MyMz
Anzeige

Fusball

Eine besondere Jahn-Rückkehr

In Bielefeld startete die Regensburger Zweitliga-Reise. Mit der Arminia hat die Beierlorzer-Elf noch eine Rechnung offen.
von Felix Kronawitter

Marco Grüttner (links, im Duell mit Bielefelds Florian Hartherz) und der Jahn erwarten ein ähnlich intensives Duell wie im Vorjahr. Foto: Friso Gentsch/dpa
Marco Grüttner (links, im Duell mit Bielefelds Florian Hartherz) und der Jahn erwarten ein ähnlich intensives Duell wie im Vorjahr. Foto: Friso Gentsch/dpa

Regensburg.Nach einem Traumpass von Marco Grüttner ist Jann George auf und davon, schiebt eiskalt zur Führung ein und jubelt danach ausgiebig mit seinen Teamkollegen. Am 29. Juli 2017 begann die Zweitliga-Reise des SSV Jahn in der vergangenen Saison. Vor einem Jahr betrat der Großteil der Regensburger Mannschaft neues Terrain. „Daran denken wir oft zurück“, verrät Achim Beierlorzer vor der besonderen Rückkehr nach Bielefeld, wo die Regensburger am Samstag ab 13 Uhr gefordert sind.

Die ersten 20 Minuten der Partie sei der Jahn von der Wucht und der Art und Weise, wie Bielefeld aufgetreten sei, schon überrascht gewesen, erklärt der Jahn-Trainer. Sein Team habe sich aber unheimlich schnell gefangen und ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Nach einem schweren Patzer der Regensburger bejubelte Bielefeld kurz vor Schluss aber einen 2:1-Sieg.

Nietfelds Reise in die Heimat

Marco Grüttner (links) und Jann George bejubeln am 29. Juli 2017 den ersten Regensburger Saisontreffer in Bielefeld.
Marco Grüttner (links) und Jann George bejubeln am 29. Juli 2017 den ersten Regensburger Saisontreffer in Bielefeld.

„Der eine Punkt liegt da noch. Den könnten wir jetzt am Wochenende mindestens mitnehmen“, gibt Beierlozer die Marschroute vor. Bielefeld sei zum Start der vergangenen Saison gleich der richtige Gradmesser gewesen. „Da hat es damit begonnen, dass die Mannschaft alles investiert, um dagegenzuhalten“, sagt Beierlorzer. Ab dem Zeitpunkt habe man gleich gewusst, was die Benchmark sei.

„Der eine Punkt liegt da noch. Den könnten wir jetzt am Wochenende mindestens mitnehmen.“

Achim Beierlorzer

Für viele Regensburger war es der erste Auftritt in der 2. Bundesliga. Für Sargis Adamyan, Asger Sörensen und Jonas Nietfeld zudem der erste Ligaeinsatz überhaupt für den Jahn. Nietfeld ist in Minden geboren. Rund 50 Kilometer entfernt von der Schüco-Arena. Aufgewachsen ist der Offensivmann aber in Niedersachsen. Dennoch sei es auch für ihn eine besondere Partie in der Nähe seiner Heimat. „Es werden einige da sein, um mich und den Jahn zu unterstützen“, erklärte er bei Jahn-TV.

Beierlorzer weiß, was seine Mannschaft in Bielefeld erwartet: „Es wird ähnlich wie im Vorjahr. Das war ein sehr intensives Spiel mit einer hohen Laufbereitschaft, einer hohen Körperlichkeit.“ Nach dem kräftezehrenden Spiel gegen Kiel sei die Regeneration ein wichtiger Punkt beim Blick auf die Trainingssteuerung gewesen.

„Wir sind gegen Kiel als Team insgesamt mehr als 122 Kilometer gelaufen. Das war ein wichtiger Invest, den die Mannschaft getätigt hat, um zu zeigen, dass wir da sind und gut vorbereitet in die Saison gegangen sind.“ Durch die Leistung habe seine Mannschaft ein sehr gutes Zeichen gesendet.

Lesen Sie hier: Jahn macht keine Last-Minute-Transfers

Am Freitag in der Früh machte sich der Jahn-Tross auf die rund 530 Kilometer weite Reise. „Wir splitten die Fahrt“, erklärte Beierlorzer. In der Nähe von Bad Brückenau machte der Jahn einen Zwischenstopp. Eine Trainingseinheit und Mittagessen standen dort auf dem Programm. Diese langen Strecken im Bus hätten dem einen oder anderen Spieler rückentechnisch nicht so gutgetan. Jann George hatte beim Pokal-Aus gegen Leipzig wegen Rückenproblemen pausiert. Der Offensivmann ist aber mittlerweile wieder voll einsatzfähig. Die Regensburger haben einen Tag mehr Zeit, um sich von der kräftezehrenden Partie gegen Kiel zu erholen. Bielefeld war am Montagabend noch im Einsatz. Und kassierte beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV (0:3) die erste Saisonniederlage. „Wir haben Lehrgeld gezahlt, doch es war kein Rückschritt“, erklärte Trainer Jeff Saibene im „kicker“. Den Jahn erwartet er mit Bielefeld, das seiner Meinung nach spielerisch in dieser Saison Fortschritte gemacht habe, auf Augenhöhe. Der Luxemburger sieht einige Parallelen. „Beide Mannschaften kann man miteinander vergleichen. Sie haben einen ähnlichen Spielstil – mit viel Power und einem großen Teamgeist.“ Beierlorzer gibt seinem Trainerkollegen da vollumfänglich Recht.

„Wir haben Lehrgeld gezahlt, doch es war kein Rückschritt.“

Bielefelds Coach Jeff Saibene

Mit Fabian Klos und Andreas Voglsammer hat Bielefeld zwei Angreifer, die den Unterschied ausmachen können. Um die Dienste von Voglsammer buhlte laut kicker Liga-Konkurrent Ingolstadt. Eine Ablösesumme von 3,5 Millionen Euro stand im Raum. Aber laut Bielefelds Sport-Geschäftsführer Samir Arabi wird „Vogi zu 100 Prozent bei uns bleiben.“

Vrenezi-Rückkehr offen

Dass Jahn-Coach Beierlorzer, wie gegen Kiel mit Sebastian Freis, auch in Bielefeld einen Spieler aus dem Hut zaubert, den keiner so recht in der Startelf erwartet, wird dieses Mal eher nicht der Fall sein. „Jede Woche mit irgendwelchen Überraschungen aufzuwarten, das ist nicht unser Ziel“, erklärt der 50-Jährige. Ob Albion Vrenezi, der zuletzt eine Verschnaufpause erhalten hatte, in den Jahn-Kader zurückkehrt, ist offen. „Wir werden sehen“, sagt Beierlorzer.

Dass in Sachen Chancenverwertung Luft nach oben ist beim Jahn, weiß der Trainer, betont aber, dass es ausschlaggebend sei, sich die Gelegenheiten überhaupt erst zu erspielen. „Man darf sich keinen Kopf machen. Es gilt, Abschlüsse zu suchen. Die Tore werden wir schon wieder schießen.“

Wie Bielefeld zu knacken ist, haben die Regensburger im Rückspiel gezeigt. Beim 3:2 jubelten die Regensburger gleich drei Mal. Und Bielefeld fuhr mit leeren Händen nach Hause.

Alle wichtigen Nachrichten zum SSV Jahn lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht