MyMz
Anzeige

Trainersuche

Günter Güttler will zum Jahn

Der 51-jährige Fußball-Coach bestätigt, dass es Gespräche mit dem Regensburger Drittligisten gab. Einige Fans laufen im Netz allerdings Sturm.
Von Jürgen Scharf, MZ

War zuletzt oft als Zuschauer im Jahn-Stadion: Günter Güttler Foto: MZ-Archiv

Regensburg. Sein Akku ist wieder voll aufgeladen, sagt Günter Güttler. Zeit genug in der Ladestation hatte er. Im Dezember 2010 endete sein bislang letztes Engagement als Fußball-Trainer bei der SpVgg Weiden. Nun ist er wieder im Rennen, zumindest im vorläufigen. Güttler gilt als heißer Kandidat für den Fußballlehrer-Job beim frischgebackenen Drittligisten Jahn Regensburg. Allerdings: Alleine, wenn sein Name auftaucht, kriegen einige Fans einen dicken Hals. Seinen Wechsel nach Burghausen vor fünf Jahren haben ihm die noch nicht verziehen.

Wenn beim Jahn das Stadion in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht immer ganz voll war, lag das bestimmt nicht an Güttler. Der 51-Jährige war quasi Stammgast auf der Tribüne. „Ja, ich habe mir sehr viele Spiele angeschaut“, sagt er. Aus seinem Wohnort Weiden ist es schließlich nicht weit nach Regensburg. Fast wehmütig blickte Güttler bei seinen Besuchen oft aufs Spielfeld. Schließlich wusste er, dass er möglicherweise noch selbst unten an der Linie stehen könnte.

„Das war mein größter Fehler“

2008 löste Güttler seinen Vertrag beim Jahn, den er zwei Jahre durchaus erfolgreich trainiert hatte, auf und wechselte zum bei vielen Fans verhassten SV Wacker Burghausen. „Das war der größte Fehler meiner Trainer-Karriere“, sagt er heute. Schließlich brachte ihm der Wechsel kein Glück. Während es beim Jahn stetig nach oben ging, war für Güttler bei Wacker nach nicht mal einem Jahr wieder Schluss. Er ging zur SpVgg Weiden, dort bedeutete aber nach einem halben Jahr die Vereins-Insolvenz das Aus.

Noch immer geht Güttler mit sich selbst schonungslos ins Gericht: „Im Rückblick sage ich natürlich, dass man laufende Verträge einhalten sollte. Das habe ich nicht getan. das tut mir wahnsinnig leid und dafür möchte ich mich entschuldigen.“ Dass einige Fans im Internet nun Sturm laufen, kann er nachvollziehen. Allerdings bittet er darum, dass man die damaligen Rahmenbedingungen berücksichtigen soll. Die Spieler hätten teilweise vier Monate auf ihr Geld warten müssen. Nachdem er öffentlich eine bessere Vereinsorganisation gefordert hatte, habe er vom damaligen Vereinsboss Franz Nerb eine Abmahnung erhalten.

Heute sagt er, dass er dennoch durchhalten hätte sollen. Vor allem aber wehrt er sich dagegen, dass er das schnelle Geld in Burghausen gesucht habe: „Ich bin ein gerader Michel, wie man so sagt.“ Damals habe er eben diese Entscheidung gefällt. Nun würde er gerne zurückkehren – „und ich denke, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient hat“. Er sagt aber auch, dass es ihn überrascht, dass sein Name bereits öffentlich diskutiert wird: „Scheinbar gibt es gewisse Dinge, die können einfach nicht geheim bleiben.“

Vertrag fix? „Das ist Quatsch“

Ein Regensburger Medium vermeldete bereits eine Einigung mit dem Jahn. „Das ist Quatsch“, sagt er. Er redet aber nicht herum und bestätigt, dass es Gespräche mit dem Klub gegeben hat. Wie weit man sei, will er nicht kommentieren: „Das steht mir auch gar nicht zu.“ Schließlich habe er „vollstes Verständnis“ dafür, dass der Jahn derzeit den Markt sondiere und noch andere Kandidaten im Blick habe.

Einen Vorteil hätte eine Verpflichtung von Güttler auf jeden Fall. Er war so oft im Stadion, dass er die Spieler sehr gut kennen sollte. Und während der letzte Jahn-Coach, Franz Smuda, denen teilweise die Klasse für Profifußball absprach, glaubt Güttler an sie: „Für die 3. Liga wäre mit den Spielern, die noch Vertrag haben, ein gutes Korsett da.“ An ein paar Schrauben müsste man freilich noch drehen. Aber das wäre eine „sehr reizvolle Aufgabe“ sagt Güttler – wenn man ihn lassen würde.

Auf MZ-Anfrage ließ Jahn-Sportchef Franz Gerber am Montag über Pressesprecher Till Müller mitteilen, dass er derzeit keinen Kommentar zum Stand der Trainersuche abgeben will. Neben Güttler wird mit Dariusz Pasieka ein weiterer ehemaliger Jahn-Cheftrainer als neuer Coach gehandelt. An Pasieka soll allerdings auch Waldhof Mannheim Interesse haben.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht