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Fussball

Generalprobe wartet auf den Jahn

Der letzte Regensburger Härtetest steigt gegen Sandhausen. Am Sonntag wartet der Ex-Klub von Diego Maradona.
von Felix Kronawitter

Benedikt Saller (links, im Zweikampf mit Sandhausens „Frauenschwarm“ Rurik Gislason) sind gegen den Ligakonkurrenten gefordert. Fotos: Nickl
Benedikt Saller (links, im Zweikampf mit Sandhausens „Frauenschwarm“ Rurik Gislason) sind gegen den Ligakonkurrenten gefordert. Fotos: Nickl

Regensburg.Die Spannung steigt langsam beim SSV Jahn Regensburg. Bevor am 4. August mit dem Kracher gegen Ingolstadt die Mission Klassenerhalt 2.0. startet, steht bei den Oberpfälzern noch die Generalprobe auf dem Programm. Am Samstag um 14 Uhr geht es im mittelfränkischen Schnelldorf (bei Ansbach) gegen den Ligakonkurrenten aus Sandhausen.

Schon in der vergangenen Spielzeit (0:2 im Oktober in Sandhausen, 2:1-Heimsieg im März in Regensburg) lieferten sich die Oberpfälzer und der Tabellenelfte der Vorsaison intensive Duelle. Damit auch jeder Akteur aus dem Jahn-Kader noch Spielpraxis über die volle Distanz sammelt, ist am Wochenende noch ein weiteres Testspiel angesetzt. Am Sonntag kommt es um 11 Uhr am Kaulbachweg zum Duell gegen Al-Fujairah SC, einen Klub aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der derzeit im Trainingslager in der Region weilt.

Sportlich deutlich interessanter wird dagegen der Vergleich mit dem Ligakonkurrenten aus Sandhausen.

„Das ist für uns der finale Test, bevor es gegen Ingolstadt losgeht. Damit haben wir indirekt einen um eine Woche nach vorne gezogenen Zweitliga-Start“, erklärt Beierlorzer. Am Samstag wird der Jahn-Coach wohl die Truppe ins Rennen schicken, die es zum Saisonstart auch gegen Ingolstadt richten soll. „Es wird eine Mannschaft auflaufen, die Startelf-Potential hat“, sagt der Trainer.

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„Die Null muss stehen“

Die Suche nach einem Gegner für die Generalprobe hatte sich in den vergangenen Wochen als nicht ganz leicht erwiesen, verriet Jahn-Geschäftsführer Christian Keller. Die Drittligisten sind an diesem Wochenende schon wieder im Spielbetrieb, die meisten Bundesligisten weilen im Trainingslager. Und von der direkten Konkurrenz in der 2. Bundesliga will man sich in der Vorbereitung schließlich auch nicht in die Karten schauen lassen. Praktisch, dass es erst am 17. Spieltag in der Liga gegen Sandhausen geht. „Insofern verraten wir nicht zuviel, wenn wir gegeneinander spielen“, sagt Beierlorzer. Auch gegen Sandhausen gilt die Devise: „Die Null muss stehen.“ „Wir wollen uns defensiv stabilisieren und nicht mehr so viele Gegentore bekommen“, erklärt der Coach. Die 53 Gegentore in der vergangenen Saison haben die Regensburger in der Vorbereitung allesamt noch mal analysiert. Die beiden 1:0-Erfolge in den Härtetests gegen Zwickau und Unterhaching stimmen den Trainer zuversichtlich. Da habe seine Mannschaft gegen Drittligisten, „die voll im Saft stehen“, kaum Chancen zugelassen. Und hätte noch höher gewinnen können. 53 Mal waren die Regensburger in der vergangenen Spielzeit erfolgreich.

„Wir wollen uns defensiv stabilisieren und nicht mehr so viele Gegentore bekommen.“

Achim Beierlorzer

Auch in der neuen Saison wird Beierlorzer wohl vorrangig auf die Spieler setzen, die nach dem Aufstieg die 2. Bundesliga aufmischten. Die Neuzugänge kurbeln den Konkurrenzkampf an. „Wir sind mit allen Neuverpflichtungen sehr zufrieden. Alle haben gezeigt, dass sie das Potential haben um in der 2. Bundesliga zu spielen“, erklärt Keller. Nach dem schmerzvollen Abschied von Marvin Knoll zum FC St. Pauli ruhen die Regensburger Hoffnungen nun auch vor allem auf Abwehrmann Marcel Correia. Jonas Föhrenbach liefert sich zudem mit Alexander Nandzik ein heißes Rennen um den Stammplatz als Linksverteidiger. Mit Julian Derstroff hat der Jahn zudem noch einen Offensivmann hinzubekommen, der die Liga bestens kennt – und vor allem den Samstags-Gegner. Für den frischgebackenen Regensburger kommt es zu einem Wiedersehen mit seinen Ex-Kollegen, mit denen er bis zuletzt zwei Jahre lang zusammenspielte.

Der prominenteste Sandhäuser ist ein Isländer: Rurik Gislason. Während der Weltmeisterschaft in Russland wurde der 30-Jährige im Netz zum gefeierten Star. Seine Follower-Zahlen explodierten. 36 000 Fans folgten ihm vor Russland auf Instagram, inzwischen sind es 1,3 Millionen. Künftig will er auch als Model arbeiten.

Beinahe wären auch die Fans des Regensburger Zweitligisten in den Genuss gekommen, Diego Maradona mal live zu erleben. Bis Ende April coachte die Fußball-Legende den arabischen Klub. Nach knapp einem Jahr war aber wieder Schluss. Ein Abschied mit Wirrwarr. Nachdem der Argentinier den direkten Aufstieg in die Arabian Gulf League verpasst hatte, legte er sein Amt nieder. Wenige Tage später erklärte er seinen Rücktritt vom Rücktritt. Die Verhandlungen über eine Vertragsverhandlung scheiterten laut „Gulf News“ aber daran, dass der 57-Jährige eine Vervierfachung seiner aktuellen Bezüge gefordert habe. Trotz des ganzen Trubels setzte sich Al-Fujairah in den Play-Offs durch und feierte ohne Maradona den Aufstieg.

Zigarrenqualmfreie Zone

Mittelfinger-Posse, skurriler Tanzeinlage und Tribünen-Nickerchen: Bei der WM in Russland sorgte der Weltmeister von 1986 wieder weltweit für Aufsehen. Vor einer Woche präsentierte sich Maradona, der beim FK Dinamo Brest seit kurzem als Vereinsvorsitzender fungiert, in gewohnt pompöser, skurriler Manier: In einem gigantischen Millitär-Jeep ließ sich Maradona wie ein Feldherr durchs Stadion fahren. Sein Nachfolger bei Al-Fujairah, der Tscheche Ivan Hasek, ist deutlich skandalfreier unterwegs. Die Jahn-Verantwortlichen werden wohl aufatmen. Die Trainerbank bleibt auch am Sonntag zigarrenqualmfreie Zone.

Lesen Sie hier: Der „Masterplan“ des SSV Jahn

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