn Metern einschoss.

Oliver Hein für Aaron Seydel

Diesen Doppelschlag musste er Jahn erst mal verdauen. Ein Lebenszeichen der Gäste sendete Jann George, dessen Kopfball knapp am Tor vorbeistrich. Selimbegovic brachte Oliver Hein für den wenig überzeugenden Seydel und später Benedikt Gimber für Besuschkow. Saller agierte nun offensiver.

Okoroji zwang Kobel mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zu einer Glanzparade. Auch Albers hatte das Anschlusstor auf dem Fuß, als er nach einer Hereingabe von Saller den Ball aus kurzer Distanz neben das Tor grätschte. Allerdings ließ auch der VfB noch beste Gelegenheiten aus.

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