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Hein rettet dem Jahn einen Punkt

Die Regensburger legen bei St. Pauli keine Glanzleistung hin. Einen Lichtblick liefert das Urgestein des Zweitligisten.
von Felix Kronawitter

Oliver Hein (rechts) sorgte mit seinem ersten Tor nach dreieinhalb Jahren für das Remis in Hamburg. Foto: Stuart Franklin/dpa
Oliver Hein (rechts) sorgte mit seinem ersten Tor nach dreieinhalb Jahren für das Remis in Hamburg. Foto: Stuart Franklin/dpa Foto: Stuart Franklin/picture alliance/dpa

Hamburg.Drei Spiele innerhalb von acht Tagen sind ein sehr kräftezehrendes Unterfangen. Und das war am Sonntagnachmittag den Akteuren auf dem Platz im Stadion am Millerntor sichtlich anzumerken. Die meisten Körner hatten dabei in Hamburg in der Schlussphase noch die Spieler des SSV Jahn Regensburg. Dass die dann aber gar drei Punkte mitgenommen hätten auf die Heimreise in die Oberpfalz wäre nicht gerade verdient gewesen – vor allem mit Blick auf die erste Halbzeit.

Nach dem 1:1 (1:1) gegen St. Pauli sprach Kapitän Marco Grüttner von einem verdienten Spielausgang. Dass es nicht mit leeren Händen nach Hause ging, war auch dem Umstand geschuldet, dass es die Hamburger verpasst hatten, die Schlafmützigkeit der Regensburger in der ersten Halbzeit zu bestrafen. „Da waren wir nicht da. Wir hatten eine sehr schlechte Zweikampfquote. Und wir sind eigentlich bekannt für unsere Zweikampfhärte und unser laufintensives Spiel“, monierte Trainer Mersad Selimbegovic nach dem Schlusspfiff und fügte hinzu: „Die Jungs haben das in der zweiten Halbzeit besser gemacht, so dass mein Eindruck insgesamt eher positiv ist als negativ.“

„Die Jungs haben das in der zweiten Halbzeit besser gemacht, so dass mein Eindruck insgesamt eher positiv ist als negativ.“

Mersad Selimbegovic

Im Gegensatz zu den Regensburgern waren die Hamburger vor dem Anpfiff noch nicht gesichert in der 2. Bundesliga. Der Jahn fand überhaupt nicht ins Spiel. Nachdem es zuvor schon brenzlig geworden war vor dem Tor der Gäste, ging St. Pauli früh in Führung. Sebastian Nachreiner, der ansonsten regelmäßig bärenstarke Auftritte hinlegt, leistete sich einen seltenen Schnitzer. Ein schlampiges Rückspiel auf Alexander Weidinger, der erneut für den noch nicht fitten Alexander Meyer im Tor stand, bestraften die Hamburger gnadenlos. Henk Veermann spitzelte den Ball zu Dimitrios Diamantakos, der nur noch einzuschieben brauchte. Dass der Grieche wenig später nicht seinen zweiten Treffer feierte, war dem Jahn-Keeper zu verdanken. Weidinger war noch mit den Fingerspitzen dran. Sein Sturmkollege hatte zudem noch selbst per Kopf eine aussichtsreiche Chance.

Schmeichelhaftes 1:1 zur Pause

So schnell geht es im Fußball. Der erste Regensburger Torschuss landete im Netz. Hein zeigte das, was beim Jahn zuvor nicht zu sehen gewesen war: Entschlossenheit. Marvin Senger köpfte eine Flanke zu kurz aus dem Strafraum. Hein schnappte sich den Ball, nahm ordentlich Tempo auf und verwandelte aus 16 Metern mit links links unten. Was für ein glücklicher Ausgleich! Die Gastgeber waren nicht so kaltschnäuzig. Sobota erhielt Geleitschutz und verfehlte aber bei seinem Schuss das Jahn-Tor. Das hätte die erneute Führung sein können. Auf dem Weg in die Kabine mussten sich die Regensburger selbst kneifen. Das Remis zur Pause war schon sehr schmeichelhaft. Zu verdanken war es dem dynamischen Hein: „Man freut sich immer über einen Treffer, vor allem wenn man nicht so häufig ein Tor schießt“, sagte der 30-Jährige, der für den einzigen richtigen Regensburger Lichtblick sorgte. Der Rechtsverteidiger, der seit 2007 im Verein und damit dienstältester Jahn-Profi ist, musste nach der Partie erstmal überlegen, wann er zum letzten Mal erfolgreich war. Das war vor dreineinhalb Jahren gegen Kiel der Fall. „Oli hat einen guten Schuss. Er schießt nur zu selten, deswegen macht er so wenig Tore“, sagte Selimbegovic mit einem Augenzwinkern. „Das hat er richtig gut gemacht. Er hat sich den Ball geschnappt, abgezogen und Gott sei dank getroffen. Damit hat er uns einen Punkt beschert.“ Weil es an der Schulter zwickte, blieb Hein in der Kabine. Für ihn kam Benedikt Saller ins Spiel. Früh musste Marcel Correia runter. Der Innenverteidiger hatte einen Schlag auf den Kopf abbekommen und klagte über Schwindel.

„Oli hat einen guten Schuss. Er schießt nur zu selten, deswegen macht er so wenig Tore.“

Mersad Selimbegovic

Schwungvoller starteten in der zweiten Halbzeit wieder die Hamburger. Der Jahn hatte Glück, dass Nachreiner einen Schuss von Veermann gerade noch zur Ecke ablenkte. Eine Flanke von Chima Okoroji fand auf der Gegenseite keinen Abnehmer. Grüttner, der in der Hinrunde dem Jahn mit seinem spektakulären Hackentreffer einen 1:0-Sieg beschert hatte, streckte sich vergeblich. Paulis Sobota hatte derweil Glück, dass er sich kurz nach seiner ersten Verwarnung keinen Platzverweis abholte. Gelb-Rot wäre aber eine sehr harte Entscheidung gewesen.

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Der Jahn nimmt Fahrt auf

Der Jahn zeigte nun ein ansehnlicheres Gesicht. Die Regensburger waren nun nicht mehr so passiv wie zuvor – und schafften es, nun selbst die Initiative zu ergreifen. In der letzten halben Stunde war der Jahn am Drücker. Was aber weiter fehlte, waren zündende Ideen und Torgefahr. In der Schlussphase zeigte sich Sebastian Stolze dann mal in der Defensive und bereitete seinen Gegenspielern Probleme. Sein Drehschuss in der 70. Minute war die zweite Torchance der Regensburger im Spiel. Der Ball ging aber deutlich über das Pauli-Tor. Brenzlig wurde es erst wieder kurz vor Schluss. Der eingewechselte Julian Derstroff tauchte vor dem Tor der Hamburger auf – brachte ihn dort aber nicht unter. Und wäre dabei ohnehin im Abseits gestanden.

„Das war ein hartes Stück Arbeit für uns“, resümierte Grüttner, der nun froh ist, dass der Jahn bis zum letzten Saisonspiel am Sonntag daheim gegen Aue wieder ein paar Tage mehr Pause hat, um frische Kräfte zu sammeln.

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