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Donnerstag, 24. Mai 2018 23° 4

Fussball

Jahn: Beierlorzer Kandidat in Wolfsburg?

„Wölfe“ sollen reges Interesse am Trainer der Regensburger haben. Derweil ist auch in Leipzig ein Trainerstuhl frei geworden.
Von Heinz Gläser und Jürgen Scharf

Sagt er bald adieu? Achim Beierlorzer (rechts) im Gespräch mit Jahn-Kapitän Marco Grüttner Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Das war in der vergangenen Spielzeit so, als der SSV Jahn wenige Tage nach dem Aufstieg Trainer Heiko Herrlich an Bayer 04 Leverkusen verlor. Fast schon erwartbar rückt nun auch der Herrlich-Nachfolger ins Zentrum von Spekulationen. Die „Sport Bild“ kolportiert in ihrer aktuellen Ausgabe ein reges Interesse des VfL Wolfsburg an Achim Beierlorzer. Die Verantwortlichen des deutschen Meisters von 2009 hätten sich beim Regensburger Fußball-Zweitligisten schon nach Beierlorzer „erkundigt“, heißt es in dem Bericht. Und der Jahn halte folgerichtig bereits Ausschau nach Kandidaten, die den 50-Jährigen beerben könnten.

Dem Jahn liege weder aus Wolfsburg noch von einem anderen Klub eine Interessensbekundung oder ein Angebot für Beierlorzer vor, betonte dagegen Sportchef Christian Keller am Mittwoch. Beierlorzer habe in Regensburg noch einen Vertrag bis 30. Juni 2019, den der Verein „gerne langfristig verlängern und Achim über das aktuelle Vertragsende hinaus an den SSV Jahn binden“ würde, so Keller weiter. Dass Spekulationen blühen, überrascht Keller nicht: „Es ist aber nur eine logische Folge der hervorragenden Arbeit von Achim Beierlorzer, dass sein Name nun medial auch mit höherklassigen Klubs in Verbindung gebracht wird. Diese Anerkennung hat sich Achim auch absolut verdient.“

Ein Video über Beierlorzers Tätigkeit als Gymnasiallehrer sehen Sie hier:

Achim Beierlorzer: Der Motivator mit der "Blutgrät

Zu einer eventuellen finanziellen „Schmerzgrenze“ bei einem Trainerwechsel nahm der Jahn nicht Stellung. Im vergangenen Jahr hatte sich Leverkusens Sportchef Rudi Völler beim Werben um Herrlich auch den Umstand zunutze gemacht, dass dessen Arbeitspapier in der Oberpfalz keine Gültigkeit für die zweite Liga besaß. Herrlich war ablösefrei zu haben.

Relegation gegen Kiel

Das Trainerkarussell im deutschen Profifußball nimmt damit kurz nach dem Ende der regulären Saison Schwung auf. Dass Beierlorzers Name in der Gerüchteküche gehandelt werden würde, war nach dem sensationellen Verlauf der Spielzeit absehbar. Der Mittelfranke hat den Aufsteiger aus Regensburg auf den fünften Platz geführt und erst im Schlussspurt den Kontakt zum Tabellendritten Holstein Kiel verloren, der an diesem Donnerstag (20.30 Uhr/Eurosport Player) in der Relegation um den Bundesliga-Aufstieg spielt – gegen den VfL Wolfsburg.

Steht in Wolfsburg angeblich vor dem Aus: Bruno Labbadia Foto: Sudheimer/Eibner-Pressefoto

Bei den „Wölfen“ stehen derweil die Zeichen offenbar auf Trennung von Bruno Labbadia – selbst für den Fall, dass der als „Feuerwehrmann“ verpflichtete Coach gegen Kiel doch noch den Klassenerhalt schaffen sollte. Jörg Schmadtke steht vor einem Engagement als Sport-Geschäftsführer beim Erstliga-Drittletzten. Die Personalie soll jedoch erst nach dem Relegations-Rückspiel am kommenden Montag offiziell verkündet werden – wenn klar ist, in welcher Liga der bislang mit 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr vom VW-Konzern unterstützte Klub künftig spielen wird. Mit Schmadtke, der bis Oktober 2017 beim 1. FC Köln arbeitete, will Wolfsburg einen Neuanfang wagen, der wohl einen personellen Schnitt beinhaltet. Der bei den VfL-Fans unbeliebte Labbadia könnte – trotz eines Vertrags bis 2019 – dem Revirement zum Opfer fallen.

Pikant ist in diesem Zusammenhang, dass sich gestern der Bundesligist RB Leipzig und Trainer Ralph Hasenhüttl getrennt haben. Der Klub habe dem Wunsch Hasenhüttls nach vorzeitiger Vertragsauflösung entsprochen, hieß es in einer Mitteilung des Vereins. Vorausgegangen war eine monatelange Hängepartie um eine vorzeitige Vertragsverlängerung des Österreichers, der „RasenBallsport“ unter anderem zur deutschen Vizemeisterschaft geführt hatte. Medienberichten zufolge hatte die Vereinsführung mit Sportdirektor Ralf Rangnick und Vorstandsboss Oliver Mintzlaff bei einem weiteren Vertragsgespräch am Dienstag kein neues Angebot unterbreitet. Damit war die Grundlage für eine Zusammenarbeit bis zum Vertragsende im Juni 2019 nicht mehr gegeben.

Passt ins „Beuteschema“

Auch in Leipzig könnte Achim Beierlorzer ein Thema sein. Der 50-Jährige hatte vor seinem Engagement in Regensburg mehrere Jahre in verschiedenen Funktionen bei RB gearbeitet und soll zu Sportdirektor Ralf Rangnick ein gutes Verhältnis haben. 2015 hatte Beierlorzer die erste Mannschaft von RB für mehrere Monate interimsmäßig in der zweiten Liga gecoacht.

„Mit Rangnick so intensiv zusammenzuarbeiten, prägt einen zweifelsohne. Mit Blick auf seine fachlichen und menschlichen Fähigkeiten ist Rangnick ein unglaublicher Mensch“, hatte Beierlorzer bei seiner Vorstellung in Regensburg der Mittelbayerischen gesagt. In Rangnicks „Beuteschema“ könnte der 50-Jährige als ambitionierter, moderner Trainer passen. Auch Hasenhüttl hatte vor seinem Wechsel aus Ingolstadt nach Leipzig wenig sportliche Meriten vorzuweisen.

Nachfragen zu seiner Zukunft und einer möglichen vorzeitigen Vertragsverlängerung beim SSV Jahn war Beierlorzer in den vergangenen Wochen konsequent ausgewichen. Das sei aktuell überhaupt kein Thema. Nach dem Abschluss der Saison werde man genügend Zeit haben, sich zusammenzusetzen und die Weichen zu stellen, hatte er wiederholt betont.

Die Saison ist nun vorbei.

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