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Güttler: „Das war Leidenschaft pur“

SSV Jahn überzeugt bei 3:1 gegen die Kickers

Von Heinz Reichenwallner, MZ

REGENSBURG. Der SSV Jahn Regensburg ist mit sechs Punkten aus zwei Spielen in die Saison der Fußball-Regionalliga Süd gestartet. „Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagte Trainer Günter Güttler am Samstag beinahe ungläubig nach dem hochverdienten 3:1 (1:1)-Auswärtserfolg bei den favorisierten Stuttgarter Kickers.

Der Sieg war wieder hauptsächlich der Verdienst von Petr Stoilov. Wie schon beim 2:1 gegen Unterhaching erzielte der 31-Jährige auch diesmal alle Tore der Regensburger. In der 37. Minute egalisierte er mit einem Abstauber zuerst die 1:0-Führung der Kickers durch Angelo Vaccaro (22.). Drei Minuten nach dem Wechsel gelang ihm mit einem Kopfball nach einer Ecke von Tobias Zellner das 2:1 und in der 64. Minute setzte er mit dem 3:1 nach herrlichem Zuspiel von Jürgen Schmid den Schlusspunkt. Letztlich wurde die Partie aber auch durch eine geschlossene Leistung einer Jahn-Mannschaft entschieden, die konzentriert ihre Abwehraufgaben erledigte, Laufbereitschaft, Kampfkraft und taktische Disziplin zeigte.

Dazu besaßen die von Güttler hervorragend eingestellten Regensburger die Stabilität, die man benötigt, um einen Rückstand in einen Erfolg umzuwandeln. „Ich bin stolz auf die Truppe“, sagt der Coach, „das war Leidenschaft pur“. Vor allem der kurzfristige Ausfall des erkrankten Andreas Schäffer und dann der 0:1-Rückstand sei für sein Team „eine Nagelprobe in Sachen Moral gewesen, und die hat sie mit Bravour bestanden“.

Ähnlich sah es Dennis Grassow. Der Jahn-Kapitän, der zusammen mit Mersad Selimbegovic den hoch gepriesenen Kickers-Sturm mit Bashiru Gambo und Angelo Vaccaro bei zunehmender Spieldauer mit kompromissloser Abwehrarbeit immer mehr den Schneid abkaufte, empfand den Sieg als logische Konsequenz der Gesamtleistung. „Es geht nur mit der richtigen Einstellung und Geschlossenheit im Team. Und die haben wir den anderen Mannschaften voraus.“

Lob von Zeidler

Der SSV Jahn war aber auch spieltechnisch die bessere Mannschaft. „Wir können froh sein, nicht noch mehr Gegentore kassiert zu haben. Die Regensburger waren gut organisiert, standen kompakt und spielten gefährliche Konter“, lobte selbst Stuttgarts Trainer Peter Zeidler. Trotz all ihrer Überlegenheit, vor allem im zweiten Durchgang, gab es aber Momente, in denen es so aussah als würden sich die Regensburger aufgrund mangelnder Chancenverwertung selbst um die Früchte ihrer glänzenden Arbeit bringen. Im ersten Durchgang inmitten der Stuttgarter Anfangsoffensive, aus der das 1:0 durch Vaccaro nach herrlichem Pass von Marcus Mann resultierte, brauchte das Jahn-Team noch Anlaufzeit, ehe seine Aktionen runder wurden. So dauerte es bis zur 35. Minute, bis Dennis Grassow das erste Mal dann Kickers-Keeper David Yelldell mit einem Flachschuss prüfen konnte. Die erste richtige Jahn-Chance wurde von Stoilov (37.) sogleich verwertet, nachdem Yelldell vorher den Schuss von Stefan Jarosch nicht weit genug abwehren konnte. Kurz vor der Pause bot sich Jürgen Schmid schon die Möglichkeit zur Jahn-Führung, doch brachte er freistehend den Ball nicht richtig unter Kontrolle, so dass sein Schüsschen eine leichte Beute für Yelldell wurde.

Als drei Minuten nach Wiederbeginn Stoilov das 2:1 für die Regensburger herstellte, kippte die Partie vollends. Das Jahn-Mittelfeld – vor allem Moise Bambara und Tobias Zellner – hebelte ein ums andere Mal die aufgelöste Kickers-Deckung aus, während sich Andreas Brysch als Schäffer-Ersatz wie ein Wadenbeißer an die Fersen seiner Gegner heftete. Dazu gesellten sich vor dem selten beschäftigten Torwart Andreas Lengsfeld die offensiv orientierten Außenverteidiger Stefan Jarosch und Stefan Binder und der stets anspielbare Jahn-Sturm.

Einen schweren Stand hatte dagegen Manuel Hiemer, der in der 60.Minute durch Armando Zani ersetzt wurde. Ehe Stoilov (64.) das 3:1 für den Jahn glückte, hatte er schon eine Chance alleine vor Yelldell vergeben. Kurz danach scheiterte der für Schmid eingewechselte Özgür Kart vor dem Kickers-Torwart, der sich anschließend erneut gegen Stoilov beweisen musste. „Die Chancenverwertung hätte besser sein können“, sagte Grassow, sah es aber locker. „Es ist besser, dass Stoilov heute nicht mehr als drei Tore geschossen hat, sonst würden ihn andere Vereine womöglich gleich raus kaufen wollen.“

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