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Jahn beschert Bochum erste Heimpleite

Der Regensburger Fußball-Zweitligist siegt mit 3:2 beim VfL. Der überragende Stolze trifft zweimal. Geipl sieht Gelb-Rot.
Von Heinz Gläser

Trifft besonders gerne gegen Bochum: Sebastian Stolze (links; mit Andreas Albers).  Fotos: Roland Weihrauch/dpa
Trifft besonders gerne gegen Bochum: Sebastian Stolze (links; mit Andreas Albers). Fotos: Roland Weihrauch/dpa

Bochum.Der SSV Jahn hat sich entspannte Weihnachtsfeiertage beschert. Der Regensburger Fußball-Zweitlgist siegte am Sonntag mit 3:2 (2:1) beim VfL Bochum, schraubte am ersten Rückrundenspieltag sein Konto auf 26 Punkte und geht auf Rang sieben in die kurze Winterpause. Die Jahn-Elf erfüllte mit dem letztlich verdienten Sieg auch den Wunsch von Coach Mersad Selimbegovic, ein erfolgreiches Jahr mit einem Erfolgserlebnis zu krönen.

Der überragende Sebastian Stolze (15. Minute, 64.) mit seinen Saisontoren drei und vier sowie Andreas Albers (32.) mit seinem sechsten Tor in dieser Spielzeit trafen für die Regensburger. Silvere Ganvoula (42.) und Anthony Losilla (83.) erzielten die Bochumer Tore. Bemerkenswert: Andreas Geipl sah in der 57. Minute Gelb-Rot, der Jahn agierte im Ruhrstadion mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl.

Schönes Gefühl

„Es ist natürlich ein schönes Gefühl, mit einem Sieg aus dem Jahr zu gehen“, sagte Stolze bei „Sky“ und ahnte, dass er als Hauptdarsteller der Partie nun dem Team etwas spendieren muss. „Vielleicht springt ein Kasten Bier auf der Rückfahrt heraus“, sagte er grinsend.

„Die 2. Liga ist extrem eng, alles schiebt sich zusammen.“

Sebastian Stolze

Der ehemalige Wolfsburger scheint besonders gerne gegen Bochum zu treffen. Beim 3:1-Hinspielsieg war Stolze das zwischenzeitliche 2:0 geglückt. Eine „schöne Randnotiz“ sei das, mehr nicht, sagte Stolze. In der vergangenen Woche beim 0:1 in Aue habe er bei einer Großchance „die falsche Entscheidung getroffen. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, dass ich den Ball diesmal reinmache“. Mit Blick auf die Tabelle fügte Stolze hinzu: „Dieser Sieg ist enorm wichtig. Die 2. Liga ist extrem eng, alles schiebt sich zusammen. So gehen wir mit einem kleinen Puffer in die Winterpause.“

Trainer Mersad Selimbegovic (r.) jubelt nach dem Schlusspfiff mit Benedikt Saller und Alexander Meyer.
Trainer Mersad Selimbegovic (r.) jubelt nach dem Schlusspfiff mit Benedikt Saller und Alexander Meyer.

Für den gelbgesperrten Max Besuschkow war Geipl nach auskurierter Adduktorenverletzung zurück ins Team gekommen. Sein letztes Spiel vor der Zwangspause hatte der 27-Jährige am 6. Oktober beim 2:1-Sieg in Kiel bestritten. Geipl bildete zusammen mit Benedikt Gimber die Doppel-Sechs im defensiven Mittelfeld, ansonsten hatte Selimbegovic auf personelle Änderungen verzichtet. Der Ex-Bochumer Tom Baack saß zunächst auf der Bank.

Die zu Hause in dieser Spielzeit bislang noch unbesiegten Bochumer waren in der Vorrunde mit 21 Toren das treffsicherste Team der Liga auf eigenem Terrain. Die Schützlinge von Trainer Thomas Reis legten entsprechend rasant los. Es war noch keine Minute verstrichen, da prüfte Simon Zoller Jahn-Torhüter Alexander Meyer mit einem Fernschuss. Weitere 60 Sekunden später köpfte Ganvoula den Ball übers Tor. „Wenn wir früh in Rückstand geraten, können wir uns nicht beschweren“, gab Selimbegovic hinterher unumwunden zu.

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Der Winterfahrplan des SSV Jahn

Ab nach Hause, ab in den Urlaub: Nach dem Bochum-Spiel heißt es Durchschnaufen. Trainingsauftakt ist wohl am 6. Januar.

Damit war der Anfangselan der Gastgeber jedoch verpufft. „Wir konnten mit unserem schnellen Umschaltspiel immer mehr Nadelstiche setzen“, analysierte Selimbegovic. Die überraschende Führung leitete Benedikt Saller auf der rechten Seite ein. Im Zweikampf mit Danny Blum setzte sich Saller durch und brachte den Ball in die Mitte, wo Stolze eine Lücke erspähte.

Harte Duelle: Bochums Torschütze Silvere Ganvoula (r.) im Zweikampf mit dem Regensburger Marcel Correia
Harte Duelle: Bochums Torschütze Silvere Ganvoula (r.) im Zweikampf mit dem Regensburger Marcel Correia

Hart bedrängt von Cristian Gamboa zirkelte der 24-Jährige den Ball an Keeper Manuel Riemann vorbei zur Regensburger Führung ins Tor. Stolze war es auch, der beim zweiten Jahn-Treffer die Bochumer Abseitsfalle aushebelte und allein vor Riemann auf Albers ablegte, der den Ball lediglich noch ins leere Tor befördern musste.

In der Folge hatten die Hausherren zwar mehr vom Spiel, rannten sich aber meist in der kompakten Regensburger Defensive fest. Der Bochumer Anschlusstreffer hatte Geschenkcharakter. Gimber verlängerte den Ball per Kopf über den hinter ihm stehenden Marcel Correia hinweg zu Zoller. Dessen Vorlage schob Ganvoula ähnlich problemlos wie zuvor Albers ins verwaiste Tor. Mit dem 1:2 aus Bochumer Sicht ging es in die Kabinen.

„Ich habe heute schon vor dem Spiel gespürt, dass viel positive Energie da war.“

Mersad Selimbegovic

Nach dem Wechsel taten sich für die Regensburger Räume nach vorne auf, während Bochum kaum Torgefahr vor Meyers Gehäuse heraufbeschwor. Geipl handelte sich binnen 30 Sekunden zunächst Gelb und dann Gelb-Rot ein. Zweimal gestrecktes Bein: Schiedsrichter Tobias Reichel schickte ihn vom Platz. Damit nicht genug, wird auch Gimber (5. Gelbe Karte) im Heimspiel zum Jahresauftakt am 28. Januar gegen Hannover fehlen. Allerdings kehrt dann Besuschkow zurück.

„Ich denke, Gelb-Rot kann man geben. Ich bin im Zweikampf einen Tick zu spät dran. Aber solche Situationen gehören zum Spiel, egal ob man Spielpraxis hat oder nicht. Daran lag’s nicht“, sagte Geipl. Sein Fehlen gegen Hannover kommentierte er so: „Ist natürlich blöd, wenn du weißt, dass du gleich wieder fehlst. Aber ich werde alles geben, um drei Tage darauf gegen Fürth wieder dabei zu sein.“

Packende Schlussphase

In Unterzahl gaben die Gäste dennoch weiterhin den Takt vor. Bochum-Spezialist Sebastian Stolze ließ Riemann bei seinem zweiten Treffer nach Vorarbeit von Jann George keine Abwehrchance.

Der VfL mühte sich, war aber im letzten Drittel kaum präsent. Selimbegovic brachte eine Viertelstunde vor Schluss Baack für Stolze und setzte damit das Signal, den Vorsprung über die Zeit zu retten. VfL-Kapitän Losilla überwand jedoch nach einer Ecke von rechts Meyer mit einem Kopfball und läutete eine packende Schlussphase ein, die der Jahn mit beherztem Einsatz überstand. „Riesen-Kompliment an die Mannschaft! Ich habe heute schon vor dem Spiel gespürt, dass viel positive Energie da war“, lobte Selimbegovic.

Statistik

Bochum – SSV Jahn 2:3 (1:2)

VfL Bochum: M. Riemann – Gamboa, Decarli, Lorenz (73. Osei-Tutu), Danilo Soares – Losilla, Tesche (82. Weilandt), Zoller, Wintzheimer (61. Lee), D. Blum – Ganvoula

SSV Jahn Regensburg: Meyer – Saller, Nachreiner, Correia, Okoroji – Geipl, Gimber – George (88. Knipping), Stolze (77. Baack) – Grüttner, Albers

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart); Zuschauer: 18 679; Tore: 0:1 Stolze (15.), 0:2 Albers (32.), 1:2 Ganvoula (42.), 1:3 Stolze (64.), 2:3 Losilla (83.); Gelb-Rot: – Geipl (57./wiederholtes Foulspiel)

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