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Sonntag, 22. Juli 2018 28° 8

Fussball

Ein weiteres Jahr 2. Liga – mindestens

Der SSV Jahn kann schon jetzt eine grandiose Saison feiern. Ab sofort geht der Blick nur noch nach oben.
Von Jürgen Scharf und Heinz Gläser

ann George (l.) hatte den Jahn in Fürth mit zwei Toren zum Sieg geschossen. Danach blickte er gemeinsam mit seinen Teamkollegen einem Saisonendspurt entgegen, in dem der SSV Jahn nur noch nach oben schauen muss. Foto: Nickl
ann George (l.) hatte den Jahn in Fürth mit zwei Toren zum Sieg geschossen. Danach blickte er gemeinsam mit seinen Teamkollegen einem Saisonendspurt entgegen, in dem der SSV Jahn nur noch nach oben schauen muss. Foto: Nickl

Regensburg.Am Freitagabend trugen sich in Fürth wundersame Dinge zu. Die Fußballer aus Regensburg und ihr Trainer ließen jede Hemmung fallen. In den vergangenen Wochen hatten sie immer wieder darauf verwiesen, wie schnell es in der 2. Liga von ganz oben nach ganz unten gehen kann. Zur Eigenmotivation war ihnen jede theoretische Abwärtsspirale als Warnung recht. Jetzt aber, da sie mit dem 2:1-Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth schon wieder drei Punkte eingesackt hatten, brachen alle Dämme: „Mit dem Klassenerhalt war’s das“, sagte Kapitän Marco Grüttner mit einem strahlenden Lächeln. „Wir haben unser Ziel erreicht“, fügte Marvin Knoll hinzu. Und dieses Ziel war, als erste Truppe in der Geschichte des SSV Jahn zwei Jahre hintereinander in der 2. Liga zu spielen – das ist mindestens erreicht.

Auf das Wörtchen „mindestens“ kam es beim SSV Jahn nach dem packenden Fight in Fürth auch an. Auf die Perspektive seines Teams für den Endspurt in dieser Saison angesprochen meinte Coach Achim Beierlorzer, dass „ich da wieder mit meinem blöden Spruch komme: Wir schauen von Spiel zu Spiel“. Eines stehe aber schon fest: „Wir spielen definitiv nächstes Jahr 2. Liga.“ Hier konnte sich Beierlorzer des Hinweises aber nicht verweigern, dass das mit der 2. Liga letztlich eigentlich gar nicht so definitiv sei – und mit einem Schmunzeln korrigierte sich der Trainer: „Gut, dann füge ich eben hinzu: Wir spielen mindestens 2. Liga.“

„Die zwei restlichen Heimspiele müssen ein absolutes Fest mit unseren Fans werden.“

Jahn-Coach Achim Beierlorzer

44 Punkte hat der SSV Jahn und steht damit auf dem vierten Platz. Nach hinten muss er nicht mehr schauen. Umso entspannter kann er nach vorne blicken. Schließlich müsste er nur einen Platz klettern, um das dritte Jahr in Folge in einer Relegation um den Aufstieg spielen zu können.

Kiel ist noch fünf Punkte entfernt

Würde er diese erreichen und sich hier durchsetzen, würde er sogar deutsche Fußballgeschichte schreiben. Den Durchmarsch von der vierten Spielklasse in die Bundesliga hat nämlich noch nie ein Team geschafft. Damit es wirklich so weit kommt, müsste Holstein Kiel, das mit fünf Punkten Vorsprung auf dem dritten Platz steht, auf den letzten Metern der Saison aber noch ordentlich Federn lassen. Die beiden Teams ganz vorne sind für den Jahn ohnehin praktisch kaum mehr einzuholen. Der 1. FC Nürnberg hat sieben Punkte mehr, Tabellenführer Düsseldorf neun.

Hier finden Sie einen ausführlichen Bericht zum Jahn-Spiel in Fürth:

Wie viel die drei da ganz oben jetzt ganz genau noch entfernt sind, interessierte Marvin Knoll am Freitagabend aber nicht wirklich. Der erklärte, dass sich seine Mannschaft etwas Unbezahlbares erarbeitet habe: „Wir können es jetzt einfach nur noch genießen.“ Es sei bereits eine grandiose Saison für den Jahn: „Ich hab’ noch nie in so einer intakten Mannschaft gespielt. Es macht einfach Spaß.“

Spaß dürfte dann auch die Heimfahrt gemacht haben. Grüttner kündigte an, dass sich hier ein Party-Bus auf den Weg in die Oberpfalz machen wird. „Heute wird das eine oder andere Bier getrunken“, kündigte er an – um dann aber doch noch hinzuzufügen, dass beim Jahn nicht alle Vorsätze über Bord gekippt werden. Einmal feiern, „aber dann bereiten wir uns wieder ganz normal vor und geben weiter Gas“. Direkt hinter den goldenen drei Plätzen zu stehen, sei schließlich eine tolle Motivation, meinte Grüttner: „Jeder kann die Tabelle lesen. Wir werden so viele Punkte wie möglich sammeln, und dann schau’n wir mal.“

Mit diesen rosigen Aussichten beginnen für den Jahn nun quasi die Jubelwochen. Im eigenen Stadion empfangen die Regensburger noch den FC St. Pauli und Darmstadt 98. „Die zwei restlichen Heimspiele müssen ein absolutes Fest mit unseren Fans werden“, forderte Beierlorzer. Ein Fest, mit dem „ein fantastisches Jahr“, zu dem, wie Beierlorzer findet, nur noch Superlative verwendet werden dürfen, zum Abschluss gebracht wird.

„Genauso reinhauen“

Dass seine Mannschaft in den letzten Partien der Saison alles geben werde, erfordere Beierlorer zufolge aber nicht nur die Möglichkeit, vielleicht noch ganz oben ranzuschnuppern – sondern alleine die sportliche Fairness. Sein Fürther Kollege Damir Buric steckt mit seiner Mannschaft noch schwer im Abstiegskampf. Der Jahn-Coach, der selbst viele Jahre bei den Franken als Spieler aktiv war, garantierte ihm am Freitag, „dass wir uns gegen Mannschaften, die da auch mit drinstecken, genauso reinhauen werden“.

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