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Fussball

Dynamo zieht dem Jahn den Stecker

Individuelle Fehler und mangelnde Chancenverwertung summieren sich zu einer 0:2-Niederlage gegen Dresden. Aosman trifft.
Von Heinz Gläser

Sargis Adamyan (links) und seinen Kollegen fehlte gegen Dresden die Durchschlagskraft. Foto: Brüssel
Sargis Adamyan (links) und seinen Kollegen fehlte gegen Dresden die Durchschlagskraft. Foto: Brüssel

Regensburg.Dynamo Dresden entwickelt sich für den SSV Jahn zu einer Art Angstgegner. Der Regensburger Fußball-Zweitligist unterlag den Sachsen am Freitagabend mit 0:2 (0:1) und rutscht mit dem vierten sieglosen Spiel in Folge nun langsam in eine Ergebniskrise. Vor 13 629 Zuschauern in der Continental-Arena trafen der Ex-Regensburger Aias Aosman (22. Minute) und Dario Dumic (52.).

Dem Team von Trainer Achim Beierlorzer war das stete Bemühen und unermüdliche Rackern nicht abzusprechen. Zu fehlendem Glück gesellte sich im Spielverlauf jedoch eine mittlerweile bekannte und fatale Mischung aus mangelnder Chancenverwertung vorne und individuellen Aussetzern in der Abwehr.

„Wir sind brutal enttäuscht. Im dritten Spiel in Serie haben wir viel investiert. Die Mannschaft versucht alles, macht aber richtig gravierende Fehler und nutzt ihre Chancen nicht“, bilanzierte Beierlorzer und fügte hinzu: „Eines kann ich versichern: Wir werden kämpferisch weiter an unserem Ziel arbeiten.“ Maik Walpurgis, der neue Mann auf der Dresdener Trainerbank, sagte: „Wir wussten um die Schwere der Aufgabe. Die Mannschaft war anfangs unsicher, wir hatten keinen Zugriff. Das 1:0 spielte uns in die Karten.“

Bei traumhaftem Fußballwetter waren genau 60 Sekunden verstrichen, als Marco Grüttner mit einem Flachschuss Markus Schubert im Dynamo-Tor erstmals prüfte. In der Folge unterbanden die Regensburger mit konsequentem Pressing den Spielaufbau der Gäste. Derart bedrängt, leisteten sich Schubert und SG-Kapitän Marco Hartmann eine Tändelei, aus der beinahe die Jahn-Führung resultierte.

Lang, lang ist’s her

Dynamo liegt dem Jahn nicht: Mehr als acht Jahre ist es her, dass die Oberpfälzer einen Sieg in einem Duell mit den Sachsen verbucht haben. Zudem waren sie schon in den beiden Aufeinandertreffen der Vorsaison (0:2, 0:1) punkt- und torlos vom Platz gegangen.

Beim Jahn hatte es doch nicht für einen Einsatz von Marcel Correia gereicht, obwohl der Innenverteidiger nach muskulären Problemen wieder das Training aufgenommen hat. Jonas Föhrenbach vertrat ihn in der Abwehr. Alexander Nandzik kam auf der linken Defensivseite zum Zug. Offensiv hatte Beierlorzer auf den Außen Jann George und Sebastian Freis aufgeboten. Noch nicht im Kader stand Last-Minute-Neuzugang Adrian Fein.

Jahn gegen Dresden: Die Einzelkritik

Jahn gegen Dresden: Einzelkritik

Walpurgis sah, wie sich seine Schützlinge langsam aus dem Jahn-Pressing befreiten. Die Führung für Dynamo fiel dennoch quasi aus dem Nichts. Rico Benatelli schlug im Jahn-Strafraum mehrere Haken, blieb aber im Abschluss hängen. Der Ball kullerte Aosman vor die Füße, der nur noch abstauben musste. Der 23 Jahre alte Deutsch-Syrer hatte bereits in der Vorsaison an alter Wirkungsstätte getroffen – damals per Foulelfmeter zum 0:2.

Der Jahn musste sich nun erst mal wieder aufrappeln. Fast hätte Brian Hamalainen mit einem Kopfball nach einer Ecke erhöht, scheiterte aber am Pfosten des Jahn-Gehäuses. Das Manko der Hausherren war in dieser Phase in verschiedenen Szenen erkennbar. Selbst nach aussichtsreichen Balleroberungen fehlte die Präzision beim Anspiel in die Spitze. Die Vorstöße verpufften, bevor der Jahn ins letzte Drittel gelangte. Gleichzeitig wuchs die Gefahr, in einen Konter zu laufen. Einem schlampigen Abspiel des kurz zuvor verwarnten Moussa Kone war es zu verdanken, dass dem Jahn vorerst weiteres Ungemach erspart blieb.

Ein Schuss von George von der Strafraumgrenze wurde Schuberts sichere Beute. Dicke Chancen vor dem Wechsel versiebten Sargis Adamyan und Andy Geipl. Der Armenier spitzelte den Ball an Schubert vorbei – allerdings auch am Tor. Und Geipl zielte praktisch mit dem Pausenpfiff aus 18 Metern hauchdünn neben den Kasten.

Stürmische Phase

In der zweiten Hälfte sollte Albion Vrenezi mehr Schwung bringen. Er kam für Freis, der blass geblieben war. Einen Schuss von Benedikt Saller fälschte Vrenezi fast zum Ausgleich ab. Es sollte der Startschuss für mehr Sturm und Drang sein. Nun ging es Schlag auf Schlag: Grüttners Treffer fand wegen Abseitsstellung keine Anerkennung. Asger Sörensens Kopfball segelte Richtung Hans-Jakob-Tribüne.

Doch das Tor machte erneut Dresden. Niklas Kreuzer trat einen Freistoß von halbrechts hoch und weit in den Strafraum, wo Dumic beim zweiten Zupacken dem chancenlosen Jahn-Torhüter Philipp Pentke mit einem satten Schuss das Nachsehen gab.

Was nun, SSV? Erneut war die Verunsicherung in den Reihen der Hausherren fast mit Händen zu greifen. Der pfeilschnelle Kone, Patrick Ebert, der eingewechselte Erich Berko und Kreuzer ließen für Dynamo riesige Chancen liegen, das Resultat auf 3:0 zu schrauben. Beierlorzer setzte offensiv alles auf eine Karte, brachte zunächst Jonas Nietfeld für Marc Lais und kurz vor Schluss Sebastian Stolze für Nandzik. Allzu viel stellten die Regensburger jedoch nicht mehr auf die Beine.

Am sechsten Spieltag steht nun ein Highlight der Vereinshistorie auf dem Programm. Am kommenden Sonntag, 23. September (13.30 Uhr), sind die Regensburger beim ruhmreichen Hamburger SV zu Gast.

Den Liveticker gibt es hier zum Nachlesen:

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