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Auswärtssieg

Hellwach, schnell, direkt und gefährlich

Der SSV Jahn Regensburg beweist beim 1:0-Erfolg in Erfurt abermals, dass er in dieser Saison zwei Gesichter hat.
Von Heinz Reichenwallner, MZ

Strahlende Gesichter: Torschütze Andres Formento (unten) und Mahmut Temür Foto: Eibner

ERFURT. Die letzte Szene am Samstag im Erfurter Steigerwaldstadion sagte alles. Zehn tapfere Jahn-Spieler hoben jubelnd die Arme und ließen sich vom mitgereisten Anhang feiern. Derweil verschwanden elf Spieler des bisherigen Tabellendritten Rot-Weiß Erfurt mit gesenktem Blick so schnell wie möglich in die Kabine. Durch den späten Treffer des eingewechselten Andres Formento (87.) hatte der Regensburger Fußball-Drittligist mit 1:0 (0:0) seinen neunten Auswärtssieg gelandet, den auch Stefan Emmerling als völlig verdient anerkannte. „Der Jahn hatte die bessere Tagesform und die besseren Tormöglichkeiten“, so der Erfurter Trainer, dessen Team wertvolle Punkte im Kampf um Platz drei und die Aufstiegsrelegation abgab.

Dabei musste die Truppe seines Regensburger Kollegen Markus Weinzierl eine Halbzeit mit zehn Mann auskommen. In der 45. Minute war Verteidiger Tim Erfen wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt worden. Dass der Sieg auch noch in Unterzahl gelang, freute Weinzierl besonders. Schließlich hatten seine Jungs in Erfurt genau so Fußball gespielt, wie er sich das wünscht: hellwach in der Abwehr, schnell und direkt im Mittelfeld, gefährlich im Sturm.

Der Jahn legte flott los. Schon nach vier Minuten parierte Dirk Orlishausen einen 20-Meter-Schuss von Tobias Schweinsteiger. Nach acht Minuten behinderten sich Schweinsteiger und Michael Klauß nach einer Hereingabe von Mahmut Temür gegenseitig, der Erfurter Keeper war der lachende Dritte. Kurz danach steuerte Schweinsteiger allein auf Orlishausen zu. Statt selbst zu schießen, passte der Jahn-Stürmer diagonal nach innen. Somit war auch diese Chance vertan.

Die Regensburger setzten sich gegen einen sichtlich verunsicherten Gegner clever in Szene. Die Erfurter brachten trotz allen Einsatzes in dieser Phase nichts Nennenswertes zustande, außer dass sie ein angebliches Handspiel von Andre Laurito (17.) im Strafraum reklamierten und der Ex-Jahnler Marcel Reichwein (33.) den Ball nicht unter Kontrolle bekam.

Weinzierls Plan gegen den angekündigten Dauerdruck der Gastgeber ging auf. „Wir haben nie die Übersicht verloren, auch wenn es dann mit zehn Mann schwierig wurde“, sagte Florian Hörnig. Nach der Roten Karte für Erfen, der Olivier Caillas gefoult hatte, reagierte Weinzierl und Stefan Jarosch für den Gelb-Rot-gefährdeten Stefan Binder. Auch gegen dezimierte Regensburger konnte Erfurt keinen Druck aufbauen. Am Schluss, als alles nach einem Remis aussah, waren es die Einwechselspieler, die für den Jahn-Sieg sorgten. Einen Schuss von Jarosch ließ Orlishausen vor die Füße Formentos abprallen, der keine Mühe hatte.

„Wenn wir nur zu Hause ein bisschen besser wären“, klagte Weinzierl. Der Jahn hat in dieser Saison zwei Gesichter: auswärts Strahlemann und daheim Miesepeter. „Der Jahn hat sich großartig verkauft“, zollte auch Wilfried Mohren, Erfurts Pressesprecher und einstiger MDR-Fernsehsportchef, den Regensburgern ein dickes Lob.

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