mz_logo

Jahn-Nachrichten
Dienstag, 21. August 2018 29° 3

Fussball

Eine neue Rolle für den SSV Jahn

Die Regensburger haben in der vergangenen Saison die 2. Liga gerockt – und wurden so zum Vorbild für einen Aufsteiger.
Von Jürgen Scharf

Die Regensburger haben zuletzt oft jubeln können – und müssen nun sogar aufpassen, dass ihre erfolgreiche Spielweise nicht kopiert wird. Fotos: Nickl
Die Regensburger haben zuletzt oft jubeln können – und müssen nun sogar aufpassen, dass ihre erfolgreiche Spielweise nicht kopiert wird. Fotos: Nickl

Regensburg.Stillstand gilt im Fußball eigentlich als Rückschritt. Dennoch hat es dem SSV Jahn Regensburg niemand angekreidet, dass es nach zwei Aufstiegen hintereinander in diesem Sommer erstmals wieder nicht sofort eine Etage weiter nach oben ging. Die Oberpfälzer hatten zuletzt schließlich einzig und alleine den Klassenerhalt in der 2. Liga angepeilt – und diesen dann souverän eingetütet. Auf einem sensationellen fünften Rang waren die Regensburger am Ende gelandet. Gegen eine ähnliche Platzierung hätten die Teams, die in diesem Jahr neu in die Liga gekommen sind, sicher nichts einzuwenden. Eines davon ist der SC Paderborn, und bei dem tritt der Jahn am Freitag um 18.30 Uhr an.

Der SC Paderborn hat turbulente Jahre hinter sich. Zunächst spülte es den Klub unter Trainer Andre Breitenreiter bis in die Bundesliga hinauf. Nach einem Jahr war dort aber bereits wieder Schluss. Breitenreiter verließ den Verein, danach ging es dann richtig abwärts. Da half es auch nicht, mit der Verpflichtung von Stefan Effenberg als Trainer für ein paar Monate zumindest für Schlagzeilen zu sorgen. Sportlich war der SC nicht mehr zu halten.

Baumgart schaffte die Wende

Kurzzeitig drohte sogar der Absturz in den Amateurfußball. In nahezu aussichtsloser Lage übernahm der ehemalige Bundesliga-Profi Steffen Baumgart im April 2017 das Traineramt. Unter ihm gelang die Wende. Zunächst wurde der Klassenerhalt – wenn auch durch die Lizenzverweigerung für den TSV 1860 München begünstigt – geschafft. In der Saison darauf stieg der SC dann als Vizemeister der 3. Liga auf. Nun ist er zurück in der 2. Liga – und würde es gerne genauso machen wie der SSV Jahn. Die Regensburger waren in der vergangenen Saison schließlich eines der ganz großen Überraschungsteams. Und auch die beiden Mitaufsteiger Kiel und Duisburg spielten eine überragende Saison. Kiel verpasste sogar erst in der Relegation den Bundesligaaufstieg.

Baumgart hat die Regensburger in der Vorbereitung auf die Partie am Freitag eingehend studiert und ist schwer beeindruckt: „Was das Offensivpressing, das Gegenlaufen oder die Aggressivität und die Laufbereitschaft über 90 Minuten angeht – so stell ich mir ’ne Fußball-Mannschaft vor.“ Nach eigener Aussage freue er sich deswegen umso mehr, die Oberpfälzer nun im eigenen Stadion begrüßen zu können: „Auch, um zu sehen, wie Regensburg das so macht.“

In der Saison 2016/2017 trat der Jahn (hier in der Mitte Haris Hyseni) das bislang letzte Mal gegen Paderborn an. Foto: Eibner
In der Saison 2016/2017 trat der Jahn (hier in der Mitte Haris Hyseni) das bislang letzte Mal gegen Paderborn an. Foto: Eibner

Für den Jahn ist dies gewissermaßen eine neue Situation. In Sachen Finanzkraft gehört der SSV immer noch zu den Underdogs der Liga. Alleine auf das sportliche Auftreten bezogen, müssen die Regensburger nun aber damit rechnen, dass mancher Gegner sich von ihrem Spielstil etwas abschauen möchte. Ein System, mit dem der fünfte Platz erreicht wird, kann schließlich nicht so schlecht sein, das haben auch die anderen Klubs der Liga sicher erkannt. Jahn-Trainer Achim Beierlorzer wird sich von der etwas veränderten Ausgangslage, nun nicht mehr der Aufsteiger zu so sein, sondern gegen einen zu spielen, aber wohl nicht groß beirren lassen. Er verweist darauf, dass Paderborn den Erfolgskader der vergangenen Saison im Großen und Ganzen zusammenhalten habe können. Der SC habe einige pfeilschnelle Spieler und mit Sven Michel zudem „einen absoluten Torjäger“. Beierlorzer warnt eindringlich: „Es wird eine richtig harte Aufgabe für uns.“

„Siegen macht mehr Spaß“

Dies alles ändert aber nichts daran, dass der Jahn nach Paderborn fährt, um dort erfolgreich zu sein. Wie schön das Gefühl des Erfolgs ist haben die Regensburger bereits am ersten Spieltag erleben dürfen. Der 2:1-Erfolg gegen den FC Ingolstadt war ein Traumstart in die neue Saison. „Es ist ein blöder Spruch: Siegen macht mehr Spaß als verlieren“, sagt Beierlorzer mit einem Schmunzeln, um dann sofort wieder darauf zu verweisen, dass die gute Stimmung aber keine Garantie für weitere Erfolge ist. Der Spielplan der 2. Liga sei eng getaktet, es gehe nun Schlag auf Schlag. Will heißen: Wer sich zu lange auf einzelnen Erfolgen ausruht, kann in der Tabelle ganz schnell abrutschen.

Bis zu 9000 Zuschauer werden am Freitag in der Paderborner Arena erwartet. Etwa 300 Fans sollen aus Regensburg anreisen. Die hoffen auf einen Sieg des Jahn. Damit könnte dieser auch die Bilanz gegen Paderborn ausgleichen. Sechs Mal trafen die Klubs bislang in einem Pflichtspiel aufeinander. Zwei Duelle gab es in der Saison 2008/2009 in der 3. Liga, zwei in der Saison 2012/2013 in der 2. Liga und weitere zwei in der 3. Liga vor zwei Jahren. Bislang haben die Paderborner mit drei Siegen bei einem Unentschieden die Nase knapp vorn. Am Freitag werden die Oberpfälzer nun aber sicher alles versuchen, ihren dritten Sieg zu landen und gleichzuziehen.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Alle aktuellen Nachrichten zum SSV Jahn gibt es in unserem Newsblog:

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht